SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 15. Juni 2001 (Woche 24)

Baden-Baden (ots) - 21.45 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Gott, Geister, Götzen - neue Sehnsucht nach dem Glauben? Mit Engeln sprechen oder Gott um Hilfe bitten, Verstorbene um Rat fragen oder Tarotkarten legen - was die einen tagtäglich tun, ist für die anderen abstruser Unsinn. Tatsache ist: es wächst die Gemeinde derer, die zur Religion kommen oder in die Esoterik fliehen. Offensichtlich fehlt in unserer Gesellschaft etwas - der Turbokapitalismus, die New Economy, die Designer-Wohnungen und teuren Klamotten befriedigen letztlich nicht - es fehlt der Sinn. Auf der Suche nach demselben wenden sich diejenigen, die tagsüber nur an harte Fakten glauben, abends an Esoterik-Lehrer, Geistheiler und Schamanen. Gibt es etwas jenseits des Wissens? Klammern wir uns zu sehr an Fakten? Was ist dran an der neuen Sinnsuche? Die Gäste: Die ehemalige TV-Moderatorin Sabrina Fox kam durch das jähe Ende ihrer Fernsehkarriere zur Spiritualität. Mittlerweile ist sie Trägerin einer indianischen Zeremonienpfeife und steht in engem Kontakt zu ihrem Schutzengel. Nach ihrer Überzeugung haben Engel Einfluss auf alle Lebensbereiche. Als spirituelle Beraterin gibt sie heute in Büchern und Workshops Anleitungen zur Kontaktaufnahme mit dem "geflügelten Über-Ich". Sabrina Fox lebt in Los Angeles und ist verheiratet mit Richard Fox, einem der Inhaber von Warner Brothers. Helmut Christof ist von Beruf Schamane und nennt sich als solcher "sunwalker", Sonnengänger. Seit 15 Jahren veranstaltet der gelernte Versicherungskaufmann und Ex-DJ Seminare, in denen Teilnehmer lernen, mit dem Naturwesen "Erde" in Kontakt zu treten. Schwitzhüttenrituale und gemeinsames Trommeln versetzen seine Schüler in Ekstase, um schließlich eine Erfahrung jenseits des Wissens zu erreichen, die Erfahrung der "Höheren Macht". Nichts Ungewöhnliches für Dr. Walter von Lucadou: Als Leiter der bundesweit einmaligen "Parapsychologischen Beratungsstelle" gehören Übersinnliches, Spuk und Magie für ihn zum Alltag. Wenn der promovierte Physiker und Psychologe Erste Hilfe bei Begegnungen der unheimlichen Art leistet, kommt allerdings oft eines heraus: Auch Geister sind nur Menschen. Diese Erfahrung hat seine Meinung geprägt: Das Jenseits wird zu oft als Lückenbüßer fehlender Logik mißbraucht. Manchmal allerdings hilft auch Logik nicht weiter... Für PDS-Vorstandsmitglied Sahra Wagenknecht ist der Esoterik-Boom die Folge einer falschen Gesellschaftsentwicklung. Die sinnentleerten Tätigkeiten der modernen Zeit treiben viele Menschen um - auf der Suche nach einem Sinn jenseits des Alltags und damit geradewegs in die Arme geschäftstüchtiger Quacksalber. Deutschlands prominenteste Kommunistin glaubt als überzeugte Atheistin nur an eines: Der Sinn des Lebens muß irdisch sein! Überirdische Erfahrungen im wahrsten Sinne des Wortes hat Christine de Graat aufzuweisen. Unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes überschritt sie durch hohen Blutverlust die Schwelle des Todes. Sie hatte ihren Körper bereits verlassen und schaute von oben auf ihn herab - eine Nahtoderfahrung. Dann schlüpfte sie in ihren Leib zurück und sah Jesus neben sich stehen. Dieses Erlebnis führte die Fremdsprachenkorrespondentin auf den Weg zum Glauben und zum eigenen Selbst. Hans Liebl sieht in der Rückkehr zum christlichen Glauben die einzige Möglichkeit, um den Menschen zu helfen. In der heutigen Zeit, in der die Werte verfallen, hält der Sektenbeauftragte aus München die Esoterik für einen Irrweg, die den Menschen vor allem das Geld aus der Tasche zieht. Seminare wie "Erleuchtung an einem Wochenende" sollte seiner Meinung nach der Verbraucherschutz untersuchen. An der Bar: Inge Dunker bekommt auf irdische Fragen himmlische Antworten. Seit Jahren steht das Medium in Verbindung mit einem Wesen im Jenseits namens Emanuel. Emanuel diktiert ihr seine Antworten in die rechte Hand. Ihre Erfahrung: Mit seinen Ratschlägen lag er immer richtig. Nicht nur bei den Menschen, die mit ihren Lebensproblemen zu ihr kommen. Auch für den Hauptberuf des Mediums gibt er nützliche Tipps: Durch Emanuel weiß die Versicherungskauffrau, bei welchem Kunden es sich lohnt, dranzubleiben. Freitag, 15. Juni 2001 (Woche 24) 23.15 Nachtkultur Moderation: Markus Brock Die Themen: Von Bonanza bis ABBA - Was in den 70er-Jahren so alles los war Wer glaubt, in dem Buch "Alles Bonanza" gehe es nur um die Fernsehserie mit den Cartwrights, der irrt. Denn in dem rund 230 Seiten dicken Schmöker kann man so ziemlich alles finden, was in den 70er-Jahren angesagt war. Als Quelle diente das Internet-Diskussionsforum ZEIT-Leben, in dem sich die Internetsurfer an ihre Kindheit und Jugend in den 70er-Jahren erinnern: vom Bonanza-Fahrrad mit dem Bananensattel, den Pril-Blümchen, die die Badezimmer- und Küchenwände zierten, über den Zauberwürfel bis hin zur legendären Unterhaltungssendung "Am laufenden Band", der "ZDF-Hitparade" oder Ekel Alfred. Simone Reich ist für Nachtkultur auf Zeitreise gegangen. Kunst unter Palmen - Die Art Basel geht nach Miami Kurz bevor sich die Pforten der 32. Art Basel öffnen, blickt die Messe schon auf die nächste Attraktion, die von der Kunstwelt mit Spannung erwartet wird. Die Schweizer Traditionsmesse bezieht vom 13. bis 16. Dezember erstmals ihr neues "Winterdomizil" in Florida. Die "Art Basel Miami Beach" soll der Höhepunkt im Kulturkalender Amerikas werden. Der Standort spricht für sich - schwerreiche Sammler, eine lebendige Kunstszene, und das angenehme Klima. Dazu ein innovatives Konzept mit neuen Ideen der Kunstvermittlung, die einen neuen Markt erobern sollen. Das Herzstück ist die Messe mit 150 ausgesuchten internationalen Galerien im legendären Art Deco District. Junge Avantgardegalerien präsentieren ihre Kunst in umgewandelten Schiffscontainern. Cross-over Veranstaltungen zu Film, Foto, Mode und Architektur sind geplant. Simone Reuter befragt den Art Basel Leiter Samuel Keller sowie europäische und amerikanische Galerien, die in Miami mit dabei sein werden. "Ich bin das Kunstwerk" - Die Popikone Madonna auf Welttournee Vier Frauen-Typen in einem Körper, ein Ritt auf einem künstlichen geweihten Plastik-Stier, vier Designer, vier Musik-Produzenten, sechs Musiker und zehn Tänzer, über 100 Tonnen Ausrüstung - eine Frau geht auf Reisen: Madonna, der größte Pop-Star der letzten 20 Jahre startet eine neue Welt-Tournee. Gelungener Auftakt war am 9. Juni in Barcelona. "Nachtkultur" untersucht das Phänomen Madonna. Anfang der 80er-Jahre kam sie mit 35 Dollar nach New York, heute besitzt sie rund 250 Millionen Dollar. Wie kein anderer weiblicher Star vor ihr hat sie das Frauenbild der westlichen Gesellschaften verändert. Wie kein anderer Star bestimmt sie die Regeln des Business: Madonna ist Künstlerin, Mutter und Managerin in einer Person. Eines ihrer Geheimnisse: Sie ist eine Projektionsfläche für Männer-Träume. Vom 19. bis 23. Juni gastiert Madonna in Berlin - in vier ausverkauften Konzerten. Träume eines Choreographen - Kevin O'Days Uraufführung mit dem Stuttgarter Ballett Kevin O'Day zählt zu den innovativsten Chroreographen der jüngeren Generation. Der einstige Tänzer von William Forsythe und Twyla Tharp choreographiert seit 1994 für zahlreiche amerikanischen Balletttruppen und leitet seit 1997 seine eigene Compagnie, die "O'Day Dances" in New York. Ab der Spielzeit 2002/2003 wird Kevin O'Day Ballettchef der Deutschen Oper in Berlin. Sein erstes Stück für eine europäische Compagnie choreographierte der Amerikaner 1999 für das Ballettensemble des Stuttgarter Staatstheaters: "Delta Inserts". Das halbstündiges Ballett für vier Paare war ein Publikumserfolg und wurde von den Kritikern hoch gelobt. Jetzt hat er einen weiteren "Auftrag" von Reid Anderson erhalten. Die neuestes Choreographie von Kevin O'Day wird am 16. Juni in Stuttgart uraufgeführt. Samstag, 16. Juni 2001 (Woche 25) Geänderten Programmablauf für SR beachten! 19.15 Daten der Woche (SR) 19.45 Aktueller Bericht am Samstag (SR) (bis 20.00) weiter wie mitgeteilt Sonntag, 17. Juni 2001 (Woche 25) Nachgelieferte Gäste beachten! 11.00 Die Bestenliste - das Literaturmagazin Die besten Bücher im Juni/Preis der SWR-Bestenliste Moderation: Hubert Winkels Gäste: Thomas Kling, Michael Schneider, Elmar Krekeler Folge 6/10 Regie: Marc Froidevaux Sonntag, 24. Juni 2001 (Woche 26) 21.15 Pfälzisch aufgetischt Heitere Szenen und Sketche von den Bühnen der Pfalz 'Wo geht der Pfälzer vor, nach und während der Arbeit am liebsten hin? In die Kneipe, die er manchmal auch 'Woistubb' oder 'Straußwertschaft' nenn), um einen Schoppen zu 'petzen'. Kein Wunder, dass so viele Pfälzer Kneipen es auch auf die Theaterbühne geschafft haben. Dort spricht sich der Pfälzer die Laus von der Seele, die ihm über die Leber gelaufen ist. Dort stoßen Weltanschauungen aufeinander, dort lernt man sich kennen und lieben, mehr als einem lieb sein mag. Den tiefsten Blick in diese Kneipenabgründe tut letzten Endes natürlich der Koch. Er allein weiß, was er seinen Gästen auftischt. So nimmt diesmal in 'Pfälzisch aufgetischt' Theaterkoch Hans-Dieter Willisch vom 'Boulevard Deidesheim' mit auf einen Streifzug durch die rheinland-pfälzischen Theaterkneipen. Dabei macht er nicht am Saumagengraben Halt. Auch die moselfränkischen Kneipen in Monzelfeld und Trier verdienen einen Abstecher. Rheinland-pfälzische Bühnen geben in 'Pfälzisch aufgetischt' Kostproben ihrer Theatermenüs. Sonntag, 24. Juni 2001 (Woche 26) Nachgelieferten Gesprächsteilnehmer beachten! 22.35 Wortwechsel Gabriele von Arnim im Gespräch mit Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormons (Journalist) Sonntag, 24. Juni 2001 (Woche 26) Nachgelieferten Gesprächsteilnehmer beachten! 04.45 Wortwechsel (WH) Gabriele von Arnim im Gespräch mit Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormons (Journalist) ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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