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Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweis für Freitag, 4. Mai 2001 (Woche 18)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 4. Mai 2001 (Woche 18)/02.05.2001 23.15 Nachtkultur Moderation: Heike Greis Die Themen: Ob blond, ob braun, ob henna - Mythos Haare Föhnwelle oder Messerschnitt, lang oder gestuft, Fransen oder Locken. Fast jeder beschäftigt sich intensiv mit seiner Frisur. Kaum ein anderes Körpermerkmal versteht sich so sehr als Aushängeschild des eigenen Ichs. Seit Menschengedenken nimmt das Thema Haar einen wichtigen Stellenwert ein. Im alten Ägypten wurde die Haarpracht mit eindrucksvollen Perücken betont. Die katholischen Geistlichen im Mittelalter erkannte man an der Tonsur, der kreisrunden Glatze mit Haarkranz. Heute gelten Haare als Sinnbild von Schönheit, Gesundheit und Attraktivität, aber auch als Ausdruck von religiöser Zugehörigkeit, des gesellschaftlichen Standes oder gar von politischen Einstellungen. Nachtkultur über den Mythos Haar. "Ich bin ja heut´ so glücklich" - das kurze tragische Leben der Ufa Schauspielerin Renate Müller Renate Müller (1906 - 1937) war der Vorzeigestar der UFA. 1930 hatte Marlene Dietrich ihren internationalen Durchbruch in "Der Blaue Engel" und 1931 Renate Müller in dem Film "Privatsekretärin". Kurz nach der Premiere holten britische Produzenten Renate Müller nach London, um eine englische Version des Films ("Sunshine Susie") zu drehen. Sie avancierte zur beliebtesten deutschen Schauspielerin in England. Erst später wurde sie Hitlers Leinwandliebling. Als bekannt wurde, dass sie einen jüdischen Mann liebte, geriet sie in das Räderwerk des Naziregimes. Das System, das sie einst so feierte, ließ sie ebenso gnadenlos fallen. Unter dem Pseudonym "Katja Wolf" hat eine englische Bestsellerautorin jetzt einen Roman über das Leben von Renate Müller geschrieben: "Ich bin ja heut so glücklich" heißt das Buch und die Filmrechte sind bereits verkauft. Gundula Moritz hat die Autorin für Nachtkultur besucht. Höchste Weihen - das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron erhält den Pritzker Preis Der Umbau der "Tate Modern" war ihre bisher größte Herausforderung: Die Tate Gallery in London zählt zu den bedeutendsten Museen der Welt. Und weil sie unter Platzmangel litt, beschloss man eine neue Bleibe für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu suchen. Man fand sie im einstigen Londoner Kraftwerk "Bakerside Powerstation" im Stadtzentrum direkt an der Themse. Kein Neubau also, sondern ein gewaltiger Umbau des Backsteinriesen aus den 30er-Jahren. Verantwortlich war das Basler Architekten-Duo Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Für 400 Millionen Mark verwandelten sie den Industriegiganten in ein lichtdurchflutetes Ausstellungshaus. Im Mai 2000 wurde die "Tate Modern" eröffnet und jetzt erhalten die beiden Architekten dafür die höchste Auszeichnung der Architekturwelt, den "Pritzker Architecture Prize 2001", den "Nobelpreis der Architektur". Horst Brandenburg stellt das Architektenteam vor. Zugabe: Als die Bilder laufen lernten - der Kinopionier Ottomar Anschütz Der Fotograf Ottomar Anschütz (1846-1907) war neben dem Amerikaner Thomas Edison der Erste, der bewegte Bilder veröffentlichte, noch vor der Zelluloid-Filmvorführung der Brüder Lumiere im Jahr 1895. Weltruhm erlangte Ottomar Anschütz ab 1883 mit seinen Abbildungen schneller Bewegungsabläufe von Tieren. 1884 stellte er zunächst 12, dann 24 Fotoapparate nebeneinander auf, um alle Phasen der Bewegung festzuhalten. Nur er war damals in der Lage mit einer Belichtungszeit von nur einer Tausendstel Sekunde zu fotografieren. 1886 baute er den Schnellseher. Mit dem Automaten war ihm eine bahnbrechende Erfindung gelungen, die in Serie ging und die Menschen in ganz Europa und in den USA faszinierte. Doch der Erfolg währte nur kurz: Das teure und empfindliche Gerät konnte nicht mit Edisons Kinetoskop konkurrieren. Über 70 Jahre lang war Ottomar Anschütz in Vergessenheit geraten. Der Amerikaner Deac Rossell hat ihn und seine bewegten Bildes wieder entdeckt. Das Ergebnis ist bis 17. Juni im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt zu sehen. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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