SWR - Südwestrundfunk

Das Erste
Tabubruch im HipHop-Tatort?
SWR-Tatort-Redaktion bietet Plattform für neue Genre-Entwicklungen

Baden-Baden (ots) - Ein ungewöhnlicher Tatort war am gestrigen Sonntag auf den Bildschirmen zu sehen. Vordergründig war es ein Kuss zwischen zwei Frauen, der als "Tabubruch im Tatort" von der Presse betitelt wurde. Geküsst hatte die Ludwighafener Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) die Zeugin Mona (Sandra Borgmann), um das nähere Hinsehen eines Polizisten zu verhindern. Er hätte die beiden Frauen sonst beim illegalen Sprayen erwischen können. Die selbstironische Spitze der Kommissarin nach dem Kuss ("Das hilft immer") ist aber nur ein Detail in der filmästhetisch besonderen Inszenierung des SWR-Krimis. Denn gedreht hat den Tatort der Regisseur Dominik Reding, einer der beiden Brüder, die gerade erst mit dem Kinofilm "Oi! Warning" viel Lob von der Filmkritik erhielten. Ihre authentische Darstellung des Skinhead-Milieus war einer der Gründe für die SWR-Tatort-Redaktion und den Tatort-Produzenten Ulrich Herrmann wieder einmal etwas zu wagen in der Krimi-Reihe im Ersten: "Es gehört zur Philosophie des Odenthal-Tatortes, das Genre immer wieder aufzubrechen und selbstbewusst zu definieren. "Tod im All" (1996), "Der kalte Tod" (1998): Das sind Folgen, die in gewagten, spektakulären Milieus spielen und noch nach Jahren fest in der Erinnerung unserer Zuschauer verankert sind. Ich bin überzeugt, dass die Tatort-Fangemeinde ihren Ursprung in eher ungewöhnlichen, tabubrechenden Geschichten hat, von der "Reifeprüfung" bis zum singenden Krug. Was gestern noch unerhört war, wird schon heute als selbstverständlich angenommen. Es ist dabei typisch für den SWR, mit jungen Kinoregisseuren zusammenzuarbeiten, von Nina Grosse und Connie Walther bis Miguel Alexandre und Martin Eigler. Der SWR hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unikate zu produzieren. "Fette Krieger", inszeniert von Dominik Reding, ist eine radikale kleine Geschichte im HipHop-Milieu, mit einer bestechenden, eigenwilligen Bildsprache und viel Witz, wie ich finde. Dieser Tatort richtet sich dabei bewusst an jüngere Tatort-Fans. Aber auch an Ältere, die im Herzen jung geblieben sind. Redings Regie bewegt sich mutig an der Grenze des Genres, ohne sie allerdings zu verletzten. Sein Tatort bedeutet für mich einen Prestigeerfolg für die ganze Reihe, der sich, den Erkenntnissen der Medienforschung folgend, für die Zukunft auszahlen wird. Im Übrigen: Eine lesbische Kommissarin wird es nicht geben. Eine Frau, die eine andere Frau liebt... warum nicht, wer weiß. Der Odenthal-Tatort und seine Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts sind mir viel zu schade, um sie zu einem trockenen Stück Programm zu machen." Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.swr.de/presse/news/index.html ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gabi Schlattmann, Tel.: 07221/929-3273. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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