SWR - Südwestrundfunk

Das Erste : Edgar Reitz dreht "Heimat 3" für das Erste
SWR hat Federführung

    Baden-Baden (ots) - Ein bedeutsames Stück Fernsehgeschichte findet seine Fortsetzung im Ersten: Unter Federführung des Südwestrundfunks (SWR) entsteht in Zusammenarbeit mit dem MDR, der Egdar-Reitz-Film-produktion und gefördert vom Land Rheinland-Pfalz sowie der BBC, dem EU-Förderprogramm Media II und anderen europäischen Partnern der dritte Filmzyklus von "Heimat". Die Dreharbeiten des Sechsteilers unter der Regie von Edgar Reitz beginnen im Februar 2002 in Berlin und im Hunsrück, dort im fiktiven Ort Schabbach. Geschrieben hat Edgar Reitz die Drehbücher zusammen mit Thomas Brussig ("Sonnenallee", "Helden wie wir"). "Mit "Heimat 3" realisiert die ARD nach "Der Laden", "Klemperer" oder "Jahrestage" eine weitere Großproduktion, die das Profil öffentlich-rechtlichen Fernsehens schärft", freut sich der Fernsehspielchef Dr. Dietrich Mack. Die Ausstrahlung von der "Chronik einer Zeitenwende", so der vorläufige Untertitel, ist für das Weihnachtsprogramm 2004 vorgesehen, die Dreharbeiten werden ca. 18 Monate in Anspruch nehmen.

    
    Die Handlung der neuen "Heimat" setzt mit dem Mauerfall am 9.
November 1989 in Berlin ein und verknüpft erstmals ost- und
westdeutsche Lebensläufe, sie endet mit dem Milleniums-Silvester.
Nachdem die ersten Erzählzyklen den Zeitraum vom ersten Weltkrieg bis
in die 60er Jahre umfassten, rückt nun das Jahrzehnt der politischen
Wende in den Mittelpunkt. Neben der Wiederbegnung mit vertrauten
Personen - wie den unglücklich Liebenden Hermann Simon und Clarissa
Lichtblau, werden die Zuschauer neuen Figuren begegnen, deren Wurzeln
jenseits der Mauer liegen. "Das Wort Heimat hat in den 90er Jahren
einen Bedeutungswandel erfahren, wir wollen diesen Veränderungen
nachspüren und Neues entdecken", sagt Regisseur Reitz. Die Besetzung
der einzelnen Filmrollen steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht
fest.
    
    Die international erfolgreiche und mit vielen Preisen überhäuften
ersten beiden Filmzyklen von Edgar Reitz sind 1984 und 1993 unter den
Titeln "Heimat. Eine deutsche Chronik" und "Die zweite Heimat. Die
Chronik einer Jugend" im Ersten ausgestrahlt geworden.
    
    Edgar Reitz (1932) ist einer der angesehensten deutschen
Filmemacher, der auch im Ausland höchste Achtung genießt. Er hat
bereits in den fünfziger Jahren begonnen, Filme zu drehen, war einer
der treibenden Kräfte des Neuen Deutschen Films und hat sich
insbesonders mit der kritischen Sichtung der deutschen Geschichte
einen Namen gemacht. Hierfür steht stellvertretend sein Beitrag
"Deutschland im Herbst" (1978) oder "Stunde Null" (1976), aber auch
mit sein filmisches "Fresko" deutscher Lebensläufe und
Befindlichkeiten in den ersten beiden Mehrteilern der "Heimat".

  
ots Originaltext: SWR
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