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Südwestrundfunk (SWR): Das Neue in der Musik im Kontext der digitalen Medien

Baden-Baden (ots) - 23 Uraufführungen bei Donaueschinger Musiktagen 2001vom 19. bis 21. Oktober / Alle Sitzplatzkarten ausverkauft Das Neue in der Musik, im Kontext der digitalen Medien sowie der digitalen Speicher- und Präsentationsmethoden ( wo ist es zu finden? Auch in diesem Jahr suchen die Donaueschinger Musiktage und deren Gäste aus aller Welt Antworten auf diese zentrale Frage der rezeptions- und produktionsästhetischen Rahmenbedingungen zeitgenössischer Musik. Eigens hierfür hat der Südwestrundfunk 24 Kompositionsaufträge an Künstler aus elf Nationen vergeben. Nach der Absage des Kammerorchesterkonzerts von Benedict Mason, werden vom 19. bis 21. Oktober in Donaueschingen 23 Kompositionen uraufgeführt. Takuya Imahoris Komposition "Circle of Time", das kurzfristig an Stelle von Masons Stück ins Programm genommen wurde, erlebt seine Deutsche Erstaufführung. Knapp vier Wochen vor Beginn der Musiktage sind alle Sitzplatzkarten für alle Konzerte ausverkauft. Lediglich bei einigen Konzerten sind noch Stehplatzkarten sind erhältlich. Traditionell im Zentrum des internationalen Interesses stehen die beiden Orchesterkonzerte mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter der Leitung von Johannes Kalitzke und Sylvain Cambreling. Im Eröffnungskonzert am 19. Oktober um 20.00 Uhr in der Baar-Sporthalle ist neben einem "Konzert für Klavier und Electronics" des Österreichers Wolfgang Mitterer und der Orchesterkomposition "The Tree of Live" der Australierin Liza Lim das multimediale Stück "Sintflut" von Detlef Heusinger zu erleben: ein Videotriptychon mit Live-Orchester und mehrkanaligem Tonband, das im Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWR erarbeitet wurde. Grundlage des Projektes ist eine Traumerzählung, in der sich der Protagonist N. auf die Suche nach Menschen und Lebewesen begibt, um sie in einer Arche zu retten. Im Abschlusskonzert am Sonntag um 17.30 Uhr in der Donauhalle A steht mit dem 27jährigen Münchner Jörg Widmann einer der jüngsten Komponisten des diesjährigen Festivals auf dem Programm. Neben seiner "Implosion" betitelten Komposition für Orchester werden "La Navette" von James Dillon und "Orpheus' Bücher" von Beat Furrer uraufgeführt. Herausragende Interpreten bestimmen auch das Kammerorchesterkonzert am Samstag um 17.30 Uhr. Unter der Leitung von Peter Eötvös spielt das Radio Kammerorchester Hilversum die Kompositionen "Polyskopie" von Clemens Gadenstätter, "Here (to be found)" von Michel van der Aa, "Ovals" von Alvin Lucier und "Circle of Time" von Takuya Imahori. Geprägt wird das weltweit führende Festival neuer Musik wie schon in den vergangenen Jahren vom Umgang mit neuen Präsentationsmöglichkeiten, die über die gattungs- und kunstübergreifende Aspekte hinaus, nach grundsätzlich neuen Wahrnehmungsformen suchen. So experimentieren gleich mehrere Komponisten mit Konzert-Installationen: "espèces d'espaces" ist der Titel eines akustischen Porträts der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek, realisiert vom Künstlerensemble knm dock. Das leerstehende barocke fürstenbergische Bibliotheksgebäude dient Gerhard Eckel, Jay Schwartz und Ana Maria Rodriguez als realer und metaphorischer Ort für musikalische Ereignisse, die drei Ebenen des Gebäudes reflektieren. Gewölbekeller, Treppenhaus und Dachgeschoss markieren jeweils eigenständige Konzepte, die sich jedoch beim Durchqueren der Bibliothek zum Gesamteindruck verbinden. Weitere Konzert-Installationen sind Christof Schlägers "-4_ - Musik ohne künstliche Zusätze für einen Instruktor und 11 Instrumentenmaschinen", Peider A. Defillas, "Donaumusik 2001", eine virtuelle Video-Oper in drei Akten, Léon Napakatbras "Le Batteur Mécanique", ein phantasievolles Spiel mit dem Skelett eines Karussells, das als Musikinstrument fungiert, sowie zwei Performances von Jacques Rémus mit automatischen Klangmaschinen und interaktiver Videoinstallation. Im Bereich der Szenischen Kammermusik, wird am Sonntagvormittag um 11.30 Uhr von den Maulwerkern aus Berlin die Komposition "NN für mobile Körper-Stimmen und stationäre Instrumente" von Dieter Schnebel zur Uraufführung gebracht. Mit seiner Kombination unterschiedlichster Ausdruckssphären von artistischen Phantasiesprachen bis zum Alltagsjargon, von reinen, abstrakten Lauten bis zu konkreten (obszönen) Äußerungen zielt Schnebel dabei auf eine widersprüchliche und absurde Ästhetik ( das Stück als Frage: "Wo befinden wir uns?" So wie der Jazz gegenwärtig immer mehr Elemente notierter Musik übernimmt, gibt es auch wieder verstärkt Ausflüge von Musikern aus dem improvisierenden Bereich in die komponierte Musik, wobei die Grenzen schon immer fließend waren. Grenzüberschreitungen solcher Art gibt es am Samstagvormittag ab 11.30 Uhr beim Ensemblekonzert mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin: mit Werken der Jazz-Schlagzeuger Michael Wertmüller, "Die Zeit. Eine Gebrauchsanweisung" und Sven-Åke Johansson, "Polis, Wachs und Pomade". Zudem bringt Mike Svoboda ein neues Solo-Posaunenstück von Martin Smolka zum Klingen, dessen Chorkomposition bei den Musiktagen im vergangenen Jahr großes Aufsehen erregte. Von der gegenwärtigen Tendenz, die Grenzen zwischen improvisierter und notierter Musik zu verwischen, zeugt auch Renaud Garcia-Fons' "Navigator Projekt" in der SWR-Jazz-Session am Samstagabend um 20.30 Uhr. Wie seit 1972 in jedem Jahr wird am Samstagmorgen im Rahmen der Donaueschinger Musiktage der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst vergeben. Preisträgerin des mit 25.000 Mark dotierten Karl-Sczuka-Preises 2001 ist die 76-jährige Schriftstellerin Friederike Mayröcker, die für ihr poetisches Hörstück "Das Couvert der Vögel" ausgezeichnet wird. Der mit 10.000 Mark dotierte Karl-Sczuka-Förderpreis geht an den bulgarischen Komponisten Blagomir Alexiev für seine Produktion "In the End of the Road". Die Laudatio hält der Juryvorsitzende Klaus Ramm. Weitere Informationen zum Programm der Donaueschinger Musiktage 2001 und alle Sendetermine im Programm von SWR2 unter www.swr.de/donaueschingen. Dort können auch Karten bestellt werden. Informationen zum Karl-Sczuka Preis unter www.swr.de/sczuka . ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die SWR2 Programmpresse, Georg Brandl, 76522 Baden-Baden, Tel.: 07221/929-3854, Fax: 07221/929-2238, E-Mail: georg.brandl@swr.de Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.swr.de/presse/news/index.html Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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