SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Freitag, 16. März 2001 (Woche 11)

      Baden-Baden (ots) -

    23.15  Nachtkultur
                Moderation: Markus Brock
    
    Die Themen:
    
    Wuff - wie sich der Hund in die Literatur schleicht
    Martin Walser hat einen, Vicco von Bülow und natürlich Rudolph
Mooshammer. Unter den Kampfhund-Attacken hat das Ansehen der
Vierbeiner zwar mächtig gelitten, doch allmählich werden Hunde wieder
salonfähig. Ein neues Phänomen ist auf dem Vormarsch; die Vierbeiner
erobern langsam aber sicher das Terrain der Literatur. Zum Beispiel
Katharina Rutschky, selbst stolze Besitzerin eines Cockerspaniels: In
ihrem Buch "Der Stadthund" geht es unter anderem um die Frage, ob ein
Hund in die Großstadt passt. Oder Willie Morris, der in "Mein Hund
Skip" seine Kindheit erzählt.
    
    "Das Mädchen hinter dem Foto" - was aus dem Kind Kim Phuc nach dem
Vietnamkrieg wurde Vietnam, 1972: Ein Foto wird zum Sinnbild für die
Unmenschlichkeit des Krieges. Es zeigt die neunjährige Vietnamesin
Kim Phuc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben
läuft. Beim Versuch, einem Napalmbombenangriff zu entkommen, der ihr
ganzes Dorf zerstört hat, erleidet sie schwerste Verbrennungen. Der
Fotograf der preisgekrönten Aufnahme, Nick Ut, bringt sie später in
ein Krankenhaus in Saigon und rettet ihr damit das Leben. Innerhalb
von wenigen Tagen erscheint Kim Phucs Foto in allen Zeitungen, aber
wie das weitere Leben des "Mädchens hinter dem Foto" verläuft, bleibt
dagegen weitgehend unbekannt.
    
    RAF ist Pop - wie aus Politik Mode wird
    Der RAF-Terrorist Andreas Bader als Pop-Held? Symbole deutscher
Terroristen als Mode-Design? Fast 25 Jahre nach dem "Deutschen
Herbst" 1977 befasst sicht eine junge Generation anscheinend
unvoreingenommen und oft auch unhistorisch mit dem Thema Terrorismus.
Das Phänomen taucht bundesweit auf: In Düsseldorf beschäftigt sich
die neue Frauen-Zeitschrift "tussi deluxe" in ihrer ersten
bundesweiten Ausgabe mit "Terrorismus und seiner Verarbeitung", in
Hamburg sind T-Shirts mit RAF-Emblemen Kult, und in Berlin rennen die
"Prada-Meinhoff-Girls" als Kunst-Event durch die Szene-Clubs. Ist
eine Generation nach der Hoch-Zeit des bundesdeutschen Terrorismus
ein sachlicherer und unverkrampfterer Umgang  mit diesem Angst-Trauma
der 70er Jahre möglich, oder ist die RAF als Pop nur ein neues
Mode-Event? "Nachtkultur" sucht Antworten bei den Machern der
aktuellen Terrorismus-Mode und bei Zeitgenossen aus den 70er Jahren.
    
    Zugabe: "Nina Hagen - Punk & Glory"
    Die einen halten seine Werke für Schund, die anderen finden sie
genial. Die Rede ist von Peter Sempel, deutsch-australischer Fotograf
und Filmemacher, der zur Zeit im Deutschen Filmmuseum ausstellt. Sein
jüngstes Werk ist eine filmische Porträt-Collage über Nina Hagen
beziehungsweise ein "psychodocumetarymusicfilm", wie er selbst sagt.
Ein Film, der ganz dem Geist entstspricht, aus dem Semplers Werke
gemacht sind: Menschen, die er mag und bewundert. "Nachtkultur" zeigt
einen Ausschnitt.
    
    
ots Originaltext: Südwestrundfunk
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