SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Voß gegen "Kritik aus München"

    Stuttgart (ots) - SWR-Intendant Peter Voß hat der Behauptung
widersprochen, dass die ARD am Ende der laufenden Gebührenperiode
über nicht verbrauchte Eigenmittel in Höhe von 1,6 Milliarden Mark
verfügen werde. Beim SWR zum Beispiel werde es auch Ende 2004 nur
jene 70 Millionen Mark an restlichen Eigenmitteln geben, mit denen
der Sender in die laufende Gebührenperiode hineingegangen sei - und
dies bei wachsenden Lasten, permanenter Umstrukturierung und einer
hohen medienbezogenen Teuerung. Man werde den rigiden Sparkurs
deshalb ohne Wenn und Aber fortsetzen und bedürfe dazu keiner
politischen Nachhilfe. Diese Situation könne sich noch verschärfen,
wenn die wirtschaftliche Entwicklung sich allgemein verschlechtern
sollte. "Wir wissen selbst, dass wir nicht auf einer Wolke leben,"
betonte Voß.
    
    In diesem Zusammenhang werden gegebenenfalls auch noch einmal
kritisch zu hinterfragen sein, ob die ARD wirklich die
Fußball-WM-Rechte 2006 zu dem von der KirchGruppe angepeilten Preis
erwerben solle oder ob man darauf notfalls verzichten müsse. Voß
verwahrte sich zugleich gegen die "Kritik aus München", die ARD sei
auf Expansionskurs. "Die ARD hat schon vor acht Jahren auf den
Kulturkanal "1 plus" verzichtet und später gemeinsam mit dem ZDF
"Phoenix" und den "Kinderkanal" gegründet - das war's." Darüber
hinaus habe es nur zwei Alleingänge gegeben, denen übrigens der
bayerische Ministerpräsident seinen Segen gegeben habe, nämlich den
bayerischen Bildungskanal "Alpha" und den Theaterkanal des ZDF.
    
    Das Online-Engagement der ARD sei äußerst zurückhaltend. Im
Hörfunk gebe es bundesweit mehr als dreimal so viel private Wellen
wie öffentlich-rechtliche. Befremdet äußerte sich Voß darüber, dass
ein "durchaus diskussionsbedürftiger Zwischenbericht der schließlich
auch nicht unfehlbaren KEF," in dem finanzielle Erwartungen
überschätzt und Risiken unterschätzt würden, von interessierter Seite
in die Öffentlichkeit gespielt worden sei, bevor die ARD überhaupt
dazu Stellung nehmen konnte. Im übrigen werde die ARD, wenn sie
wirklich Ende 2004 noch größere Summen übrig haben sollte, erheblich
zur Sozialverträglichkeit der künftigen Rundfunkgebühr beitragen,
"denn jede Mark, die übrig bleibt, wird uns voll gegengerechnet und
vom künftigen Bedarf abgezogen. Aber vielleicht muss man ja Schulden
haben, um ein Lob von der KEF zu bekommen," meinte Voß.
    

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