Bernhard Vogel - Ein Leben für die Politik
"Bekannt im Land" am Sonntag, 16. Dezember 2012, 18.45 Uhr, SWR Fernsehen für Rheinland-Pfalz

Mainz (ots) - Er ist der einzige Politiker, der in zwei Bundesländern Ministerpräsident war, in Rheinland-Pfalz und in Thüringen. Und er war der erste CDU-Landesvorsitzende, der von seiner eigenen Partei auf einem Parteitag gestürzt wurde. Jetzt wird Bernhard Vogel 80 Jahre alt. Anlass für das SWR Fernsehen, in seiner historischen Film-Reihe "Bekannt im Land" am 16.12. um 18.45 Uhr ein 30-minütiges Porträt des Speyerer Politikers zu senden. Darin kommen sein Bruder, der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende Hans-Jochen Vogel, seine Freunde und Weggefährten wie Georg Gölter und Karl Kardinal Lehmann und seine Herausforderer wie Klaus von Dohnanyi und Theo Zwanziger zu Wort, aber auch der ehemalige Bodyguard Vogels, Bruno Palzer, und seine langjährige Haushälterin, Franziska Kuhn.

"Bekannt im Land" zeichnet anhand von historischen Aufnahmen Vogels politische Anfänge in den 60er und seinen Aufstieg in den 70er Jahren nach: wie er von seinem ehemaligen Kommilitonen Helmut Kohl von der Universität Heidelberg in die rheinland-pfälzische CDU geholt und Kultusminister wird, wie er 1974 gegen den ausdrücklichen Wunsch Kohls gegen Heiner Geißler um den CDU-Landesvorsitz kandidiert - und wie er zwei Jahre später erneut gegen Kohls Willen als sein Nachfolger als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz antritt. Ein Film-Kapitel beleuchtet die Abwahl Vogels auf dem CDU-Landesparteitag 1988 in Koblenz: Ausschnitte des damaligen SWF-Fernsehens belegen, dass es bereits im Frühjahr 1982 erste Anzeichen des heraufziehenden Machtkampfs zwischen Vogel und dem damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Otto Wilhelm gab. "Vogel hat die Diskussion in der Partei und die Stimmungsentwicklung in der Fraktion sicher ein Stück und recht lang unterschätzt", urteilt sein Freund, der ehemalige Kultusminister Georg Gölter heute. Eine Mitschuld an Vogels Sturz gibt Gölter auch Helmut Kohl, dem damaligen CDU-Bundesvorsitzenden. "Er hat für Bernhard Vogel nichts getan, und es ist ganz klar, dass Hans-Otto Wilhelm das gespürt hat." Kardinal Lehmann, der Vogel seit den 60er Jahren aus dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) kennt, empfindet den Sturz von Vogel durch seine eigene Partei bis heute als "niederträchtig".

Vogel gibt sich heute selbstkritisch: "Ich habe mir die Vorbereitung und die Durchführung der Revolte nicht vorstellen können", sagt er in der SWR-Dokumentation. "Ich war deswegen viel zu gutgläubig und viel zu naiv." Dass Vogel 1992 Ministerpräsident von Thüringen wurde, sei der "größte Glücksfall in seinem Leben" gewesen, meint Gölter. Die großen Erfolge Thüringens, der Gewinn der absoluten Mehrheit 1999, all das habe die Wunden von Koblenz 1988 zum Teil geschlossen, meint Kardinal Lehmann. Vogel selbst sagt dazu nur so viel: "Es gibt den sehr zutreffenden Satz: Wunden heilen, Narben bleiben."

"Bekannt im Land: Bernhard Vogel - Ein Leben für die Politik", Film von Marcel Schilling, 16. Dezember 2012, 18.45 Uhr, SWR Fernsehen für Rheinland-Pfalz

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