SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): So spielt das Leben
Neue fünfteilige Doku-Serie im Südwestfernsehen

Baden-Baden (ots)- Baden-Baden. Der Südwestrundfunk (SWR) startet am Montag, 2. Juli 2001, um 21.00 Uhr in seinem dritten Fernsehprogramm das Sommer-Highlight "Broadway Bruchsal". Das ist eine Dokumentationsserie in fünf halbstündigen Teilen über Schauspielerträume in der Provinz. Die neue SWR-Reihe schildert den Alltag vor und hinter den Kulissen der Badischen Landesbühne Bruchsal, des kleinsten Theaters in Baden-Württemberg. Die Autoren sind die renommierten Filmemacher Dominik Wessely und Marcus Vetter. Vetter ist für seine Dokumentation "Wo das Geld wächst" gerade zum zweiten Mal in Folge mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Wessely hat sein Talent für liebevoll-ironische Alltagsbeobachtungen mit der Kamera vor allem durch seinen Dokumentarfilm "Die Blume der Hausfrau" unter Beweis gestellt. Die Doku-Serie "Broadway Bruchsal" wird in der Woche vom 2. bis 7. Juli von Montag bis Donnerstag jeweils um 21.00 Uhr und am Samstag um 21.50 Uhr im Südwestfernsehen ausgestrahlt. Im Zentrum der Geschichten stehen Erfolg, private Träume und bittere Niederlagen der einzelnen Schauspieler, aber auch aller anderen Beschäftigten am Theater: Die 28-jährige Antje Schmiele, die unbedingt die Provinz verlassen will und auf ein Engagement an einem großen Theater hofft, hält sich mit verschiedenen Jobs über Wasser: Vormittags spielt sie Kindertheater, abends singt sie in einer Schlager-Revue. Daneben schreibt sie unzählige Bewerbungen, da sie langsam Panik bekommt, für immer in einer Kreisstadt zu versauern. Ihre gleichaltrige Kollegin Yvonne Zipperle ist neu im Ensemble des Bruchsaler Kinder- und Jugendtheaters. Früher verdiente sie ihre Brötchen als Stewardess. Jetzt steht sie im Weihnachtsmärchen "Die Schöne und das Tier" in der Rolle der Schönen auf der Bühne. Yvonne fühlt sich dennoch in der Truppe benachteiligt und vor allem von Antje gemobbt. Diese und andere Mitglieder des Bruchsaler Ensembles sind die Hauptfiguren der neuen SWR-Produktion, die sich fernab von fiktionalen Serien wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" oder "Marienhof" bewegt. Der SWR probiert mit "Broadway Bruchsal" das relativ junge Fernsehformat der Doku-Serie erstmals aus. Damit entsteht ein Dokumentarfilm als Fortsetzungsgeschichte. An die strenge Dramaturgie von sogenannten Fernsehsoaps fühlen sich die Macher nicht gebunden. Gemeinsam mit diesem Genre ist der Doku-Serie nur die Vorliebe für das alltägliche Sujet: Ihre Helden sind die kleinen Leute, die manchmal Großes leisten. "'Broadway Bruchsal' ist eine Liebeserklärung an all jene, die niemals in den Feuilletons der großen Tageszeitungen auftauchen. Die täglich aber alles geben, damit möglichst viele Menschen begreifen, was Theater sein kann: die Kunst des lebendigen Augenblicks", erklärt die zuständige Redakteurin Martina Zöllner das Konzept der neuen SWR-Serie. An der Landesbühne in Bruchsal zählt - wie überall anders auch - das Handwerkszeug eines Schauspielers. Jedem Künstler wird die ganze Bandbreite abverlangt: von Shakespeare bis Schlager, von Brecht bis Boulevard. Die Landesbühne ist im Bruchsaler Bürgerzentrum untergebracht. Wo nachmittags die örtliche Schornsteinfegerinnung ihre Bezirksversammlung hatte, feiert am selben Abend "Kabale und Liebe" Premiere. Oft spielt man ohnehin auf anderen Bühnen der Region, in den Mehrzweckhallen, Bürgerhäusern, Turnhallen und Klassenzimmern des Bruchsaler Hinterlandes. Die Badische Landesbühne Bruchsal gibt es seit mehr als 50 Jahren. Ganze 16 Mitglieder zählt das Ensemble. 17 Gemeinden und vier Landkreise sind Mitglieder des eingetragenen, gemeinnützigen Trägerverbandes. Das Einzugsgebiet der Bühne reicht von Bad Bergzabern bis Bretten, von Walldürn bis Wertheim, der nördlichsten Stadt des Spielgebiets. Die Bruchsaler Landesbühne ist damit der größte Kulturanbieter Nordbadens. 1998/99 brachte es das Ensemble auf über 400 Aufführungen. Der Spielplan bietet neben Theaterklassikern wie "Kabale und Liebe" vor allem Komödien, Show-oder Revuestücke. Seit 1980 hat das Haus in Bruchsal ein eigenes Kinder- und Jugendtheater. Sechs junge Schauspieler machen sich fast jeden Morgen im Kleinbus auf, um die 350 Schulen im Umland abzuklappern. Für viele Kinder ist dies die erste Begegnung mit dem Theater überhaupt, und man steht stark in Konkurrenz zum Fernsehen und anderen Medien. Das Land Baden-Württemberg fördert seine Landesbühnen, doch die Kassen der öffentlichen Hand sind nicht besonders voll. Das bekommt man auch in Bruchsal zu spüren. Die jährlichen Landeszuschüsse wurden seit 1993 nicht mehr erhöht. Mehrausgaben von insgesamt 600.000 Mark hat die Landesbühne seitdem aus eigener Kraft auffangen müssen. Dies war vor allem durch Stellenabbau und viel Phantasie und Kreativität zu schaffen. "Die Grenze des Machbaren ist jetzt erreicht", so Theaterintendant Carsten Ramm. Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.swr.de/presse/news/index.html. Fotos zu "Broadway Bruchsal" finden Sie in Download-Qualität unter http://www.ard-foto.de ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: