SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Montag, 24. September 2001 (Woche 39) bis Mittwoch, 10. Oktober 2001 (Woche 41)

    Baden-Baden (ots) -
    Montag, 24. September 2001  (Woche 39)/03.09.2001
    
    13.30    Gen-Jäger (1/13)
        
                 Projekt Unschuld
    
    Die Serie:
    Sie sind Visionäre, Pioniere und Entdecker eines ganz neuen
Kontinents in der Welt des Wissens: Sie sind Gen-Jäger. Mit ihrer
neuen Wissenschaft wollen sie Krankheiten ausrotten, ungelöste Rätsel
der Geschichte lösen und bedrohte Arten retten. "Gen-Jäger" ist eine
Serie über Männer und Frauen, die für ihre revolutionäre neue
Wissenschaft in der ganzen Welt umherreisen: von einer einsamen Insel
im Pazifik bis zum Kaspischen Meer, von Venezuela bis zu den
Eiswüsten von Labrador.

    Die Serie zeigt vor allem, dass die Wissenschaft vom Erbgut sich längst nicht mehr nur in Labors abspielt, betrieben von weißbekittelten Forschern, die Unverständliches von sich geben, sondern vielmehr in unser alltägliches Leben bestimmt und es zunehmend bestimmen wird. Von der Nahrung, die wir essen, über die Krankheiten, die wir heilen wollen, bis hin zu der Energie, die wir verbrauchen: Die Gentechnik eröffnet ungeahnte Lösungen für eine Vielzahl bisher nicht gelöster Probleme und Stiuationenunseres Lebens.

    An verschiedenen Orten der Erde  erzählen die "Gen-Jäger" jede
Woche eine neue Geschichte , in der die Forscher versuchen, mit Hilfe
ihrer Wissenschaft ein kompliziertes Puzzle  zusammenzusetzen. Die 13
halbstündigen-Episoden spielen in ganz unterschiedlichen Welten:
Archäologie und Paläontologie, Gerichtsmedizin und Meeresbiologie.
"Gen-Jäger" ist eine Koproduktion der Wissenschaftsredaktion des
SÜDWESTRUNDFUNKS Baden-Baden mit England, Kanada, USA und Frankreich.
Im Auftrag von "National Geographic" wird sie in weit über 100
Ländern der Welt gesendet werden.
    
    Folge 1:
    Der Gen-Jäger Barry Scheck aus New York beweist mit Hilfe der
DNS-Analyse die Unschuld von Menschen, die lebenslänglich verurteilt
sind oder in der Todeszelle sitzen. In den letzten 10 Jahren haben er
und seine Kollegen vom "Projekt Unschuld" (Innocence Project) in New
York 37 Männer aus ihren Zellen herausgeholt. Männer, die verurteilt
wurden, weil eine DNS-Analyse damals noch nicht möglich war oder
nicht zur Routine einer Mordkommission gehörte. Denn immer wieder
kommt es vor, daß Menschen aufgrund fragwürdiger Augenzeugen oder
schlampiger Ermittlungen der Polizei verurteilt werden.
    William Gregory ist eines der Opfer dieses Systems. Ihm ist dieser
Alptraum widerfahren, für ein abscheuliches Verbrechen verurteilt
worden zu sein, das er nie begangen habe, wie er immer verzweifelt
beteuerte. Im Gerichtsverfahren hat eine Wissenschaftlerin seine
Schuld angeblich eindeutig nachgewiesen - im Vergleich seiner Haare
mit jenen, die am Tatort gefunden wurden. Weil die sich unterm
Mikroskop sehr ähnlich sahen, wurde er verurteilt. Damals war kein
Genwissenschaftler vor Ort im Gerichtssaal, so daß über Gregorys DNS
nicht verhandelt wurde. Der Richter verurteilte ihn zu 70 Jahren
Gefängnis. Seine einzige Hoffnung waren die Gen-Jäger des
"Innocence-Projects" in New York: junge Anwälte und Jurastudenten,
die es schafften, Gregorys Haare einem erneuten Test unterziehen zu
lassen - diesmal auf der Basis der neuesten Erkenntnisse der
Gentechnik. Und in diesem Fall schafften die Genforscher, woran die
Rechtsprechung gescheitert war: die Wahrheit zu finden ...
    
    
    Montag, 1. Oktober 2001  (Woche 40)/03.09.2001
    
    13.30
                 Gen-Jäger (2/13)
        
                 Der Chip-Detektiv
    
    Der Freiburger Unternehmer Ulrich Birsner hat mit seiner Firma
"GENESCAN" eine aufsehenerregende Technologie entwickelt: den
Biochip. Auf diesem Chip ist ein Computerprogramm gespeichert, das
Tausende von Gentests gleichzeitig durchführen kann - und das auf
einem Glasplättchen von der Grösse einer Briefmarke. Von dem
Laboratorium auf einem fingernagelgroßen Chip erhofft Birsner, dass
er das perfekte  Instrument wird, um die Qualität unserer Nahrung,
unseres Wassers oder des Bodens zu überprüfen. Denn der Chip kann das
Erbgut von allem, was lebt, analysieren, also auch die DNS in unseren
Lebensmitteln - etwa von krankmachende Bakterien. Birsner ist auch
dabei, ein Programm zu entwickeln, mit dem Bauern selber herausfinden
können, ob auf ihren Feldern zum Beispiel genveränderter Mais wächst
- denn welcher Erzeuger weiß heute noch, welches Saatgut er wirklich
bekommt?

    Eine ganz neue Wendung bekommt seine Arbeit, als er den Hamburger Biologen Jochen Rehbein trifft. Rehbein, einer der renommiertesten deutschen Experten für Fische, will den Schwarzmarkt im Fischhandel in den Griff bekommen - und auch den für das teuerste Lebensmittel auf der Welt: Den Kaviar. In Russland ist Kaviarschmuggel und -fälschung mittlerweile ein millionenschweres Geschäft. Und es ist ein blutiges Verbrechen an einer Tierart, die 250 Millionen Jahre überlebte, und jetzt kurz vor dem Aussterben steht. Birsner nimmt die Herausforderung an: Er ist jetzt dabei, einen Mikrochip zu entwickeln, der zweifelsfrei herausfindet, ob das "schwarze Gold" wirklich das ist, was seine Händler behaupten.

    Das Geschäft für die Biochips verspricht eine Goldgrube zu werden. Mehrere Milliarden Dollar, so schätzen die Experten, wird das Geschäft mit den Prozessoren in Zukunft einbringen. Nicht nur den Bereich der Gesundheit, auch den der Medizin könnte der Biochip revolutionieren: Das kleine Glasplättchen könnte zum wichtigen Diagnostikinstrument für den Hausarzt der Zukunft werden.

    Mittwoch, 3. Oktober 2001  (Woche 40)/03.09.2001
    
    Geänderten Beitrag beachten!
    
    20.15    (VPS 20.14)
                 Der Große Abend mit Tony Marshall
                 Madeleine Wehle zu Gast bei Deutschlands
                 Stimmungsmacher Nummer eins
                 (Erstsendung: 22.10.2000, ORB)

    Freitag, 5. Oktober 2001  (Woche 40)/03.09.2001
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30    Fliege
                 Hochzeitsreisen
    
    
    Montag, 8. Oktober 2001  (Woche 41)/03.09.2001
    
    13.30    Gen-Jäger (3/13)
              
                 Die Invastion des Killertangs
    
    Es  sieht  aus  wie  aus  einem Science-Fiction-Film: eine fremde
Lebensform, dick,  grün und alles überwuchernd.  Caulerpa Taxifolia
ist eine Unterwasser- Alge, die zu einer gefährlichen Bedrohung
geworden für das gesamte Ökosystem im Mittelmeer ist. Denn unter der
Alge kann nichts anderes mehr leben: keine Wasserpflanzen,  keine
Schnecken und andere Weichtiere, keine Wirbeltiere und keine Fische.

    Derzeit  überzieht die Killeralge den Boden des Mittelmeers, und die Ozeane der Welt könnten als nächstes dran sein. Normalerweise wächst Caulerpa Taxifolia im Pazifik,  wo sie aber nicht diese zerstörerische  Eigenschaft  hat.  Ein  großes Aquarium in Europa importierte die hübsch anzusehende Alge. Im Jahr 1982 ließ das Museum für Ozeanographie in Monaco offenbar seinen Algenbestand ins Mittelmeer -  ein  zunächst  harmloser Vorgang,  der aber dann zur Katastrophe auswuchs, denn die Alge wuchs und wuchs. Der  Killertang ist nur das neueste Beispiel des Problems eingeschleppter Arten,  die zu  Eindringlingen und so zu heimlichen Zerstörern der Umwelt werden. In den USA alleine vermutet man über 7000 sogenannte invasive Arten, sowohl Pflanzen als auch Tiere. Sie einzudämmen, kostet derzeit 125 Milliarden Dollar im Jahr.

    Der  Schweizer  Genetiker Olivier Jusson und der französische Meeresbiologe Alexandre Meinesz fanden durch ihre DNS-Forschung heraus, dass die Killer-Alge  eine genetische Mutation ist. Indem sie die genetische  Struktur  des  Killers  erforschen,  hoffen sie, jetzt seine Schwachstelle zu finden. In den tropischen Gewässern,  wo die giftige Alge herkommt, hat sie einen einzigen natürlichen Feind: eine Nacktschnecke.  Die saugt den Saft der Alge aus und  trifft diese Mittelmeer-Mutation damit an ihrer empfindlichsten Stelle.. Ein Tier gegen eine invasive Art ins Spiel zu bringen,  nennt die Wissenschaft "biologische Kontrolle". Aber wie oft schon ging das schief - oft wurde die erhoffte Lösung dann zu einem noch größeren Problem. Noch können sie ihren kleinen Vampir,  die Nacktschnecke, nicht ins Mittelmeer einführen. Die Behörden zaudern, der politische Wille ist nicht da, und auch andere Wissenschaftler mäkeln an diesen Plänen herum - während der Killertang unterdessen weiterwuchert.

    Mittwoch, 10. Oktober 2001  (Woche 41)/03.09.2001
    
    20.15    Länder-Menschen-Abenteuer
        
                 Tahiti
        
                 Film von Gudrun Hanke-El Ghomri
    
    Trauminsel Tahiti - Wohl kaum ein Land ist seit über zwei
Jahrhunderten so sehr Inbegriff von Sehnsüchten und
Paradiesvorstellungen wie die französische Südseeinsel. Hier führen -
so der Mythos - schöne, gutherzige Menschen ein sorgloses Leben
inmitten einer paradiesischen Natur. Geschaffen wurde der Mythos
durch die enthusiastischen Reiseberichte europäischer Seefahrer wie
Louis-Antoine de Bougainville und James Cook, durch Schriftsteller,
Philosophen und Maler. Paul Gauguins berühmte Tahiti-Gemälde und der
Film "Die Meuterei auf der Bounty"verklärten endgültig das Bild
Tahitis.

    Der Film stellt die mythischste aller Inseln vor. Er kontrastiert
Mythos und gesellschaftliche Realität des heutigen Tahiti. Die
Dokumentation gibt Einblick in Alltag, Kultur und Lebensgefühl auf
der Insel, die zu Französisch- Polynesien gehört. Sie begleitet
Tänzer und Ruderer bei ihren Vorbereitungen auf den unbestrittenen
Höhepunkt des Jahres: das "Heiva i Tahiti"-Fest im Juni, besucht den
auf Tahiti lebenden Enkel Paul Gauguins, beobachtet die Arbeit auf
einer Perlenfarm, wo die weltberühmten schwarzen Perlen gezüchtet
werden und wirft auch einen Blick auf den Luxustourismus "à la
Tahiti".
    
    
    
ots Originaltext: SWR
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