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REPORT MAINZ: Shelter Now Germany hat heute vier Faxe von in Afghanistan inhaftierten Mitarbeitern erhalten

    Baden-Baden (ots) - Nach Recherchen des ARD Politikmagazins REPORT
Mainz hat der Vorsitzende der Hilfsorganisation "Shelter Germany
e.V.", Udo Stolte, vier Faxe aus Afghanistan erhalten. Sie stammen
von den in Kabul inhaftierten Shelter-Mitarbeitern Georg Taubmann,
Margit Stebner, Kathi Jellinek und Silke Dürrkopf. Die Schreiben sind
auf den 30.9.2001 datiert und handschriftlich in englischer Sprache
abgefasst. Nach Angaben von Stolte wurden die Schriftstücke über den
deutsche Diplomaten Helmut Landes in Islamabad/Pakistan an die
Hilfsorganisation in Braunschweig geschickt. REPORT Mainz liegen zwei
der vier Briefe vor.
    
    Im Schreiben von Georg Taubmann, dem Teamleiter von Shelter Now in
Afghanistan, heißt es u.a.: "Die Ungewissheit ist sehr schwer zu
ertragen... Wir bekommen keine Nachrichten... Andere (nicht-deutsche)
Mitarbeiter erhalten von Zeit zu Zeit Post aber wir Deutsche erhalten
so gut wie gar nichts... Udo, (Vorsitzender von Shelter Germany)
bitte vergesse nicht, die Menschen daran zu erinnern, für uns zu
beten."
    
    Darüber hinaus berichtet Taubmann über den jetzt tätigen Anwalt
Atif Ali Khan, der über sehr gute Kenntnisse Afghanistans verfüge.
Weiter wörtlich: " ...deshalb haben wir von Anfang erklärt, dass wir
ihn haben möchten. Denn ohne ihn können wir gar nichts machen. Wir
hatten einige Treffen mit ihm und sind froh, dass er gekommen ist.
Wir waren alle sehr enttäuscht, dass wir zwei Wochen verloren haben.
Während unsere Verhandlung im Gange ist, wird es immer schwieriger
und gefährlicher für uns. Bitte vergesse vor allem die sechs Frauen
nicht!". Taubmann beendet seinen Brief mit Grüßen an seine Frau und
seine zwei Kinder: "Sag ihnen, sie sollen sich keine Sorgen machen.
Gott beschütze Dich."
    
    Margit Stebner berichtet in ihrem Brief, dass alle Inhaftierten
unter verschiedene Krankheiten leiden. Wörtlich: "...Ich selbst habe
nun die dritte Runde von schwerem Durchfall überstanden... Unser
Alltag ist nicht sehr aufregend, aber wir haben eine Routine
entwickelt. Wir Frauen treffen uns zwei Mal am Tag, wir sprechen und
teilen eine Menge... Wir hoffen bald hier raus zu kommen und Euch
bald wiederzusehen. Dennoch möchten wir, falls möglich, gerne hier
(in Afghanistan) bleiben. Wir Deutsche fühlen uns ein wenig
zurückgestellt, da wir keine Briefe oder Nachrichten erhalten und es
ist oft enttäuschend zu sehen, dass alle Post erhalten, nur wir
nicht."
    
    Derzeit befinden sich vier deutsche, zwei australische, zwei
amerikanische und 16 afghanische Mitarbeiter der Hilforganisation
"Shelter Now" in der Gewalt des Taliban-Regimes. Ihnen wird
vorgeworfen für den christlichen Glauben verbreitet zu haben. Anfang
August wurden sie von der Religionspolizei der Taliban verhaftet.
Sollte es zu einem Vergeltungsschlag gegen Afghanistan kommen, wird
sich ihre Lage zuspitzen.
    
    
ots Originaltext: Südwestrundfunk (SWR)
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