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SWR produziert Fernsehfilme über das UNESCO-Denkmal am Bodensee Insel Reichenau jüngstes Weltkulturerbe

Baden-Baden (ots) - Die Kloster- und Gemüseinsel Reichenau im Bodensee wird am Mittwoch, 15. August offiziell in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Während eines Festaktes wird der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel die Ernennungsurkunde von der UNESCO entgegennehmen. Damit werden die über 1000-jährigen romanischen Kirchen von Niederzell, Mittelzell und Oberzell mit ihren wertvollen Fresken als jüngstes Kulturerbe in die inzwischen weltweit 690 Natur- und Kulturdenkmale umfassende Erbeliste der Pariser UNESCO aufgenommen. In Deutschland ist die Insel Reichenau das 24. Objekt auf dieser Liste, zu der unter anderen die Wartburg, der Kölner und Speyerer Dom, das Kloster Maulbronn oder die Völklinger Hütte zählen. Die Reichenauer Benediktinerabtei ist ein Musterbeispiel mittelalterlicher Klosterarchitektur in Zentraleuropa. Sie entwickelte sich im 10. und 11. Jahrhundert zu einem geistigen und kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches. Ihre Malschule prägte die europäische Kunstgeschichte des 10. und 11. Jahrhunderts. Der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden hat aus diesem Grund ein Porträt in seiner Fernsehreihe "Schätze der Welt. Erbe der Menschheit" über die Reichenau hergestellt, das am Sonntag, 6. Januar 2002 um 21.00 Uhr zum ersten Mal im Drei-Länder-Kanal 3sat zu sehen sein wird. Dieser Schätze-der-Welt-Film ist ein 15-minütiger Filmessay im 16:9-Kinoformat. Kennzeichen der inzwischen auf über 220 Weltkulturerbe-Filme angewachsenen Reihe ist der hohe Produktionaufwand mit Einzeletats von bis zu 150.000 Mark pro Beitrag. Durch einen weltweiten Filmrechteverkauf wird jedoch ein Großteil dieser Finanzierungssumme wieder eingespielt. Gerechtfertigt ist der hohe Produktionsstandard aber auch, weil der SWR weltweit der einzige mediale Partner der UNESCO ist, der das Weltkulturerbe verfilmt. Gleichzeitig wird mit der Fernsehreihe ein Filmarchiv für den internationalen Denkmalschutz bereitstellt, das den Status quo der Weltkulturstätten festhält. Gezeigt werden die Schätze-Filme neben der Ausstrahlung in 3sat auch im Südwestfernsehen, der Deutschen Welle, im Norddeutschen Fernsehen, im SFB-Fernsehen und auf Bayern alpha. Die Insel Reichenau wird darüber hinaus bereits am Dienstag, 25. September im Südwestfernsehen vorgestellt. In der Reihe "Schätze des Landes" läuft an diesem Tag um 21.00 Uhr bereits ein 30-minütiger Beitrag über die Bodenseeinsel. Das von der UNESCO als schützenswert erachtete Kulturgut auf der Reichenau umfasst im Wesentlichen die drei Kirchen der Insel. Das Münster St. Maria und Markus in Mittelzell ist darunter die größte der drei romanischen Kirchen. Als ehemalige Klosterkirche wurde sie im frühen 9. Jahrhundert erbaut. Zur dreischiffigen Basilika gehört eine reiche Schatzkammer mit Reliquien und Schreinen. Der Klostergarten geht auf Abt Walahfrid Strabo zurück, Verfasser des ersten deutschen Buchs über den Gartenbau. Aus seiner Feder stammt auch die "Visio Wettini", die Vision des Mönches Wetti. Eingerahmt in die apokalyptische Vision des Mönches Wetti spiegelt diese "göttliche Komödie" das christliche Weltbild des frühen Mittelalters wieder. Die Kirche St. Georg in Oberzell ist berühmt für die monumentalen ottonischen Wandmalereien aus dem 10. Jahrhundert. St. Peter und Paul in Niederzell liegt am anderen Ende der Insel. Bischof Egino von Verona stiftete die Kirche 793. Sein Anliegen war eher profan: er wollte seinen wohlverdienten Lebensabend am Bodensee verbringen. Bedeutend ist die romanische Apsismalerei, das letzte große und bis heute erhaltene Werk der Reichenauer Malschule. Zu den kunstgeschichtlichen Zeugnissen dieser Zeit gehören auch die einzigartigen Handschriften der Reichenau, die in Bilderzyklen das Neue Testament, das Leben Jesu und die Evangelien illustrieren. Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter www.swr.de/presse/news/index.html. Ein Foto der Kirche St. Georg im sommerlichen Oberzell finden Sie in Download-Qualität unter www.swr.de/presse/pressebilder/bilder.html ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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