SWR - Südwestrundfunk

Donaueschingen im Zeichen des multidisziplinären Künstlers
Musiktage mit rund 10.000 Besuchern bei 19 Uraufführungen an drei Tagen
Lautkomposition von Josef Anton Riedl mit Herta Müller

Uraufführung einer Lautkomposition von Josef Anton Riedl bei den Donaueschinger Musiktagen 2014 mit Herta Müller u. a. (c) SWR/Ralf Brunner, Verwendung honorarfrei im Rahmen einer unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung: "Bild: SWR/Ralf Brunner".... mehr

Donaueschingen (ots) - Mit der Uraufführung von Werken von Simon Steen-Andersen, Brice Pauset, Manos Tsangaris und Ondřej Adámek sind am Sonntagabend die Donaueschinger Musiktage 2014 zu Ende gegangen. Insgesamt erlebten rund 10.000 Besucher 19 Uraufführungen sowie zwei neue Klanginstallationen, allesamt Kompositionsaufträge des Südwestrundfunks (SWR).

Im Mittelpunkt des renommiertesten Festivals für Neue Musik standen in diesem Jahr Komponisten, die sich neben ihrer Musik auch in unterschiedlichen Kunstgattungen ausdrücken. 17 Komponisten, deren Werke in Donaueschingen uraufgeführt wurden, waren zugleich in einer umfassenden Kunstausstellung und zahlreichen Lesungen vertreten. Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien, Installationen, Gemälde und Videokunst erlaubten exklusive und ungewohnte Einblicke in ihr Kunstschaffen.

Höhepunkte der Donaueschinger Musiktage waren die Konzerte mit dem SWR Sinfonierorchester Baden-Baden und Freiburg und dem SWR Vokalensemble Stuttgart zur Eröffnung am Freitag (17.10.) sowie zum Ausklang des Festivals am Sonntag (19.10.), ein Konzert, das mit außerordentlichem Beifall bedacht wurde. Das SWR Vokalensemble interpretierte u. a. den vierten und abschließenden Teil von Hans Zenders Zyklus "Oh cristalina", gemeinsam mit Mitgliedern des SWR Sinfonieorchesters. Mit Begeisterung aufgenommen wurde auch das Doppelkonzert "Musiksprechen", das die Grenzen zwischen Sprache, Wort und Musik auslotete. Den Auftakt dieser beiden Konzerte machte eine Lautkomposition von Josef Anton Riedl. Ausgangspunkt seines Werks waren unveröffentlichte Collage-Gedichte von Herta Müller, die von der Literaturnobelpreisträgerin in den Aufführungen selbst gesprochen wurden. Ensemblekonzerte mit dem Ensemble Modern und dem Klangforum Wien, Konzertinstallationen und die SWR2 Now Jazz Session mit "Mazen Kerbaj's ARIHA-Trumpet Ensemble" und dem Quartett "JJJJ" vervollständigen die Bandbreite der präsentierten Konzertformen.

Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg hat zum Abschluss der Musiktage den Orchesterpreis 2014 für das nach Auffassung der Musiker "bemerkenswerteste Orchesterwerk des Festivals" verliehen. Er geht an die Komposition "Piano Concerto" von Simon Steen-Andersen. Die Jury war von der besonderen Klangwelt dieses Werks fasziniert: "Zum Prinzip wurde hier, was in manch einem Stück der Neuen Musik unabsichtlich passiert: dass es nach Instrumenten klingt, die irgendwie kaputt gegangen sind. Wie spannend es aber sein kann, wenn diese Idee zum Prinzip wird, wenn Klänge eines Instruments zugleich auf Anteile aus anderen Instrumentengruppen abgeklopft werden und Solist und Orchester sich bisweilen auf wundersame Weise die Hände reichen, das hat uns die Arbeit an diesem Stück und mit seinem Komponisten gezeigt." Mit der Auszeichnung verpflichtet sich das Orchester, sich für weitere Aufführungen des prämierten Werkes einzusetzen.

SWR-Hörfunkdirektor Gerold Hug zur Bedeutung der Donaueschinger Musiktage für den SWR: "Der Südwestrundfunk will die Donaueschinger Musiktage als ältestes und weltweit renommiertestes Festival für Neue Musik in eine gesicherte Zukunft führen. Mit der Unterzeichnung eines unbefristeten Kooperationsvertrages mit der Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen im vergangenen Jahr wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Mit der frühzeitigen Bestimmung von Björn Gottstein als Nachfolger für den Festivalleiter Armin Köhler ab dem Jahr 2017 haben wir einen weiteren Schritt in eine künstlerisch erfolgreiche Zukunft des Festivals getan." (vgl. SWR-Meldung vom 19.10.)

Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly: "Ich bin von den Donaueschinger Musiktagen begeistert. Dieses Jahr konnte ich zum ersten Mal mit dabei sein. Ein solches Festival ist in jeder Hinsicht eine große Bereicherung für Donaueschingen - sowohl künstlerisch als auch touristisch. So viele kreative Köpfe in unserer Stadt zu Gast zu haben, ist wirklich spannend. Komponisten, Musiker, Musikliebhaber und die zahlreichen Studenten, die am Studentenprojekt teilnehmen. Hier kann man Geschichte hautnah miterleben und das auf einem so hohen Niveau. Die Internationalität belebt die Stadt zusätzlich. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten und Organisatoren der diesjährigen Musiktage. Insbesondere danke ich dem SWR in Baden-Baden und allen Freunden und Förderern der Donaueschinger Musiktage, hier vor allem der Kulturstiftung des Bundes, der Ernst von Siemens Musikstiftung sowie dem Land Baden-Württemberg."

Förderer des Festivals sind die Kulturstiftung des Bundes, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Donaueschingen, die Ernst von Siemens Musikstiftung und der Südwestrundfunk. Die uraufgeführten Werke wurden komplett im Kulturprogramm SWR2 übertragen.

Die nächsten Donaueschinger Musiktage finden vom 16. bis 18. Oktober 2015 statt. Kompositionsaufträge ergingen an Mark Andre, Richard Ayres, Mark Barden, Michael Beil, Johannes Boris Borowski, Ives Chauris, Alvin Curran, Francesco Filidei, Orm Finnendahl, Patrick Frank, Georg Friedrich Haas, Johannes Kreidler, Olga Neuwirth, Yoav Passovsky, Luis Antunes Pena, Enno Poppe, Stefan Prins, Carlos Sandoval u.a. Neben dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem SWR Vokalensemble Stuttgart und dem Experimentalstudio des SWR ist auch das Ensemble intercontemporain im kommenden Jahr Gast des Festivals.

Ausführliche Informationen zum Festival mit Filmen, Bildern, Texten und Ausschnitten von Proben, Konzerten und Performances unter SWR2.de/donaueschingen

Pressekontakt:

SWR-Pressestelle: Oliver Kopitzke, Telefon 07221 / 929-23854 (während
des Festivals: 0172 / 7356335), E-Mail: oliver.kopitzke@swr.de oder
Stefan Stahnke, Telefon: 030 / 34781984, mobil: 0176 / 62135688,
st@worteuebermusik.de

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