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Das Erste: REPORT Mainz, heute, 28.5.2001, 21.00 Uhr im ERSTEN: Neue Enthüllungen zur Telekom-Immobilienaffäre

    Baden-Baden (ots)

    REPORT Mainz: Neue Enthüllungen zur Telekom-Immobilienaffäre
    Bilanzexperte Prof. Wilhelm Strobel: "Firma hätte mit dieser
    Bilanz niemals an die Börse gehen dürfen"
    
    Mainz - Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG wird
durch neue Enthüllungen zur Immobilienaffäre belastet. Wie das
ARD-Politmagazin REPORT Mainz am Montag, 28.5.2001, um 21.00 Uhr
berichtet, besteht der Verdacht, dass die Telekom bereits 1995 mit
einer falschen Bilanz an die Börse gegangen ist. Dem Magazin liegt
die Immobilienbewertung vom 24.11.1994 vor. Darin kommen die
Bewertungsfirmen C&L Treuarbeit Deutsche Revision und Dr. Seebauer &
Partner zu einem Wert von 31,8 Milliarden Mark vor. In der
Konzernbilanz der Telekom vom 1.1.1995 wurde der Wert jedoch mit 35,7
Milliarden angegeben. Der Unterschiedsbetrag von 3,9 Milliarden Mark
entspricht genau der Summe, um die die Telekom am 21. Februar 2001
ihr Immobilienvermögen überraschend abbewertet hatte. Der renommierte
Hamburger Bilanzexperte Prof. Wilhelm Strobel erklärt in REPORT
Mainz: "Wenn heute um 3,9 Milliarden nach unten korrigiert wird, dann
heißt das, es wird der Anfangswert abgesenkt." Prof. Strobel kommt zu
der Schlussfolgerung: "Wenn die Eröffnungsbilanz um vier Milliarden
überzogen ist, dann hätte die Firma niemals mit dieser Bilanz an die
Börse gehen dürfen."
    
    Gegen die Verantwortlichen der Telekom, insbesondere den
Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer und den früheren Finanzvorstand
Joachim Kröske, ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn u.a. wegen des
Verdachts der Falschbilanzierung. Der Würzburger Wirtschaftsprofessor
Ekkehard Wenger sieht in der Hochbewertung des Immobilienvermögens
eine Maßnahme, um die Eigenkapitaldecke der Telekom zu verbessern:
"Die Eigenkapitalausstattung, die man ohne Hochbewertung hätte
darstellen können, wäre so verheerend niedrig gewesen, dass irgendwo
Eigenkapital her musste. Und wenn es der Bund nicht in bar
einschießt, dann musste man es sich eben überlegen, wie man es
bilanztechnisch darstellt."
    
    Die Deutsche Telekom erklärte auf Anfrage von REPORT Mainz, die
Herstellung eines Zusammenhanges zwischen der Abbewertung 2001 und
der ungeklärten Bilanz-Differenz 1995 entbehre jeder Grundlage. Eine
plausible Erklärung für die damalige Aufwertung konnte die Telekom
auf die REPORT-Anfrage jedoch nicht geben.
    
Der Text steht als RTF-Datei unter: http://www.swr.de/report zur
Verfügung.
    
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