SWR - Südwestrundfunk

Das Erste: SWR sucht zusammen mit "TV Hören und Sehen" eine Fernseh-Familie
Dokumentation "schwarzwaldhaus1902.de" befindet sich in der Startphase
Casting für "Zeitreise" läuft an

Baden-Baden (ots) "Es gab ein Leben vor Web, WC und Waschmaschine" - unter diesem Motto steht die Langzeitbeobachtung "schwarzwaldhaus1902.de", die der Südwestrundfunk (SWR) in diesem Sommer produziert. Die vier jeweils 45 Minuten langen Dokumentationen werden 2002 im Hauptabendprogramm des ERSTEN gesendet. Zusammen mit der Programmzeitschrift "TV Hören und Sehen" sucht der SWR eine geeignete Familie für die Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Eine Familie, die bereit ist, insgesamt 10 Wochen lang einen Berghof im Südschwarzwald zu beziehen, der auf den technischen Stand von 1902 zurückgebaut sein wird. 1902 deshalb, weil die Ausstrahlung erst im Jahre 2002 erfolgt. Das Casting beginnt mit einem Aufruf in "TV Hören & Sehen" am 12. April. Bundesweit können sich Familien an dem Bewerbungsverfahren beteiligen, die sich dieser Herausforderung stellen wollen. Sie werden allerdings nicht unvorbereitet und ohne Vorwissen in dieses rauhe Leben verpflanzt: Vor dem Einzug wird die Familie von Fachleuten vorbereitet und trainiert. Ein Kamerateam begleitet die Zeitreise. Beabsichtigt ist jedoch kein Reality-TV-Format, wie fälschlicherweise im Vorfeld der Produktion gemeldet wurde, entstehen soll vielmehr eine Langzeitbeobachtung in Form einer vierteiligen Dokumentation. "Wir sperren keine Menschen in einen Container, sondern versetzen sie in eine historische Situation", meint SWR-Fernsehdirektor Christof Schmid, "wir wollen zeigen, wie es unsere Vorfahren geschafft haben, der rauhen Gegend des Hochschwarzwalds das abzuringen, was sie zum Leben brauchten. Vor allen Dingen werden wir zeigen, dass das Fernsehen Technik- und Kulturgeschichte spannend in Szene setzen kann", ergänzt Christof Schmid. Der Aufenthalt und die Bedingungen des Lebens im "schwarzwaldhaus1902.de" stehen bereits fest: Das erste Training findet an vier Tagen im Juli 2001 statt, der erste Aufenthalt im Haus dauert vom 1. August bis zum 30. September 2001 und der zweite Aufenthalt im Haus ist für den 19. Dezember 2001 bis 2. Januar 2002 vorgesehen. Die Familie wird einen arbeitsreichen Sommer verbringen - ohne Strom, ohne Gas, das Wasser fließt im Brunnen vor dem Haus. Was auf den alten Holztisch kommt, muss selbst gesammelt, geerntet oder geschlachtet werden. Die Familie wird Käse machen, Holz fällen und Spinnen lernen müssen. Sie wird auch die Entscheidung, ob sie morgen mit der Heuernte beginnt oder erst übermorgen, auf eine verlässliche Wetterprognose stützen müssen, nur: diese Prognose wird nicht aus dem Radio kommen. Im Winter wird die Familie für zwei Wochen auf den Hof zurückkehren. Bei Eis und Schnee wird sie hauptsächlich das zum Leben haben, was sie im Sommer erwirtschaftet hat. Es gab ein Leben vor Web, WC und Waschmaschine. Aber wie war dieses Leben ohne die Dinge, die für uns heute so selbstverständlich sind? Indem "schwarzwaldhaus1902.de" 100 Jahre technischen Fortschritt zur Seite schiebt, lässt sich überhaupt erst illustrieren und begreifbar machen, wie gewaltig und grundlegend dieser Fortschritt war. Gingen aber nicht auch wichtige Dinge verloren? Das Leben im Kreis der Familie zum Beispiel? Oder die Einheit von Wohnort und Arbeitsplatz? Und vor allem: ein enormes Wissen um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Natur und Mensch? "schwarzwaldhaus1902.de" wird im Auftrag des SWR von zero südwest, Baden-Baden, produziert. Die Firma wurde im Winter 2000 als Tochter von zero film, Berlin, gegründet. Für zero südwest ist "schwarzwaldhaus1902.de" die erste große Produktion für den SWR. Die Dreharbeiten werden von einem Team durchgeführt, das auf reichhaltige Erfahrungen in der Produktion von Dokumentarserien und Dokumentationen zurückgreifen kann. In den letzten Jahren sind dort Serien wie "Geburtsstation (1999) und "Tanzpalast" (2000), aber auch abendfüllende Kino-Dokumentarfilme wie "El acórdeon del diablo" (2000) oder "Black Box BRD" (2001) erfolgreich hergestellt worden. Nähere Informationen zur Bewerbung von interessierten Familien für die historische Zeitreise sind im Internet und unter folgenden Telefon- und Faxnummern abrufbar: Fax Abruf: 07221/929 190 229 Tel-Hotline: 01805/290 229 Internet: www.schwarzwaldhaus1902.de Bewerbungen können an den Südwestrundfunk geschickt werden. Die Adresse lautet: SWR Stichwort: schwarzwaldhaus1902.de 76522 Baden-Baden Einsendeschluss ist der 31. Mai 2001. "Kon-Tiki statt Container" Fragen an den verantwortlichen Redakteur von "schwarzwaldhaus1902.de", Rolf Schlenker Eines der spannensten Programmvorhaben des Südwestrundfunk (SWR) wird in diesen Tagen eingeläutet: Mit dem Castingaufruf geht die Langzeitdokumentation "schwarzwaldhaus1902.de" in ihre Vorbereitungsphase. Ist die geeignete Familie gefunden, beginnt für diese ab August 2001 eine Zeitreise zurück in das Jahr 1902. Für insgesamt zehn Wochen wird die Familie einen Bauernhof im Südschwarzwald bewirtschaften, und zwar allein mit den Mitteln, die ihren Vorfahren vor 100 Jahren zur Verfügung standen. Begleitet werden sie von einem Fernsehteam, das die Erlebnisse der Familie zu einer vierteiligen Dokumenation aufbereitet, die im Jahr 2002 im Ersten zu sehen sein wird. Zu Hintergründen, Details und falschen Verdächtigungen gibt der verantwortliche SWR-Redakteur Rolf Schlenker Macht jetzt auch die ARD auf "Big Brother"? Nein. "schwarzwaldhaus1902.de" ist spannend verpackte Technik- und Kulturgeschichte, kein nur auf Quote schielendes Reality-Format. "schwarzwaldhaus1902.de" dokumentiert, aber überwacht nicht - wir arbeiten nicht mit Dutzenden versteckter Live-Kameras sondern - wie bei der "ARD-Buffet"-Daily "Wie geht's dem Kind?" erfolgreich praktiziert - mit einem quasi zur Familie gehörenden Aufnahmeteam. Das heißt: Das Material wird sorgfältig und verantwortungsvoll genutzt. Wir sperren unsere Mitwirkenden auch nicht in einen Container, wir versetzen sie in eine Schwarzwaldgemeinde - Kontakte zur Bevölkerung sind damit nicht nur zwangsläufig, sondern geradezu erwünscht: Nur wenn 1902 beständig auf 2002 prallt, werden die Unterschiede klar - und das ist unser Thema. Dass sich Menschen einer bestimmten historischen Situation aussetzen hat mit "Big Brother" oder anderen kommerziellen Formaten wie "Inselduell" oder "Expedition Robinson" sehr wenig zu tun, sehr viel dagegen mit Thor Heyerdahl und seinem "Kon-Tiki"-Selbstversuch. In diesem Sinne wollen wir spannendes Familienfernsehen machen, eben Kon-Tiki statt Container. Leben wie im Jahr 1902: Hält das eine Familie aus dem Heute überhaupt durch? Zunächst einmal: Niemand wird unvorbereitet in dieses rauhe Leben geschickt. Die Bewerber, die nach einem bundesweiten Casting in die Endauswahl gelangt sind, werden selbstverständlich vorher trainiert. Und sie werden auch während der Dreharbeiten einen Experten um sich haben, der helfen kann. Grundsätzlich gilt aber: Jede auftretende Schwierigkeit, jedes Scheitern ist Teil der Erfahrung und wird in den Sendungen thematisiert. Die Familie wird in den 10 Wochen nur das zum Leben haben, was es um 1902 auch gegeben hat. Ein Beispiel: Die Familie wird zwar im Supermarkt des Dorfs einkaufen können, sie darf aber nur das mitnehmen, was auch um die Jahrhundertwende im Dorfladen verkauft wurde - Haarshampoo oder Coca Cola gibt es für sie nicht. Anders dagegen, wenn ein Familienmitglied krank wird: Selbstverständlich bekommt es schnellstmöglich die medizinische Hilfe des Jahres 2001. Dennoch werden wir darstellen, wie es 1902 hätte laufen können, ohne Telefon, mit langwieriger Anreise des Hausarztes, ohne Antibiotika. Wer den Hof besuchen will, gibt an einer Art Zeitschleuse alles ab, was 2001, aber nicht 1902 ist - also: Der Gameboy muss draußenbleiben. Darf man Kindern eine solche Belastung zumuten? Deutscher Kinderschutzbund, Jugendämter, Pädagogen, Psychologen - wir haben mit vielen Experten gesprochen. Die Reaktion war einhellig: "Für Kinder ist das eine gute Erfahrung". Der größte Teil der Dreharbeiten wird in die Ferien fallen. Den Rest der Zeit - maximal drei Wochen - können die Kinder vor Ort zur Schule gehen. Darüber hinaus bietet unsere "Zeitschleuse" Spielräume für die Kinder: Außerhalb des Hofes können sie ihre 2002-Kleidung tragen, damit sie zum Beispiel in der Schule nicht zu Außenseitern werden. "Drinnen" freilich gelten die Bedingungen von 1902. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gabi Schlattmann, Tel.: 07221/929-3273. Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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