SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 29. Juni 2001 (Woche 26)

Baden-Baden (ots) - 23.15 Nachtkultur Moderation: Markus Brock Die Themen: Ein Entertainer aus Leidenschaft - Peter Alexander wird 75 Seine Karriere begann 1948 mit einem Engagement am Wiener Burgtheater, 1951 folgte die erste Schallplatte und 1952 stand er für seinen ersten Film vor der Kamera. Jahrzehntelang sang, tanzte, schauspielerte, parodierte und moderierte sich Peter Alexander durch die deutschprachige Unterhaltungslandschaft: Zu seinen erfolgreichsten Filme zählen "Charleys Tante" und "Die Abenteuer des Grafen Bobby". Der Entertainer sorgte bis in die 80er Jahre für Topeinschaltquoten und erzielte hohe Schallplattenumsätze mit Liedern wie "Das machen nur die Beine von Dolores" oder "Die kleine Kneipe". Heute ist es ruhig geworden um den einstigen Publikumsliebling, der am 30. Juni seinen 75. Geburtstag feiert. "Nachtkultur" gratuliert und zeigt die Höhepunkte seiner Karriere. Mobilität oder Statussymbol - Das Auto drängt in die zeitgenössische Kunst Teil 1 der Ausstellungstrilogie "Du sollst Dir ein Bild machen" hatte den Titel "Big Nothing" und reflektierte das Nichts in der Kunst. Jetzt steht Teil 2 an, und dieses Mal geht es um das Auto. Ob Gemälde, Installationen, Fotografien, Video- oder Medienarbeiten: Seit es das Automobil gibt, beschäftigen sich auch die Künstler mit dem Statussymbol. "Ich bin mein Auto" stellt die Frage nach der Identifikation des Menschen mit der von ihm geschaffenen Technik. Sabine Willkop hat sich die künstlerische Wagenschau in der Kunsthalle Baden-Baden angesehen. Die Welt, eine Bühne - Otto Sander zieht durch Berlin Ohne ihn wäre die deutsche Film- und Theaterlandschaft um einen Charakterdarsteller ärmer. Dabei wollte Otto Sander eigentlich Regisseur werden, als er in den 60er Jahren in München unter anderem Theater- und Literaturwissenschaft studierte. 1964 nahm er schließlich Schauspielunterricht an der Otto-Falckenberg-Schule, und ab 1966 begann seine Laufbahn als Theaterschauspieler. Richtig bekannt wurde Otto Sander durch seine Filmrollen, als ewig betrunkener Trompeter Meyn in Schlöndorffs "Blechtrommel" (1978) oder als Ritterkreuzträger Thomsen in Wolfgang Petersens "Das Boot" (1980). Bis heute pendelt Otto Sander zwischen Theaterbühne, Filmset und Synchronstudio. Am 30. Juni feiert er 60. Geburtstag. Manfred Heinfeldner begleitet den Jubilar durch sein Berlin. Der etwas andere Stadtführer - Paul Austers "Mein New York" als Hörbuch Paul Auster ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur und genau genommen Stadtführer. Kaum ein zweiter hat uns New York so lebendig und sinnlich nahe gebracht wie er - mit Romanen wie "Mond über Manhattan" und der "New York Trilogie". Austers Drehbuch "Smoke" avancierte sofort zum Kultfilm über seinen Lieblingsstadtteil Brooklyn und dessen schrullig-sympathische Bewohner. In "Mein New York" sind die besten Geschichten und Gedanken über Austers Stadt zusammengefasst. Jetzt ist "Mein New York" auch als Hörbuch erschienen, gelesen von dem Schauspieler Charles Brauer, bekannt als Kommissar Brockmöller vom NDR-Tatort. Samstag, 30. Juni 2001 (Woche 27) 13.45 Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Berliner Museumsinsel, Deutschland Preußens Schatzkammer Ein Film von Thomas Uhlmann Die Berliner Museumsinsel mit ihren fünf großen Sammlungsgebäuden, dem Alten und dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie, dem Pergamon- und dem Bodemuseum bildet mitten in Berlin ein historisch gewachsenes Ensemble. Im Verlauf von 100 Jahren vollendet, spiegelt sie die architektonischen und museumspolitischen Vorstellungen mehrerer Generationen wieder. Die Museumsinsel war und ist auch ein Manifest deutscher Kulturpolitik. Im Krieg stark zerstört, wird sie heute denkmalgerecht wieder aufgebaut und restauriert. Dabei gilt es, die Rekonstruktion und den Kriterien des Denkmalschutzes zu vereinen. Abweichend von originalen Plänen, aber nicht vom Geist der Anlage, wird eine archäologische Promenade die Museumsgebäude verbinden. Die Sammlungen werden miteinander in Beziehung treten. Übergänge und Verzweigungen geben neue Einblicke in die Kulturen der Völker. Die Museumsinsel, über 100 Jahre lang gebaut, Spielwiese von Monarchen und Ideologien, zerschnitten von Eisenbahn, Eitelkeit und Museumsstreit, die Prachtbauten, die sich einander gram den Rücken zuwenden, sie werden bald eine Einheit. Die Berliner Museumsinsel wird endlich zum Gesamtkunstwerk, zur Schatzinsel. Samstag, 30. Juni 2001 (Woche 27) 14.00 Bilderbuch Deutschland Wuppertal Wuppertal ist die Stadt der Schwebebahn. Diese ist ein Verkehrsmittel der besonderen Art, einzigartig in der Welt: 13,3 Kilometer schwebt die Bahn über der Wupper durch die Stadt, einen "stahlharten Drachen mit sprühenden Augen" nannte die in Wuppertal (Elberfeld) geborene Dichterin Else Lasker Schüler die Schwebebahn und setzte ihrer Stadt mit dem Drama "Die Wupper" ein literarisches Denkmal. Seit ihrer Einweihung 1901 galt die Bahn nicht nur als einzigartig, sondern auch als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Dann passierte das erste große Unglück: Nach Renovierungsarbeiten am Gerüst stürzte eine Bahn in die Wupper - traurige Bilanz: fünf Tote. In erzählten Geschichten und gelebter Geschichte kristallisiert sich das Porträt einer Stadt der Gegensätze: ein langgestrecktes Tal mit Fabriken, Schornsteinen, Schiederhäusern, hineingeschnitten in grüne Hügel mit Wäldern und Wiesen. Industrie und Idylle liegen dicht beieinander. Dort blühten Frühkapitalismus und Frühsozialismus, lag die Keimzelle der Bekennenden Kirche während des Nationalsozialismus - dort wurde auch eines der ersten Konzentrationslager errichtet. Pietistische Kunstfeindlichkeit prägt diese Stadt ebenso wie großbürgerlicher Kunstsinn. Große Namen - gestern wie heute - prägen diese Stadt: Bundespräsident Johannes Rau, der seine Liebe zur Heimatstadt Wuppertal bekennt, und Pina Bausch, die weltberühmte Choreografin, die Wuppertal zur "Heimat des Tanztheaters" machte. Ein Bilderbuch über eine Stadt, die "keine Sonntagsstadt" ist. Samstag, 30. Juni 2001 (Woche 27) 22.20 Frank Elstner: Menschen der Woche Die Gäste: Johannes Heesters: Der Grandseigneur der Unterhaltung feiert dieses Jahr sein 80. Bühnenjubiläum. Obwohl er schon 97 ist, denkt er nicht ans Aufhören. Am 19. Juli steht er zusammen mit seiner Frau Simone Rethel wieder auf der Bühne. Er wird die neue Heilbronner Komödie mit seinem Stück "Ein gesegnetes Alter" einweihen. Günter Netzer: Seine lange Haare sind ebenso berühmt wie seine Fußballkunst. Günter Netzer war Fußballprofi bei Borussia Mönchengladbach und bei Real Madrid. Legendär war sein Tor im Pokalfinale 1973, als er sich selbst einwechselte und das entscheidende Tor für die Borussia schoss. Heute hat er die Seiten gewechselt und ist einer der herausragenden Sportkommentatoren im Fernsehen. Seine treffenden, manchmal auch etwas ironischen Kommentare im Zusammenspiel mit Gerhard Delling haben ihn bei den Zuschauern sehr beleibt gemacht. Was treibt den ehemaligen Profi an, diese offene Art der Kritik am deutschen Fußball auszusprechen? Wie sieht er die Zukunft des deutschen Fußballs? Gerhard Delling: Er ist das bekannteste Gesicht der ARD-Sportberichterstattung. Der ausgewiesene Fußball- und Leichtathletikexperte kommentiert zusammen mit Günter Netzer für die ARD die Spiele der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Das Zusammenspiel der beiden Experten ist von sehr großen Unterhaltungswert, manchmal ist die Halbzeit interessanter und spannender als das Spiel selbst. Diese Kommentierungsart wurde vor zwei Jahren sogar mit dem Grimme-Preis belohnt. Claus Hipp: Nach BSE-Krise und Maul- und Klauenseuche wird allenthalben ein Umdenken in der Landwirtschaft gefordert. Was sagt der Mann, der als Vorreiter des biologischen Anbaus und der artgerechten Tierhaltung gilt. Claus Hipp ist Unternehmer und Maler, Landwirt und Professor für Marketing sowie Kunstlehrer. Sonntag, 1. Juli 2001 (Woche 27) 18.15 Was die Großmutter noch wusste (257) Kochen wie in Masuren Seen, unendliche Wälder, Ährenfelder im Wind bis an den Rand des Horizonts, Städte voll alter Kultur und Tradition: Das findet man in Ostpreußen. Kathrin und Werner, von Natur aus neugierig, haben beschlossen, nach so vielen Stippvisiten im Süden einmal in den mitteleuropäischen Nordosten zu schauen. Wie kocht man in Ostpreußen? Die alten Kochbücher haben ihnen eine lustvolle kulinarische Reise ermöglicht. Sonntag, 1. Juli 2001 (Woche 27) 22.35 Wortwechsel Thomas Reimer im Gespräch mit Nina Hagen (Sängerin) Sie wurde im Lauf der Jahre mit unzähligen Klischees belegt: Nina Hagen, die "schrille Punklady", "Provokateurin" und "Schnodder-Schnauze". Die Sängerin und Schauspielerin hat dazu nicht wenig selbst beigetragen, als sie etwa in den 70er Jahren in einer Talk-Show masturbierte. Die Zeiten, in denen sich so Aufsehen und Empörung erregen ließen, sind vorbei. Heute versucht sie, ihrem Publikum die indische Spiritualität nahe zu bringen, die sie vor einigen Jahren entdeckte. Eine Grenzgängerin ist Nina Hagen seit ihrer Übersiedlung aus der DDR in die Bundesrepublik 1976 aber immer geblieben: Musikalisch lebt sie zwischen Rock und Sopran, geistig sieht sie sich als "Welt-, Kosmos- und Jenseitsbürgerin". Nina Hagen im Gespräch mit Thomas Reimer. Nina Hagen wurde 1955 in Ost-Berlin geboren. Als Sängerin und Schauspielerin begann sie in der DDR früh Karriere zu machen, gefördert durch ihre Mutter Eva-Maria Hagen. Als deren Lebensgefährte Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wurde, ging auch Nina Hagen in die Bundesrepublik. Sie setzte ihre musikalische Laufbahn fort, zunächst mit der "Nina Hagen Band", später solo. Neben ihrem Beruf engagierte sie sich immer wieder politisch, so etwa gegen die Apartheid in Südafrika und gegen Tierversuche. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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