SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 1. Juni 2001 (Woche 22)

    Baden-Baden (ots) -      
    
    23.15    Nachtkultur
                 Moderation: Markus Brock
    
    Die Themen:
    
    Neues Sehen - YVA, die berühmteste Modefotografin der 20er Jahre
    Sie hat Helmut Newton das Fotografien beigebracht und verlieh den
Illustrierten der 20er und 30er-Jahre mit ihren Modeaufnahmen den
nötigen Glamour. Damals hießen die Zeitschriften "Uhu", "Die Dame"
und "Berliner Illustrierte".

    YVA (Else Ernestine Neuländer) war eine der angesehendsten Fotografinnen Deutschlands und führte in der Friedrich-Wilhelm-Straße in Charlottenburg das größte Fotoatelier Berlins. Dann kam der Krieg, und YVA erhielt als Jüdin 1938 Berufsverbot. Ihr Atelier wurde geschlossen, sie wurde deportiert und 1942 im Konzentrationslager - vermutlich Majdanek - ermordet.

    Das Verborgene Museum in Berlin zeigt jetzt die erste umfassende Ausstellung über Leben und Werk der Photographin. Verena Knümann über die mondäne Modewelt der 20er-Jahre.          Der Klangzauberer - Valery Gergiev dirigiert "La Traviata" in Baden-Baden

    Pfingsten in Baden-Baden, das bedeutet jede Menge Prominenz und jede Menge Klassische Musik. Denn vom 31. Mai bis 10. Juni finden im Baden-Badener Festspielhaus die alljährlichen "Herbert von Karajan Pfingstfestspiele" statt.

    Das Eröffnungskonzert dirigiert kein geringerer als Valery Gergiev. Der russische Stardirigent ist in Baden-Baden bestens bekannt, schließlich hat er bereits im April 1998 das allererste Konzert anlässlich der Eröffnung des Festspielhauses dirigiert.

    Der 47-jährige Russe zählt international zu den gefragtesten Dirigenten. Nach dem Studium am Konservatorium in St. Petersburg begann seine musikalische Karriere. Seit 1988 ist er künstlerischer Direktor und Chefdirigent beim traditionsreichen Mariinsky-Theater in St.Petersburg, und 1997 hat er auch den Intendanten-Posten übernommen.

    Frank Rother hat Valery Gergiev für Nachtkultur getroffen.

    Schnelle Kugeln - Warum der Flipper Kult ist

    Sie hießen Paragon, Play Boy, Supersonic oder Star Trek, und bis in die 80er-Jahre waren sie unverzichtbares Inventar in den Kneipen. Die Flipper - chromglänzende, bunt-bemalte Spielautomaten, bei denen es galt, die Kugeln so lange wie möglich im Spiel zu halten, so viele Sonderpunkte wie nur denkbar zu sammeln und wenn es besonders gut lief, sogar Bonuskugeln zu erhaschen.

    Jetzt sind die Tage des Flippers gezählt, die Automatenindustrie verzeichnet seit Jahren einen starken Absatzrückgang. Die Produktion des legendären Spielzeugs steht vor dem "Tilt", dem ultimativen Ende des Spiels. Der Pinball Wizzard geht in Ruhestand.

    Nachtkultur über das Spiel mit der schnellen Kugel.          "Warten auf..." - Die endgültige Samuel Beckett Biografie     Samuel-Beckett-Fans sollten sich schleunigst auf den Weg in die Buchhandlung machen, denn dort steht jetzt die bisher umfangreichste Biographie des irischen Nobelpreisträgers in den Regalen. Samuel Beckett (1906 - 1989) hat seinen langjährigen Freund James Knowlson ein halbes Jahr vor seinem Tod zu dem Biographieprojekt bevollmächtigt. Jetzt ist das 1200-Seiten dicke Buch bei Suhrkamp erschienen.  

    Samuel Beckett zählt zu den einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Warten auf Godot" (1952) und "Endspiel" (1957). James Knowlson kannte den irischen Schriftstellers wie kaum ein anderer. Mehr als 30 Jahre lang erforschte er sein Werk und gründete im irischen Reading das Beckett-Archiv. Auch zu Becketts Leben förderte Knowlson viel Unbekanntes ans Licht, und er war der erste, der Zugang zu den Tagebüchern von Becketts Deutschlandreise 1936/37 erhielt.

    Nachtkultur hat James Knowlson bei der Präsentation des Buches in Frankfurt getroffen.

    Montag, 4. Juni 2001  (Woche 23)
    
    Geänderten Beitrag beachten!
    
    13.15    (VPS 13.14)
                 Der Mann, der Filme malt
                 Frédéric Back - Oscar-Preisträger aus Saarbrücken
                 Ein Film von Georg Bense
                 (Erstsendung: 28.03.2000)

    Montag, 4. Juni 2001  (Woche 23)
    
    Geänderten Beitrag beachten!
    
    05.30    (VPS 05.29)
                 Der Mann, der Filme malt (WH)
                 Frédéric Back - Oscar-Preisträger aus Saarbrücken
                 Ein Film von Georg Bense
                 (Erstsendung: 28.03.2000)

    Freitag, 8. Juni 2001  (Woche 23)
    
    21.45    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Mythos Sex - alles Lüge?
    
    Ewig rauschhafte Lust, stetig wachsende Leidenschaft - der Partner
für's Leben und doch immer neu begehrt... - das wünscht sich jeder
für seine Beziehung. Oder zumindest wird es uns doch so Tag für Tag
als richtig und notwendig verkauft: in den Medien, in Ratgebern, von
Psychologen, die fordern, dass man auch an der erotischen Seite einer
Partnerschaft nur genügend "arbeiten" müsse, dann klappe es schon.
Die Realität in den Schlafzimmern sieht da oft ganz anders aus.

    Ist der Traum von Liebe mit wonnevollem Sex überhaupt auf Dauer lebbar? Oder schließen sich heißes Begehren und nahe Vertrautheit irgendwann gänzlich aus? Sind Verlässlichkeit und gemeinsame Projekte nicht auf Dauer wichtiger als kochende Leidenschaft? Unsere Vorstellungen von Beziehung und Liebe seien über die Maße sexualisiert und Enttäuschungen damit vorprogrammiert, warnen die Einen. Andere fürchten die eiskalte Entzauberung der heißen Liebe und streben immer neuen Höhepunkten entgegen.

    "Mythos Sex - Partnerschaft kontra Leidenschaft?" Wieland Backes fragt nach im NACHTCAFé am Freitag, dem 08. Juni 2001 um 21.45 Uhr im SÜDWEST-Fernsehen.              Wieland Backes unterhält sich mit:          Miroslav Nemec

    ist einer der erfolgreichsten und - insbesondere bei Frauen - beliebtesten TATORT-Kommissare. In seiner Rolle des Ivo Batic gibt er den eher Beständigen und Zuverlässigen, doch in seinem Privatleben liebt er die Abwechslung. Mit langen, festen Beziehungen tut er sich schwer, aber das Gefühl der Liebe ist ihm in seinen kurzen Partnerschaften mindestens so wichtig wie der Sex. Leidenschaft ohne Liebe? Darauf steht er überhaupt nicht; dann lieber eine kurze Beziehung mit viel Liebe und Leidenschaft.          Michael Mary,

    der Paartherapeut und Autor des Anti-Ratgebers 5 Lügen die Liebe betreffend kann genau erklären, warum Herr Nemec sich relativ häufig leidenschaftlich verliebt, aber es nicht lange in einer dauerhaften Partnerschaft aushält. Für Mary steht fest: Prickelnde Leidenschaft und vertraute Langzeitbeziehung schließen sich per se aus. Mit seinem aktuellen Buch möchte er die Paare von der Last mit der Lust in der Partnerschaft befreien und schlägt als eine Möglichkeit deshalb vor, die Leidenschaft einfach aus der Beziehung auszulagern.          Prof. Kurt Starke,

    einer der führenden deutschen Sexualwissenschaftler, findet Marys Thesen völlig absurd und empirisch nicht haltbar. In seinen Studien stellt er ganz im Gegenteil fest, dass sich gerade die Vertrautheit einer langen Beziehung positiv auf das sexuelle Erleben der Partner auswirkt. Auch in seiner neuesten Untersuchung bei Jugendlichen sieht er den deutlichen  Trend zur großen, lange währenden Liebe, in der Sex und Leidenschaft nicht an erster Stelle stehen, aber dazu gehören.          Michaela und Hubert Sommerfeldt

    kennen sich seit 22 Jahren und haben lange versucht, Liebe und Leidenschaft unter einen Hut zu bekommen. Es war für beide so unbefriedigend, dass zuerst sie und einige Jahre später auch er sich entschieden hat, die Leidenschaft außerhalb der Liebesbeziehung zu (er)leben. Inzwischen wohnt das Paar zwar in inniger Freundschaft verbunden mit ihren beiden Kindern zusammen, den Sex und die Leidenschaft aber genießen sie mit anderen Partnern.

    Mo Asumang,

    die ehemalige Moderatorin der Erotik-Sendung LiebeSünde strebt diese Lebens-und Liebesform für sich selbst nicht an. Sie ist der festen Überzeugung, dass mit dem richtigen Partner an der Seite Liebe und Leidenschaft sehr lange währen und dass man etwas dafür tun kann. Mit ihrer Sendung hat sie eine wahre Flut von Tipps und Tricks gegen die Langeweile im Bett in die Wohnzimmer der Nation gesendet. Ob so viel "Aufklärung" wirklich von Nöten ist? Mo Asumang glaubt: besser zu viel als zu wenig!          Gerda und Bernd Harzig

    haben es geschafft, den Traum der allermeisten von uns wahr werden zu lassen. Sie sind seit 30 Jahren glücklich ineinander verliebt und miteinander verheiratet. Auf das gemeinsame Genießen erotischer Leidenschaft und noch immer knisternder Momente verzichten sie bis heute nicht. Beide sind sich einig: "Das Gefühl der Liebe steht in unserer Beziehung an erster Stelle, aber die Leidenschaft gehört unbedingt dazu!"          An der Bar:          Doris Christinger und Peter Aman Schröter     Die beiden Psychotherapeuten sind seit vielen Jahren ein Paar und haben sich zum Ziel gesetzt, ratsuchenden Frauen und Männern zu helfen, mit ihrer gemeinsamen Sexualität besser klarzukommen. Dazu gehört ihrer Meinung nach zuerst einmal das Erkennen der eigenen Sexualität, und deshalb schrieb Frau Christinger, neben einigen anderen Ratgebern, die Liebesschule für Frauen, und Herr Schröter bietet die Lebensschule für Männer an. Zusammen wohnen möchten die Beiden neben der gemeinsamen Arbeit allerdings nicht, denn: "Nur mit genügend Distanz hat eine Beziehung längerfristig Chancen, auch leidenschaftlich erfüllt zu bleiben."

    Sonntag, 10. Juni 2001  (Woche 24)
    
    Nachgelieferten Gesprächsteilnehmer beachten!
    
    22.35    Wortwechsel
                 Gabriele von Arnim im Gespräch mit Prof. Bert Hölldobler
                 Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur

    Sonntag, 10. Juni 2001  (Woche 24)
    
    Nachgelieferten Gesprächsteilnehmer beachten!
    
    04.45    Wortwechsel (WH)
                 Gabriele von Arnim im Gespräch mit Prof. Bert Hölldobler
                 Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur

ots Originaltext: SWR
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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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