SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Mittwoch, 22. August 2001 (Woche 34)
(Woche 35)
(Woche 36)

Baden-Baden (ots) - 21.00 Schlaglicht SOS Mähdrescher! Wenn's bei der Ernte schnell gehen muss Den Verdienst eines halben Jahres in drei bis vier Wochen einfahren. 17 Stunden arbeiten- fünf Stunden schlafen. Wenn überhaupt. Staub schlucken und hinterm Steuer essen. Dabei immer hellwach bleiben, hinhören, ob die Maschine kein Wehwehchen hat, denn es wäre tödlich fürs Geschäft. Und das heißt: Dreschen, Getreidefelder abmähen, so schnell es geht. Es ist Erntezeit und jeder Bauer ohne Mähdrescher - und das sind die meisten, will der Erste sein, der sie sicher hat. Das nächste Gewitter kann die Arbeit eines Jahres vernichten. Lohndrescherei ist ein Geschäft mit vielen Unbekannten. Fritz Zimmermann aus Daudenzell betreibt es seit 25 Jahren. Seine Mähdrescherflotte füllt eine Halle, in der locker ein Passagierjet Platz hätte. Ende Juli dürfen die Drescher raus- die Messer scharf, der grün-rote Lack gewienert. Zuerst kommt die Rheinebene dran, wo das Korn am schnellsten reift, dann der Kraichgau und der südliche Odenwald und zum Abschluß fahren sie auf die "Rauhe Alb". Wenn alles glatt geht. Wenn nicht, bekommt es Tochter Petra ab. Die sitzt zu Hause am Funkgerät und versucht jeden Kunden schnell zu bedienen und wenn es sein muss, zu beruhigen. Doch wenn nichts mehr geht - dann wird sie auch mal laut. "Manche verstehen nur diese Sprache", sagt sie. Und nicht wenige haben sich hinterher entschuldigt. Es ist Erntezeit, da sind alle Landwirte nervös. Ein Balanceakt, denn verlieren will man keinen Kunden. Schließlich kann man jetzt mehr Geld verdienen als im Herbst und Winter mit Mais und Rüben zusammen. Montag, 27. August 2001 (Woche 35) Nachgeliefertes Thema beachten! 21.45 Teleglobus Messer im Kopf - Südafrikas Polizei und der Rassismus Anfang September findet in Südafrika eine weltweite Rassismus-Konferenz statt, ein Tagungsort mit Symbolcharakter. Denn die "Rassenfrage" hat in kaum einem anderen Land eine so große Rolle gespielt wie in Südafrika, dem ehemaligen Apartheid-Staat. Die Apartheid ist vorüber, aber auch heute noch bleibt die südafrikanische Gesellschaft gespalten. Wie in einem Brennglas kann man das bei einer Institution feststellen, die zum Sinnbild der Apartheid wurde: der südafrikanischen Polizei. Immer wieder gibt es Berichte von Polizeibrutalität und Amtsmißbrauch. Trauriger Höhepunkt war im letzten Jahr ein Video einer Polizeihunde-Einheit. Die weißen Beamten hatten ihre scharf gemachten Tiere auf mosambikanische Einwanderer gehetzt und das auch noch gefilmt. Dieses Video kursierte lange Zeit zu "Übungszwecken" in Polizeikreisen. Die Beamten der Einheit, die nun vor Gericht stehen, sind allesamt noch in Apartheid-Zeiten ausgebildet worden. Das heißt, sie wurden, ähnlich wie ihre Hunde, regelrecht scharf gemacht. Ihnen ist der Haß auf Schwarze antrainiert worden. 130 000 Personen zählt Südafrikas Polizei insgesamt, eine starke Truppe mit einem großen Rassismusproblem. Dieser Rassismus hat sich wie ein Messer in die Köpfe gebohrt und läßt sich jetzt nicht einfach herausoperieren. Die Polizeihierarchie versucht es dennoch mit neuen Ausbildungsmethoden, mit psychologischer Beratung und Gruppentherapien soll der Umbruch geschafft werden. ARD-Korrespondent Stefan Schaaf und sein Team zeigen in ihrer Reportage die schwierige Transformation in Südafrikas Polizeitruppe, sie sprechen mit den Beamten der Hundestaffel und begleiten Polizisten bei ihren Einsätzen. Dienstag, 28. August 2001 (Woche 35) Nachgeliefertes Thema beachten! 05.30 Teleglobus (WH) Messer im Kopf - Südafrikas Polizei und der Rassismus Sonntag, 2. September 2001 (Woche 36) 15.15 Eurobike aus Friedrichshafen Ob Mountainbike, Rennrad oder Velo mit Hilfsmotor. Die Messe Friedrichshafen präsentiert jedes Jahr die Neuheiten der Bike-Szene. Über 600 Aussteller aus 30 Ländern machen die Eurobike zum wichtigsten internationalen Fahrrad-Treffpunkt. Waghalsige Biker jagen mit qualmenden Pneus und glühenden Felgen durchs Messefreigelände. Sonja Schrecklein und Gerd Motzkus führen durchs Programm, das sich nicht nur um Fahrradtechnik, sondern auch um Lifestyle, Reise und die richtige Bekleidung dreht. Montag, 3. September 2001 (Woche 36) Nachgeliefertes Thema beachten! 21.45 Teleglobus Tanz auf den Gräbern - das neue Beirut Eine Reportage von ARD-Korrespondent Jörg Armbruster Als vor zehn Jahren der libanesische Bürgerkrieg zu Ende ging, war die Innenstadt Beiruts zu 25 Prozent zerstört. Heute - zehn Jahre später - stehen nur noch 40 Prozent der alten Beiruter Bausubstanz. Dem Frieden sind also mehr Häuser zum Opfer gefallen als dem Krieg. Dennoch ist die Stadt weitestgehend wieder aufgebaut. In einem Postkartenstil sagen einige Architekturkritiker, so schön wie noch nie zuvor, sagen die Befürworter des neuen Beiruts.Finanziell jedoch ist der Wiederaufbau ein Desaster. Wer vor acht Jahren investierte und Anteilsscheine der Wiederaufbau-Gesellschaft "Solidere " gekauft hat, hat fast die Hälfte dieser Investitionen verloren. Die neuen Wohn-und Büroräume stehen leer. Sie sind zu teuer, Beirut ist nicht mehr das alte Handels- und Bankenzentrum, das es einmal war. Doch das Vergessen des Bürgerkriegs haben die Beirutis fast erreicht. Eine große Anamnese hat stattgefunden, gegen die einige wenige Beirutis vorgehen. So etwa die Architektin Muna Hallak, die aus einem zerstörten Haus eine Erinnerungsstätte machen möchte und der Architekt Bernard Khoury, der durch eine fast zynisch anmutende Architektur die Beirutis zum Erinnern zwingen will. Discotheken auf Schlachtfeldern, vom Bürgerkrieg zerstörte Häuser als Restaurants sind die Beiträge gegen das kollektive Vergessen. Doch die meisten Menschen leben noch in Ruinen. Dienstag, 4. September 2001 (Woche 36) Nachgeliefertes Thema beachten! 05.30 Teleglobus (WH) Tanz auf den Gräbern - das neue Beirut ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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