SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Freitag, 11. Mai 2001 (Woche 19) - Donnerstag, 24. Mai 2001 Christi Himmelfahrt (Woche 21)

Baden-Baden (ots) - 21.45 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes "Ungleiche Paare - wieviel Unterschied verträgt die Liebe?" Glaubt man dem Volksmund, ziehen sich Gegensätze an, und gleich gesellt sich gern zu gleich. Was denn nun? Je unterschiedlicher, desto prickelnder die Liebe? Oder ist Ähnlichkeit das Erfolgsrezept für das lebenslange Glück zu zweit? Die Zahl der binationalen Ehen in Deutschland steigt. Gleichzeitig heiraten immer mehr Menschen nur noch in ihrem eigenen geschlossenen Bildungsmilieu. Haben ein Friseur und eine Mathematikprofessorin überhaupt eine Chance, glücklich zu werden? Zu Gast ist Karin Baal, die beliebte Schauspielerin, die nach einem harten Kampf endlich die Liebe ihres Lebens geheiratet hat. Ihr vierter Ehemann, Cevdet Celik, ist Kurde und 30 Jahre jünger als sie. Auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Paar, doch beide sagen: "Wir sind glücklich." Der Altersunterschied und die Binationalität ließen sie zwar nach außen als ungleiches Paar erscheinen, aber in Wirklichkeit hätten sie viele Gemeinsamkeiten. Dr. Gunther Schmidt ist einer der bekanntesten Paartherapeuten Deutschlands. Die Arbeit mit ungleichen Paaren gehört für ihn zu den schwierigsten und spannendsten Aufgaben. In seiner eigenen Heidelberger Praxis hat er festgestellt, dass die Zahl ungleicher Paare ständig steigt. Das Problem für ihn sind jedoch oft nicht die Unterschiede an sich, sondern der Umgang damit. Sein Ratschlag: "Nehmen Sie Ihren Partner wie das Wetter. Ändern Sie ihn nicht, stellen Sie sich auf ihn ein." Barbara Sichtermann beschäftigt sich als Autorin mit gleichen und ungleichen Beziehungen. Die ZEIT-Kolumnistin hat ein Buch über historische Paare geschrieben - von Adam und Eva bis zu Jack und Rose aus dem "Titanic"-Film reicht das breit gefächerte Spektrum. Die Publizistin kann auch viel Persönliches zum Thema beitragen: Ihr Mann, der Psychologe Peter Brückner, war 20 Jahre älter als sie. Heute lebt die Berlinerin mit einem 21 Jahre jüngeren Partner zusammen. Christina Keiler, die Ex-Frau des Schlagerstars Roland Kaiser und jetzige Ehefrau des Schauspielers Michael Lesch, sagt aus Erfahrung, dass ungleiche Paare langfristig keine Chance haben. Ihre Ehe mit Roland Kaiser ging aus diesem Grund in die Brüche. Mit ihrem jetzigen Ehemann hat sie mehr Glück. Sie sagt: "Michael und ich sind ein Paar mit vielen Gemeinsamkeiten. Deshalb ist es uns auch gelungen, die schwere Zeit, in der es ihm gesundheitlich wirklich schlecht ging, zusammen durchzustehen." Shefika und Ahmed Beyeler sind unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Nur ihr gemeinsamer Glaube, beide gehören dem islamischen Sufi-Orden an, war für beide der Grund, eine Familie zu gründen. Inzwischen sind sie bereits seit zwölf Jahren verheiratet und trotz aller Unterschiedlichkeit haben sie gelernt, sich zu lieben. Claudia Püschel-Knies gibt nach 28 Jahren als Partnervermittlerin nur gleichen Paaren eine Chance. "Eine Beziehung ist schon bei zwei perfekt zueinander passenden Menschen schwierig genug", meint die Münchenerin, die vor allem Menschen aus der High-Society zusammenführt. Wer sich nicht mit dem europäischen Kulturverständnis identifiziert, kommt bei ihr nicht in die Kartei: "Die Unterschiede sind einfach zu groß. In den allermeisten Fällen scheitern solche Verbindungen." An der Bar sind Sabina und Wilfried Jung, die sich nicht nur im Charakter sehr unterscheiden, sondern auch aus zwei verschiedenen Welten stammen. Sie ist eine Inuk, eine Ureinwohnerin der Arktis aus dem kanadischen Labrador, er ist Deutscher. "Die Anfangszeit in Deutschland habe ich nur dank der Liebe und Unterstützung meines Mannes durchgestanden", sagt sie. Sonntag, 13. Mai 2001 (Woche 20)/19.04.2001 20.15 Der Entaklemmer Luststück von Thaddäus Troll nach "Der Geizige" von Molière Eine Aufzeichnung mit dem Theater Lindenhof, Melchingen Rollen und Darsteller: Knaup, Fabrikant Bernhard Hurm Heiner, sein Sohn Stefan Hallmayer Elise, seine Tochter Natalie Fischer Eugen, Verwalter bei Knaup Franz Xaver Ott Marianne Anne-Julia Koller Übelmesser, Kommissionär Peter Falkenberg Karline, Heiratsvermittlerin Gina Maas Gottlieb, Hausknecht bei Knaup Rupert Hausner Rickele, Dienstmädchen bei Knaup Ida Ott Kommissar Gerd Plankenhorn Hurlebaus, Privatier Peter Höfermayer Bühne: Theater Lindenhof, Melchingen Regie: Siegfried Premiere: 1994 in Melchingen "Eher kriagsch aus 'em tote Esel en Furz raus als aus dem en Sechser", meint Hausknecht Gottlieb, und der muss es ja wissen. Zwar kommen bei seinem Herrn, dem Fabrikanten Knaup ganz gewiss nicht "d' Mäus mit verheulte Auga d'Bühnetrepp runter", denn er scheffelt die Taler nur so. Aber: Sein vieles Geld ist ihm so hoch und heilig, dass er es partout nicht angreifen mag. Sollen doch Kinder und Dienerschaft sehen, wo sie sich satt essen. Für ihn gilt: "Wer in Württeberg hungert, ist bloß z'faul zum Fressa!" Dieser Typus ist nicht ganz unbekannt, Molière hat ihn beschrieben und Thaddäus Troll verlegt die Handlung nur ins Schwäbische, genauer nach Stuttgart: Wir schreiben das Jahr 1875. Die Welt des Fabrikanten Knaup ist voll von Dieben und Betrügern. Alle - so glaubt der alte Geizkragen, der "Entaklemmer", wollen nur an sein gutes Geld. Sein eigener Sohn Heiner ist dabei der Schlimmste: Er wirft das Geld geradezu für elegante Kleidung zum Fenster raus. Derart gebeutelt, weiß Kanup nicht mehr wo ihm der Kopf steht, zumal er selbst gerade auf Freiersfüssen wandelt: Er hat sich in die schöne, blutjunge, wenn auch arme Marianne verguckt und will sie heiraten. Doch dann kommt ihm sein eigener Sohn als Rivale in die Quere. Der "Entaklemmer" ist ein bildkräftiges Meisterstück - poetisch und schwäbisch. Es kommt ganz ohne Plüsch und Plunder mit einem reduzierten Bühnenbild aus. Das Stück ist eine Parabel über Habgier, Raffsucht und Geiz. 1976 von Thaddäus Troll geschrieben und ins Schwäbische übertragen fand unter der Direktion von Claus Peymann im Staatstheater Stuttgart die Uraufführung statt. Donnerstag, 24. Mai 2001 Christi Himmelfahrt (Woche 21)/19.04.2001 Geänderten Beitrag beachten! (keine geänderte VPS-Zeit!) 20.15Straße der Lieder Eine musikalische Reise vom Schwarzwald bis zur Zugspitze mit Gotthilf Fischer und seinen Chören Mitwirkende: Nena, Vicky Leandro, Rondo Veneziano, "Die Schöne und das Biest", Flippers u. a. (Erstsendung: 25.03.2000, Das Erste) ots Originaltext: Südwestrundfunk (SWR) Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. 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