SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Samstag, 4. August 2001 (Woche 32)
(Woche 33)
(Woche 34)
(Woche 35)

    Baden-Baden (ots) -      

    Geänderten Beitrag beachten!
    
    22.05    (VPS 22.04)
                 Dr. Illegal
                 Deutsche Doktortitel gegen Geld
                 Ein Film von Eric Friedler
    
    Ein Doktortitel bedeutet in vielen Branchen höhere Gehälter und
bessere Aufstiegschancen. Dazu kommt das Prestige: Wer einen "Dr."
vor dem Namen hat, dem öffnen sich im Leben viele Türen. So mancher
möchte diese Vorteile nutzen, ohne sich jedoch den Mühen
wissenschaftlicher Arbeit zu unterziehen. In früheren Zeiten boten
Titelhändler diesem Personenkreis Doktortitel aus dem Ausland an.
Doch inzwischen weiß jeder Personalchef, dass Promotionsurkunden
einer obskuren Universität in einer Bananenrepublik nicht viel Wert
haben. Wer dagegen die Promotion an einer deutschen Hochschule
vorweisen kann, der genießt das ersehnte Ansehen.
    
    Deutsche Doktortitel sind begehrt und wo Nachfrage herrscht, da
finden sich auch schnell Anbieter. Promovieren an einer deutschen
Universität versprechen so genannte Promotionsberater. Ghostwriter
bieten ganz unverblümt die Abfassung von Doktorarbeiten an. Wer es
sich leisten kann, lässt schreiben und erspart sich damit circa drei
Jahre wissenschaftliche Forschungsarbeit, die normalerweise die Basis
jeder Promotion ist.

    Ihre Kunden finden Promotionsberater und Ghostwriter durch
Anzeigen in Zeitungen und im Internet. Bis zu 100.000 Mark kann der
Doktortitel einer deutschen Universität kosten, inklusive Doktorvater
und Dissertation. Wie diese Dienstleistung im Umfeld der Hochschulen
blüht und gedeiht, dass zeigt der Film "Dr. Illegal" von Eric
Friedler. Während der Recherche entlockte der Autor
Promotionsberatern und Ghostwritern Details über ihr lukratives
Geschäft.
    
    Zu diesem gehört auch, dass Professoren mitverdienen. Denn ohne
Doktorvater geht im Promotionsgeschäft gar nichts. Neue Computer,
Bücher oder Kongressreisen überzeugen so manchen deutschen
Hochschullehrer, Kunden eines Promotionsberaters als Doktoranden
anzunehmen und möglichst schnell durch das Promotionsverfahren zu
schleusen.
    Legal ist das nicht: Jeder Professor, der einen Doktoranden nur
deswegen annimmt, weil sich daraus finanzielle Vorteile ergeben,
macht sich strafbar als Vorteilsnahme im Amt. Doch Promotionsberater
kennen Mittel und Wege, ihre illegalen Geschäften zu vertuschen.
    
    "Dr. Illegal - deutsche Doktortitel gegen Geld" zeigt, dass es
sich hier längst nicht mehr um ein Randphänomen handelt. Der Deutsche
Hochschulverband schätzt, dass jährlich rund 350 Promotionen in
Deutschland auf den illegalen Dienstleistungen von Promotionsberatern
und Ghostwritern beruhen. Der Film bietet aber nicht nur einen
Einblick in die Geschäftspraktiken der Doktormacher, sondern auch in
die deutschen Hochschulen. Die Kommerzialisierung der Wissenschaft
und die Massenuniversität ermöglichen erst die Grauzone, in der sich
bis jetzt Promotionsberater und Ghostwriter ganz unbehelligt tummeln
konnten.
    
    Sonntag, 12. August 2001  (Woche 33)
    
    Die lange Nacht des Mauerbaus
    Reportagen und Dokumentationen zum Symbol der deutschen Teilung
    
    Das Jahr 1961 bedeutete für die Weltpolitik und ganz besonders für
Deutschland die tiefste Zäsur seit 1945. Im Juli1961 verkündete der
amerikanische Präsident Kennedy in einer Fernsehansprache die Haltung
Amerikas in der Berlinpolitik, die die Anerkennung Ostberlins als
Herrschaftsgebiet der damaligen Sowjetunion bedeutete. Am 13. August
schloss die DDR über Nacht die Grenzen zum freien Teil Berlins: Der
Bau "der Mauer" sollte den immer stärker werdenden Flüchtlingsstrom
in den Westen endgültig abschneiden. Zunächst trennten Drahtzäune
West- und Ostberlin, dann eine behelfsmäßige Sperrwand aus
Hohlblocksteinen. Kurz darauf wurde die Mauer in Beton gegossen.Zum
40. Jahrestag des Mauerbaus zeigt das Südwestfernsehen eine Auswahl
einfühlsamer Reportagen und spannender Dokumentationen.
    
    23.25    Auswärts
                 Das grenzenlose Magazin
                 (Erstsendung: 29.09.1999, HR)
    
    "Auswärts" bildet den Auftakt der langen Filmnacht. Fast 30 Jahre
schien die Öffnung der Mauer und eine Ausreise für die Menschen im
Osten in unerreichbarer Ferne zu liegen bis zur Wende 1989. Ingo
Nathusius blickt auf die dramatischen Ereignisse in der Prager
Botschaft 1989 zurück, berichtet in seinem Film vom Abend, als
Hans-Dietrich Genscher den Flüchtlingen im Palais Lobkowicz
bekanntgibt, dass sie ausreisen dürfen. Unter ihnen auch die Erfurter
Familie Michael, die mehrere Wochen im Garten der Botschaft
ausgeharrt hatte und 1999 im hessischen Wettenberg lebt.
    
    00.00    Fluchtgeschichten
                 Versuche die Mauer zu überwinden
                 (Erstsendung: 11.08.1996, B1)
    
    Karin Ludwig spannt in "Fluchtgeschichten" einen Bogen über drei
Jahrzehnte Berliner Mauer. Zwischen Mauerbau und -abriss wagten immer
wieder Menschen, deren Sehnsucht nach Freiheit größer war als die
Angst vor dem Tod, einen Fluchtversuch. Mehr als 200 von ihnen haben
den Versuch mit dem Leben bezahlt, 80 allein an der Berliner Mauer.
Der Film kontrastiert die Schilderungen von Zeitzeugen mit den
Meldungen des DDR-Fernsehens.
    
    00.45    Allein auf eigenen Füßen
                 Fünf deutsche Schicksale zwischen Ost und West
                 Ein Film von Susanne Bausch
                 (Erstsendung: 01.10.1994)
    
    In "Allein auf eigenen Füßen" stellt Susanne Bausch fünf
DDR-Flüchtlinge vor, die über ihr Leben vor und nach der
Wiedervereinigung berichten und aus ihrem Alltag in Westdeutschland
erzählen.
    
    02.15    Die Mauer - Eine deutsche Geschichte
                 Beton und Stacheldraht
                 (Erstsendung: 22.09.1999, Das Erste)
    
    Jens Nicolai lässt im folgenden Film den Mauerbau noch einmal
Revue passieren. Die geheimen Vorbereitungen der DDR-Organe,
Ulbrichts Dementi und die Absperrung der Sektoren spiegeln die
Realität der deutschen Teilung wider. Ehemalige Grenzsoldaten
erinnern sich an den deutsch-deutschen Alltag zwischen Wachtürmen und
Minenfeldern. Berichte von Zeitzeugen ergänzen die Erinnerungen.

    03.00    Der Tunnel
                 Eine Dokumentation von Marcus Vetter
                 (Erstsendung: 06.11.1999)
    
    Die lange Nacht des Mauerbaus endet mit dem Film der Reihe Debüt
im Dritten "Der Tunnel". Grimme-Preisträger Marcus Vetter entführt
die Zuschauer in dieser Semidokumentation in die beklemmende Zeit
kurz nach dem Mauerbau. Im September 1962 wurde ein Tunnel von West-
nach Ostberlin gegraben. Organisatoren der Aktion waren vier Berliner
Studenten, die Angehörige aus dem Osten befreien wollten. Vor der
Kamera rekonstruieren die Vier und ein Geretteter die Geschichte des
Tunnels.

    Samstag, 18. August 2001  (Woche 34)
    
    Entfallenden Obertitel beachten!
    
    20.15    Ein Walzer für Dich
                 (Ich heiße Benjamin)
                 Spielfilm BRD 1934

    Dienstag, 28. August 2001  (Woche 35)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    21.45    Blickpunkt Europa
                 Antiochia freut sich auf Europa
    
    Bis ins Irreale steigern sich nach der jüngsten Währungskrise die
Hoffnungen der Türken auf einen baldigen EU-Beitritt. Denn mehr
Wohlstand, das wissen auch die Menschen im biblischen Antiochia,
können sie sich alleine nur schwerlich schaffen. Hier an der
syrischen Grenze im Zwei-Strom-Land wäre dann die Grenze der EU, wenn
die Türkei ihr Mitglied würde. Antiochia hat 50 Moscheen und
Minarette, auch christliche Kirchen. Schon Petrus und Paulus haben
hier gepredigt. Heute leben hier Moslems und Christen einträchtig
nebeneinander.
    
    "Das Leben, das die Europäer führen und deren soziale Rechte, die
wollen wir hier auch haben", sagt der Gewürzhändler im Basar. Die
Gymnasiastin in Schuluniform zeigt sich selbstbewusst: "Auch wir
sollten in Europa mitreden können. Schließlich haben auch wir etwas
einzubringen, genau wie die anderen auch". Und der erfolgreiche
Baumwollfabrikant kritisiert die Beitrittsbedingungen der EU: "Man
kann nicht fordern, 'Du musst die Inflation und die
Staatsverschuldung stoppen, erst dann helfen wir Dir.' Nein, die EU
muss kommen, uns dabei zu helfen".

    Mittwoch, 29. August 2001  (Woche 35)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    05.30    Blickpunkt Europa (WH)
                 Antiochia freut sich auf Europa
                 (Erstsendung: 28.08.2001)

ots Originaltext: SWR
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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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