SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Dokumentation "Jagd auf Kinderschänder" im Südwestfernsehen am 24. April: SWR berichtet über Zerschlagung eines weltweiten Kinderporno-Rings

Baden-Baden (ots) - Der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden berichtet in einer Dokumentation des Südwestfernsehens über die Zerschlagung eines Kinderporno-Ringes. In dem Filmbeitrag "Jagd auf Kinderschänder - Geheimoperation Kathedrale", am Dienstag, 24. April 2001 um 22.15 Uhr werden die Ermittlungen einer Gruppe international kooperierender Polizistenteams gegen Kinderschänder im Internet gezeigt. Die in Zusammenarbeit mit der British Broadcasting Company (BBC) und dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) hergestellte Produktion verfolgt die Geschichte des "Wonderland Club", eines Kinderschänder-Rings im Internet, von dem Zeitpunkt an, als die amerikanische Polizei das erste Mal auf die illegalen Machenschaften der Wonderland-Mitglieder stieß. Die weit über einhundert Nutzer der Wonderland-Seiten tauschten große Mengen an Fotos und Videos über das weltweite Netz, die den Missbrauch von Babies und Kindern zeigen. Der deutsche Filmautor Thomas Berndt aktualisierte den von der englischen Autorin Jane Corbin gedrehten Film, den die BBC bereits im Februar dieses Jahres gesendet hatte. Die Polizeibehörden nahezu aller Länder, von denen aus Wonderland-Mitglieder Materialien ins Internet stellten, gaben den Filmteams uneingeschränkten Einblick in ihre Ermittlungen. Opfer und deren Angehörige sprachen über ihr schier unfassbares Leid. Der Film verzichtet auf Szenen aus dem Material, das die Polizei im Internet und nach der Festnahme der Wonderland-Mitglieder in den Wohnungen fand. Das verheerende Ausmaß der Wonderland-Machenschaften vermitteln die Schilderungen einer betroffenen Mutter, Berichte der Polizisten und das Schicksal zweier betroffener Frauen, die bereits als Kleinkinder und bis ins Teenageralter vergewaltigt und gequält wurden. Etwa ein Viertel der 45-minütigen Dokumentation entstand erst in den vergangenen Monaten. Im Wonderland Club für Kinderpornografie tauschten sich Pädophile weltweit über ihre sexuellen Fantasien aus und stachelten sich gegenseitig an, neue Fotos und Filme im Internet zu finden oder selbst zu erstellen. Perverser Höhepunkt war die Übertragung eines Kindesmissbrauchs live über das Internet. Die Zuschauer konnten per Tastendruck ihre Wünsche zum weiteren Verlauf der Kindesmisshandlung äußern. Die Mutter des missbrauchten Kindes wandte sich in den USA an die Polizei, die über das Internet nach den einzelnen Zugangscomputer der Pädophilen fandeten. Schließlich landeten sie im Wonderland Club, der seine Botschaften und Bilder mit komplizierten Codes verschlüsselte, der strenge Verhaltensnormen vorschrieb und bei dem die Aufnahmegebühr für ein neues Mitglied 10.000 neue, möglichst selbst gefertigte Fotografien von missbrauchten Kindern betrug. Was dann folgte, war die größte internationale Polizeiaktion seit Bestehen des Internets. Der Bericht verfolgt die verdeckten Aktionen in den Ländern, in denen der Wonderland Club die meisten Mitglieder hatte: in den USA, in Großbritannien und in Deutschland. Über einhundert Verdächtige in zwölf Ländern wurden bei der "Geheimoperation Kathedrale" verhaftet und vernommen. Allein in Deutschland stand die Polizei bei 23 Verdächtigen vor der Tür. In der Dokumentation "Jagd auf Kinderschänder" berichtet ein ehemaliges Mitglied des Wonderland Clubs über seine Beweggründe, immer wieder den Chatroom der Pädophilen im Internet aufzusuchen. Aus der Opferperspektive berichten die zwei deutschen Opfer des Wonderland Clubs aus dem Raum Kassel und Hamburg. Vater, Onkel und später auch andere Männer missbrauchten Viktoria als kleines Mädchen und dokumentierten die Verbrechen. Ganze kinderpornografische Serien wurden von ihr angefertigt, von ihren Eltern ins Internet gestellt und dort zum Verkauf angeboten. Der Missbrauch dauerte bis zu ihrem 23. Lebensjahr an. Die heute erwachsene junge Frau weiß, dass ihre Bilder noch immer im Netz zu finden sind, aber sie hat nicht die Kraft, es zu durchforsten. Noch heute ist sie in psychatrischer Behandlung. Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter www.swr.de/presse/news/index.html ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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