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Klaus Töpfer: Windkraft stärker nutzen
Früherer Umweltminister sieht in der SWR-Sendung "Pro & Contra" Deutschland in der Pflicht, die Technologie weiterzuentwickeln
Live-Diskussion am 19.11.14

Mainz (ots) - Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) sieht Deutschland in der Pflicht, die Windkraft stärker zu nutzen. Das sagte der ehemalige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen am Mittwoch, 19. November, in der neuen Sendung "Pro & Contra" im SWR Fernsehen. Es sei die "Pflicht eines technologisch führenden Landes wie Deutschland, auch Geld in die Hand zu nehmen, um Technologien, die sonst nie marktreif würden", weiterzuentwickeln. Auch im Südwesten müsse es mehr Windräder geben, aber natürlich dort, wo Wind wehe.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (B90/Die Grünen) verteidigte den Ausbau der Windkraft in seinem Bundesland. Um den Anteil der Windkraft am Stromverbrauch in Baden-Württemberg auf 10 Prozent zu steigern, brauche man "etwa 1 bis 2 Prozent der Landesfläche" für neue Windkraftanlagen. Untersteller ist überzeugt: "Es geht nicht um die Frage: Natur oder Energiewende? Wir können beides verbinden." Bürgerbefragungen im Schwarzwald und anderen Touristenregionen, so Untersteller in "Pro & Contra", seien ebenfalls deutlich für die Windkraft ausgegangen. "Auch die Bürgerinnen und Bürger sehen: Es geht durchaus beides, nämlich Tourismus und Windenergie zusammenzubringen."

Noch ist das grün-rot regierte Baden-Württemberg mit 400 Windkraftanlagen Schlusslicht bei den deutschen Flächenländern. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Windkraft am Stromverbrauch von 1 Prozent auf 10 Prozent steigen.

In der Live-Sendung des SWR Fernsehens zum Thema "Mehr Windräder im Südwesten?" diskutierten die beiden Journalisten Werner Eckert (Umweltexperte SWR) und Wolfgang Molitor (stellvertretender Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten) mit Klaus Töpfer, Franz Untersteller, dem Biologen Michael Altmoos und dem Anwalt und Hochschullehrer Michael Elicker über pro und contra der Windkraft.

Bei "Pro & Contra" diskutieren zwei "Anwälte" und vier Sachverständige 45 Minuten lang, um die 45-köpfige Jury im Studio sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer am Fernseher und im Internet auf www.swr.de/proundcontra von ihrer jeweiligen Haltung zu überzeugen. In der von Birgitta Weber moderierten Sendung waren zu Anfang 29 Jurymitglieder "pro" Windkraft, 16 "contra". Am Ende der Sendung hatte sich das Stimmungsbild nur geringfügig gewandelt: Ein Jury-Mitglied hatte sich von der "pro"-Ansicht überzeugen lassen, so dass es am Ende im Studio hieß: 30 "Pro"-Stimmen und 15 "Contra"-Stimmen. In den sozialen Netzwerken wurde im Vorfeld und während der Sendung ausgesprochen angeregt diskutiert. Auch die Hörfunkprogramme SWR1 Rheinland-Pfalz und SWR1 Baden-Württemberg begleiteten den Meinungsaustausch.

Die nächste Ausgabe von "Pro & Contra", moderiert von Clemens Bratzler, folgt am Mittwoch, 28. Januar 2015, um 22 Uhr im SWR Fernsehen.

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Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel.: 06131 929-32755, Sibylle.Schreckenberger@SWR.de

 
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