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Südwestrundfunk (SWR): Südwestfernsehen prangert laschen Umgang mit illegealer Beschäftigung an: Schwarzarbeit bleibt weitgehend unbestraft

    Baden-Baden (ots) Der Südwestrundfunk (SWR) hat für eine Fernsehdokumenation im Südwestfernsehen herausgefunden, dass Schwarzarbeit in Deutschland weitgehend unbestraft bleibt. Im Rahmen von Recherchen für den Beitrag "Fahnder auf verlorenem Posten" der SWR-Reihe "Schlaglicht" am Mittwoch, 25. Juli um 21.00 Uhr im Südwestfernsehen hat Redakteur Thomas Leif aus Mainz festgestellt, dass lediglich 20 Prozent der in Deutschland verhängten Bußgelder gegen Scharzarbeit eingezogen werden. Die Bundesanstalt für Arbeit verhängte im Jahr 2000 Bußgelder in Höhe von 325 Millionen Mark. Davon seien nur 70,31 Millionen Mark eingezogen worden. Diese säumige Bilanz werde von den Behörden meist verschwiegen, so das Fazit der SWR-Reportage. Ferner sei das Behördenwirrwarr und das bürokratische Nebeneinander zahlreicher Behörden ein Nachteil bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit, stellt die SWR-Dokumenation fest. Insgesamt wurden im Jahr 2000  643 Milliarden Mark illegal durch Scharzarbeit in Deutschland erwirtschaftet. Handwerks-Präsident Dieter Philipp spricht in diesem Zusammenhang von "dem am stärksten boomenden Wirtschaftszweig" und zählt fünf Millionen "Vollzeitschwarzarbeiter" in Deutschland auf.          Für die SWR-Reportage über Schwarzarbeit in Deutschland hat Thomas Leif die Arbeit der behördlichen Fahnder in Berlin genauer unter die Lupe genommen. Bei der Beobachtung der dortigen "Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit", die bundesweit als Vorbild gilt, konnte sich der SWR-Autor gleichzeitig vom mühsamen behördlichen Kampf gegen die Schwarzarbeit überzeugen. Die Wahrscheinlichkeit entdeckt und bestraft zu werden, liege im Promillebereich. Denn oft fehlten die Beweise, weil etwa illegal Arbeitende die Namen ihrer Arbeitgeber nicht nennen. Das Unrechtsbewusstsein sei zudem kaum vorhanden, so Leifs Reportage weiter. So sagt Viktor Kuschner aus Kasachstan, der bereits einmal abgeschoben wurde, in der SWR-Reportage unumwunden, dass er nach der Auslieferung wieder zurück nach Deutschland kommen wolle. Die Fahnder reagierten auf den Kreislauf zwischen Abschiebung und der Rückkehr nach Deutschland meist hilflos.          Trotz dieser schlechten Umstände wolle der Staat nach Angaben der SWR-Dokumenation nun Flagge zeigen und bis Ende des Jahres mit 2.500 Zollbeamten und 2.900 Mitarbeitern der Bundesanstalt für Arbeit den Schwarzarbeitern überall in Deutschland nachstellen lassen.

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