SWR - Südwestrundfunk

Neues Gesicht im Südwestfernsehen ab 2. Oktober: Ute Brucker gibt Europa-Magazin neues Profil

    Baden-Baden (ots) - Die Magazinsendung "Blickpunkt Europa" des Südwestfernsehens in Baden-Baden erhält ein neues Gesicht. Ab Dienstag, 2. Oktober 2001, wird Ute Brucker jeweils dienstags um 21.45 Uhr durch die Europa-Sendung führen. Neu ist auch eine inhaltliche Überarbeitung des Magazins. Das neue Format "Blickpunkt Europa - Das Reportagemagazin" wird ausschließlich aus Beiträgen in Form der Reportage bestehen. Die neue Moderatorin Ute Brucker ist seit einigen Jahren Reporterin in der Blickpunkt-Europa-Redaktion. Damit ist die wöchentlich ausgestrahlte Sendung des Südwestrundfunks (SWR) das erste reine Reportagemagazin in der ARD.

    Die erste Sendung mit Ute Brucker wird unter anderem aus einer Reisereportage von Wiltrud Kremer bestehen, die die geographische Grenze Europas in Kasachstan filmisch nachzeichnet. Damit soll schon die erste Sendung die selbstgestellten inhaltlichen Anforderungen der Blickpunkt-Redaktion umreißen: "Wir wollen den Zuschauer auf die Reportage-Reise mitnehmen", sagt Moderatorin Ute Brucker, und betont gleichzeitig den Willen der Redaktion zu einem ungewöhnlichen Blick auf Europa und seine Bewohner. Zum anderen will sich das Reportagemagazin nicht auf das Aufzeichnen von Geschichten innerhalb der Europäischen Union beschränken: "Das Reportagemagazin deckt das geographische Europa ab, nicht das politische", betont Richard Klug, Redakteur der Blickpunkt Europa-Redaktion. "Authentische Geschichten über europäische Menschen und europäische Geschehnisse" soll die Sendung nach seinen Worten vermitteln und damit die wohl größte Stärke der Reportage nutzen: sich näher als andere Sendeformateam Menschen zu bewegen. Darüber soll aber auch die politische Perspektive nicht vernachlässigt werden: Reportagen über Globalisierungsgegner oder illegale Einwanderer aus Osteuropa wollen einen unverstellten Blick auf politische Realitäten und europäische Konflikte werfen.

    Ute Brucker wurde 1967 in Tübingengeboren. Sie sammelte nach dem Studium der Romanistik und Germanistik 1991 erste journalistische Erfahrungen im Tübinger Landesstudio des damaligen Südwestfunks (SWF). Nach Praktika in Frankreich und einem Volontariat in Baden-Baden wechselte sie 1995 zum Fernsehen. Ihre bisherigen Einsätze führten Brucker unter anderem mit der italienischen Küstenwache in die Adria oder mit einem Greenpeace-Schiff vor die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague, nach Nordrumänien und Südspanien. Schwerpunkt zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Europa-Redaktion des Fernsehens war dabei Frankreich, schnell weitete die 34-jährige ihr Betätigungsfeld jedoch aus: "Ich wollte nicht nur den frankophilen Stempel haben", sagt Ute Brucker, die neben Französisch auch Englisch, Spanisch und Italienisch spricht.

    Bewährungsproben für die Jung-Moderatorin waren insbesondere Vertretungen der ARD-Korrespondenten in Kairo und Madrid - inclusive dem ersten Seitenwechsel vor die Kamera. Erfahrungen, die sie von draußen ins Studio mitbringen will, um ein ungewöhnliches und spannendes Bild des alten Kontinents zu vermitteln

    Die Änderung des Sendekonzeptes der Europa-Sendung kam auf Betreiben der Redaktion zustande. "Mehr Zeit zum Zusehen" will die Reportagesendung nach den Worten von Richard Klug bieten. Zeit, die nach Meinung der Blickpunkt-Macher in den herkömmlichen Nachrichten- oder Magazinsendungen oft nicht vorhanden ist. Die Länge der einzelnen Beiträge soll damit alleine von inhaltlichen und journalistischen Kriterien bestimmt werden, eine generelle Beschneidung der Filmlänge ist nach Meinung der Redaktion weder wünschenswert noch angestrebt. Mit der neuen Europa-Sendung will der SWR einmal mehr seine journalistische Kompetenz jenseits pseudodokumentarischer Oberflächlichkeit unter Beweis stellen. Und ein ungewöhnliches, vor allem aber lebendiges Bild Europas und seiner Menschen zeichnen.

    Ein Foto der neuen Moderatorin Ute Brucker finden Sie in Download-Qualität im Internet unter www.swr.de/presse/pressebilder/bilder.html

    Interview mit SWR-Moderatorin Ute Brucker     "Das völlig Andere gibt es auch in Europa"

    "Für den Reporter gilt: je unbekannter Themen und Landschaften, desto besser." Ute Brucker, die neue Moderatorin von "Blickpunkt Europa - Das Reportagemagazin", verleugnet ihre Herkunft nicht, ganz im Gegenteil: Gerade aus ihrer langjährigen Mitarbeit als Reporterin für die ARD-Auslandssendung "Weltspiegel" und des Europamagazins im Südwestfernsehens will Ute Brucker journalistische Impulse in ihre neue Tätigkeit einfließen lassen: Als Moderatorin einer reinen Reportage-Sendung, die sich nicht nur näher am Menschen bewegt, sondern gerade auch ungewöhnliche Themen und Perspektiven auf den Bildschirm bringen will. "Das völlig Andere gibt es nämlich auch in Europa", sagt Ute Brucker. Mit von Beginn an klarer Ausrichtung: "Ich bin sehr sprachenbegabt", sagt Ute Brucker, "von daher war mir klar, dass ich irgendwann etwas im Ausland machen wollte." Zum neuen Sendeformat des SWR-Europa-Magazins und ihrer neuen Moderatoren-Tätigkeit nimmt Ute Brucker im Interview Stellung.

    Ihre Vita deutet auf eine Blitzkarriere hin. Sind Sie sehr ehrgeizig?:

    "Es hält sich in Grenzen. Ich möchte einfach etwas machen, das mir liegt und Spass macht. Ich bin nicht ehrgeizig in dem Sinne, dass ich jetzt unbedingt die Karriereleiter hochklettern wollte. Dann hätte ich nicht so lange Reporterin bleiben dürfen. Wir war es immer wichtig, 'rauszugehen und mit Leuten zu tun zu haben."

    Rausgehen und mit Leuten zu tun haben: Ist das der große Reiz an dem Job?:

    "Ja, aber das würde wahrscheinlich jeder Journalist sagen (lacht). Ich rede schon gern mit Leuten, und es mir ziemlich wurscht, wer das ist."

    Neben der Lust zur Begegnung: Was zeichnet einen guten Journalisten aus?

    "Man sollte schon genau arbeiten. Gute Recherche ist Grundvoraussetzung. Wobei das im Ausland etwas schwieriger ist. Das war am Anfang eine Hürde, als ich in der Europaredaktion angefangen habe, und vom Schreibtisch aus in Frankreich oder Österreich recherchieren sollte, ohne dort jemanden zu kennen oder zu wissen, wie die entsprechenden Stellen auf Englisch, Spanisch oder Französisch heißen. Da musste man sich für die Reportage mühsam 'reinarbeiten. Vieles musste ich dann über private Connections erfragten. Mittlerweile geht es über das Internet leichter."

    Was ändert sich am "Blickpunkt Europa" durch die Konzentration auf die Reportage?

    "Wir wollen die Zuschauer auf die Reportage-Reise mitnehmen. Europa verstehen wir zunächst nicht institutionell. Wir wollen nicht nur Geschichten aus Brüssel oder Straßburg machen. Es geht uns darum, auch entlegene Geschichten aus Europa zu zeigen."

    Wollen die Leute entlegene Geschichten sehen?

    "Ich glaube schon. Es gibt immer ein Interesse an dem, was man selbst noch nicht gesehen hat. Was auch bedeutet, dass wir jetzt nicht nur Reportagen aus Mallorca machen, wir zeigen auch das unbekannte Europa. Und wir zeigen Dinge aus Europa, die die Leute als Privatmenschen nie sehen würden. Ich erinnere mich an eine Geschichte, da war haben wir die italienische Küstenwache beim Verfolgen von albanischen Flüchtlingen auf der Adria gezeigt. Und so etwas ist auch für die Zuschauer ein tolles Erlebnis, weil die so etwas nie zu sehen kriegen. Für mich leider weniger. Ich war seekrank."

    Reportage heißt auch immer, näher am Menschen zu sein.

    "Auch das wollten wir mit dem neuen Konzept verstärken. Näher am Menschen heißt für uns konkret: Wir interessieren uns für den polnischen Bauern und die Frage, ob der wirklich in die EU will und nicht für den polnischen Minister, der nur nichtssagende Statements abgibt."

    Die Idee, eine Europasendung nur mit Reportagen zu bestreiten kam aus der Redaktion?

    "Weil wir gesagt haben: Unsere Berichte müssen noch authentischer werden, noch eindringlicher. Und wir glauben, dass das nur über die Reportage geht. Es ist auch ein wenig Selbstverpflichtung, denn die Form der Reportage ist für den Reporter nicht einfach durchzuhalten, gerade im Ausland, wo die Zahl der Drehtage unter Umständen stark eingeschränkt ist. Es wird sicher schwieriger sein für uns, aber sicher für den Zuschauer auch spannender."

    Kommen wir zu Ihrer neuen Rolle in der Sendung. Jede Moderatorin, jeder Moderator versucht sicher, einen eigenen Stil zu pflegen. Wie sieht Ihrer aus?

    "Ich muss dazu sagen, ich hab' im Fernsehen noch nie eine Regelsendung moderiert, von daher kann ich da auf keine große Erfahrung zurückgreifen. Ich glaube es ist ein Vorteil, von der Rolle als Reporterin zur Moderation zu wechseln. Man hat die Länder, die man im Studio präsentiert auch schon selbst bereist und kennt die Themen, die dort anfallen. Sicher kann man auch das eine oder andere persönliche Erlebnis mit einfließen lassen."

    Auf was freuen Sie sich besonders beim Moderieren?

    "Es gibt einfach diesen Kick, wenn das Rotlicht angeht und du weißt: jetzt musst du loslegen und jetzt kommt es darauf an. Auf der einen Seite ist es eine neue Erfahrung, auf der anderen habe mich aber nicht danach gedrängt. Es gibt ja Leute, die von Anfang an wissen: Ich will vor die Kamera. Bei mir ist das eher organisch aus meiner Tätigkeit in der Redaktion entstanden, beispielsweise aus aktuellen Einsätzen, bei denen man live vor die Kamera musste. Beim ersten Mal war das tatsächlich ein Muss. Vor allem durch den Zuspruch aus dem Kollegenkreis habe ich dann gemerkt: das geht eigentlich ziemlich gut."

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