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Baden-Württemberg will die ZVS abschaffen
Wissenschaftsminister Klaus von Trotha im Interview mit SWR Jugendangebot DASDING

Baden-Baden (ots) - Das Land Baden-Württemberg will sich von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) verabschieden. Die Hochschulen im Land sollen sich nach dem Willen der Landesregierung ihre Studenten künftig selbst auswählen können. Das erklärte Klaus von Trotha, scheidender Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, in einem Interview mit DASDING, dem Jugendangebot des SWR. "Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, denn es gibt eine Novelle des Hochschulrahmengesetzes im Bund, im Zuge derer man die bestehenden gesetzlichen Regelungen im Sinne einer Hochschulzugangsregelung ohne ZVS ändern kann", sagte von Trotha. Wenn der ZVS-Staatsvertrag 2005 ausläuft, sollen die Hochschulen im Land die Möglichkeit erhalten, eigene Auswahlverfahren einzusetzen. "Die ganzen internationalen Erfahrungen zeigen, dass eine Hochschule ganz andere Verantwortung für die Studierenden übernimmt, wenn sie sie selbst ausgewählt hat." Wichtig sei aber, dass die Hochschule das Erstwahlrecht bekomme. Dadurch solle Baden-Württemberg im internationalen Vergleich an den wissenschaftlichen Spitzenbereich anschließen. Bisher werden die Studenten der Numerus Clausus-Fächer den Hochschulen über die ZVS zugewiesen. Zwar hätten sie in Baden-Württemberg beim örtlichen NC schon mehr Möglichkeiten als in anderen Bundesländern selbst Studenten auszuwählen, machten davon aber nach Einschätzung des Wissenschaftsministers zu wenig Gebrauch. Nötig sei das Ganze nicht nur, um etwa mit amerikanischen Spitzenuniversitäten mithalten zu können, sondern auch deswegen, weil von Trotha das Abitur "zwar für eine notwendige, aber nicht in allen Fällen für eine hinreichende Qualifikation für ein Studium hält." Deswegen sollen die Hochschulen zusätzlich zum Abitur in allen Studienfächern eigene Prüfungen verlangen, wie bei Musik- oder Sportstudiengängen schon üblich. "Da hat Baden-Württemberg Nachholbedarf, weil wir aus anderen Ländern wissen, dass die Zahl der Studienabbrecher und die Zahl der Studienwechsler rapide gesenkt werden kann, wenn man genau nach der Eignung und der Motivation fragt", so von Trotha im Interview mit DASDING. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Marcus Schuler Tel. 07221/929-6175 Fax 07221/929-4345 Email: marcus.schuler@swr.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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