SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Donnerstag, 15. März 2001 (Woche 11)
(Woche 12)

Baden-Baden (ots) - Geänderten Beitrag für SR beachten! 17.05 (VPS 17.04) Die Wahl 2001 - fragen Sie Erwin Teufel, CDU (SR) Freitag, 16. März 2001 (Woche 11) 21.45 Nachtcafé Im Schatten von... Vorfahren, Vorgänger, Vorbilder Hineingeboren in eine berühmte Schriftstellerfamilie, verheiratet mit einem mächtigen Mann, umgeben von glänzenden Persönlichkeiten ... auf der einen Seite kann das ein großer Ansporn sein, selbst etwas Außergewöhnliches zu leisten. Andererseits können die Fußstapfen, in die man da tritt, ein Leben lang ein paar Nummern zu groß sein. Wie lebt es sich im Schatten von berühmten und bewunderten Menschen, als Tochter, Sohn, Schwester oder Lebensgefährtin? Ist es vor allem eine Last, oder überwiegen die sonnigen Seiten, weil allein schon der Name die Eintrittskarte zu den Spitzen der Gesellschaft und zum Erfolg ist? Und wie ist es, wenn man durch den Beruf zwangsläufig immer im dunklen Hintergrund wirkt, wie der Synchronsprecher Christian Brückner, oder aber die Schatten einer schrecklichen Vergangenheit nicht mehr los wird, wie es Ingo Hasselbach erlebt? Wieland Backes diskutiert mit: Prof. Frido Mann: Der Lieblingsenkel von Thomas Mann versuchte sich den langen Schatten der berühmten Schriftsteller-Dynastie jahrzehntelang zu entziehen. Schon als Jugendlicher verwehrte er sich das Schreiben und machte stattdessen eine Universitätskarriere als Theologe und Psychologe. Mittlerweile stellt er sich der Familiengeschichte und seinem Drang zu schreiben: Demnächst kommt sein vierter Roman heraus. Dr. Alice Brauner-Orthen: Die Tochter des Filmproduzenten Artur Brauner dagegen fühlte sich nie im Schatten, sondern immer im Schutz ihres Vaters. Ihre b eruflichen Ziele habe sie ohne die Hilfe ihres einflussreichen Vaters erreicht, sagt sie. Seit einem halben Jahr moderiert die promovierte Historikerin und Journalistin die Prominenten - Talkshow "Alice am Mittwoch" beim Privatsender TVBerlin. Dagmar Siegel: Als Ehefrau des Schlagerproduzenten Ralph Siegel genoss sie elf Jahre lang ein glamouröses und sorgenfreies Leben an der Seite ihres Mannes, allerdings zu seinen Bedingungen. Als sie ihrem eigenen Leben und ihrer Tochter mehr Aufmerksamkeit schenkte, scheiterte die Beziehung. Ihr Fazit: "Ich habe mich nicht in seinem Schatten gesehen, er hätte das jedoch gerne so gehabt." Gabriele Gysi: Gregor Gysis große Schwester hat außerdem noch andere "Schattenwerfer" in ihrem privaten Umfeld: Sie ist die Tochter des ehemaligen Kulturministers der DDR, Nichte der großen Doris Lessing und war die Lebensgefährtin des Intendanten Frank Castorf. Die Schauspielerin und Regisseurin hat allerdings nicht das geringste Problem mit den Berühmtheiten: "Wichtig ist doch nur, dass ich mein Leben lebe und mich nicht von der Sonne des Ruhms blenden lasse." Ingo Hasselbach: Der Journalist und Autor kämpft mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit. Bis 1993 war der Sohn eines DDR-Journalisten und SED-Parteifunktionärs ein führender Kopf der deutschen Neo-Nazi-Szene. Nach den Morden von Mölln und Hoyerswerda stieg er aus. Seitdem leiden er und seine Familie unter ständiger Lebensbedrohung durch einstige Gesinnungsgefährten. Heute lebt er zwangsläufig im Ausland und engagiert sich von dort aus in dem Aussteigerprojekt "EXIT". Christian Brückner: Der gelernte Schauspieler übt seit langen Jahren einen Schatten-Beruf aus. Als deutsche Stimme von Warren Beatty, Marlon Brando, Harvey Keitel und vor allem Robert de Niro wurde er bekannt, sein Gesicht blieb aber lange Zeit unerkannt. Das hat sich inzwischen geändert: Immer häufiger ist Brückner auch vor der Kamera und auf Lesungen zu bewundern. An der Bar ist Wayne Carpendale: Er wurde als Kind oft wegen seines bekannten, Schlager singenden Vaters gehänselt. Erst in einem englischen Internat konnte er sich als Jugendlicher frei entfalten. Heute allerdings ist der Name Carpendale für ihn eher eine Eintrittskarte ins Show-Business. Ein honorarfreies Pressefoto kann über dpa abgerufen werden. Samstag, 17. März 2001 (Woche 12) 18.30 Zauberhafte Heimat Erfurt Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt ist Gastgeber der heutigen Folge kurz nach Frühlingsbeginn. Zwar wird es zu dieser Zeit in der Blumenstadt Erfurt noch nicht grünen und blühen, aber die Stadt hat so viele architektonische Einmaligkeiten zu bieten, dass sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit lohnt, erst recht für den gebürtigen Thüringer Gunther Emmerlich. Erwähnt seien an dieser Stelle nur die weltberühmte Krämerbrücke im florentinischen Ambiente, der Dom St. Marien mit der größten Glocke Europas, der "Gloriosa", oder das prächtige Rathaus am Erfurter Fischmarkt. Viele epochemachende Geister hat es zu allen Zeiten in die Landesmetropole gezogen, wie beispielsweise Martin Luther, den Rechenkünstler Adam Riese, Johann Sebastian Bach, Johann Wolfgang von Goethe, der dort 1808 mit Napoleon zusammentraf, und 1970 den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt, der sich mit dem zu dieser Zeit amtierenden Ministerpräsidenten der DDR, Willi Stoph, im "Erfurter Hof" zu einem als historisch eingestuften Gespräch zusammenfand. Musikalische Gäste: Die 3 Bässe, Die Klostertaler, Andy Borg, die Erfurterin Gerda Gabriel, Kathrin & Peter und die erfolgreichste Eisschnellläuferin aller Zeiten, die Erfurterin Gunda Niemann-Stirnemann und andere. Dienstag, 20. März 2001 (Woche 12) Geänderten Beitrag für RP beachten! 18.15 Treffpunkt (RP) Im Grünen Die Natur rund um Gerolstein Moderation: Mario Schmiedicke (Erstsendung: 18.04.2000) Dienstag, 20. März 2001 (Woche 12)/13.03.2001 Geänderten Beitrag für RP beachten! 23.50 Treffpunkt (WH) (RP) Im Grünen Die Natur rund um Gerolstein Moderation: Mario Schmiedicke (Erstsendung: 18.04.2000) Freitag, 23. März 2001 (Woche 12)/13.03.2001 21.45 Nachtcafé Harte Frauen, zarte Männer... Vom Geschlechterkampf zum Rollentausch?" Während heutzutage Frauen bei der Rallye Paris - Dakar auf dem Siegerpodest stehen, suchen sich Männer in Männermagazinen Rat oder päppeln ihr Selbstwertgefühl in Wellnessfarmen auf. Das ehemals schwache Geschlecht ist stark im Kommen, die Schulter zum Anlehnen gerät ins Wanken. Verschwinden die Grenzen zwischen Mann und Frau? Ist die klassische Rollenverteilung dahin? Hat sich in den letzten Jahren ein Bewusstseinswandel in den Köpfen der Frauen vollzogen? Viele moderne Frauen zeigen eine souveräne Selbstständigkeit bei der Gestaltung ihrer Lebensziele, ohne dass sie gegen die Männerwelt ankämpfen wollen. Wieland Backes diskutiert mit: Ulrike Folkerts: Sie spielt seit mehr als elf Jahren die harte "Tatort"-Kommissarin "Lena Odenthal", die in Lederjacke und Jeans auf Verbrecherjagd geht. "Ich mag Lena, sie ist mir eine Freundin geworden", sagt die beliebte Schauspielerin, "aber trotzdem würde ich gerne mal in einem Liebesfilm mitspielen." Klaus Löwitsch gilt vielen als "Macho der Nation". Er war der hartgesottene Privatdetektiv "Peter Strohm" und der Zuhälterkönig "Napoleon Fritz", der keine Skrupel kennt. Doch selbst sieht sich Löwitsch keinesfalls als Testosteron-Ikone oder Frauenheld. Frauen findet er sogar zäher als Männer und behauptet: "Ich habe gegen eine Frau keine Chance." Vielleicht doch - mit etwas Galanterie? Wer weiß schon, dass der Kerl aus Eisen einst Tänzer in der Wiener Volksoper war? Marita Meister hat bereits während der Grundausbildung bei der Bundeswehr bewiesen, dass sie locker mit ihren männlichen Kollegen mithalten kann. Auf Empfehlung ihres Vorgesetzten bleibt sie der Kämpfenden Truppe in Stetten erhalten und will Panzerkommandeurin werden. Sie sagt: "Der Mann fürs Leben muss meine Berufswahl akzeptieren und tolerieren." Theda Haushofer hingegen würde nie ihre Münchner Küche mit der Kaserne vertauschen. Die ehemalige Stewardess hat sich vor zwölf Jahren entschieden, als Hausfrau und Mutter ein Leben an der Seite ihres Mannes zu führen. Heute hat sie vier Kinder und ist damit sehr glücklich. In einer Männerdomäne, so meint sie, würde sie nur ihre Weiblichkeit verlieren. Und die Waffen einer Frau zieht sie jedem Sturmgewehr vor: Auf die sanfte Tour kommt Frau am besten zum Ziel. Für Soheil Dastyari legen auch die Männer heutzutage die Waffen aus der Hand. Der Werbefachmann spürt für eine Hamburger Agentur Trends nach und hat in einer Studie herausgefunden: Der Mann im Werbespot weiß nicht mehr, wie er Mann sein soll. Meist ist er nur Staffage für starke Frauen. Er bleibt am Ende der Dumme und macht lieber auf androgyn als irgendetwas falsch. Was soll Mann sein: Macho oder Softie? Dastyaris Antwort: Wir müssen Männlichkeit ganz neu definieren. Thomas Heckner versucht, ein Beispiel dafür zu geben, wie Männlichkeit sein kann. Der Sozialpädagoge arbeitet in Südbaden in einem Heim für schwer erziehbare Jungen und weiß, welche Rollenklischees von harten Männern die Jungen im Kopf haben. Dagegen setzt Heckner bewusst auf Fürsorge und Vertrauen statt auf Stärke und Strafe. Dass er bei den Jungen damit manchmal auch auf Ablehnung und Verachtung stößt, hat ihn bisher noch nicht davon abgebracht. An der Bar: Katja Poensgen ist bereits Deutschlands schnellste Motorrad-Fahrerin - doch sie will mehr. Nächsten Monat startet die Profi-Rennfahrerin in der Motorrad-WM als weltweit erste Frau in der 250er-Klasse. Sie sagt: "Frauen können all das machen, was Männer auch tun." Zu Hause in Chemnitz verkaufte er Männerträume aus Chrom und Pferdestärken. Vom Motorradgeschäft seiner Eltern wechselte Marcel Kein vor zwei Jahren die Branche und kreiert nun in einer Frauendomäne Träume: Als Visagist schminkt er Models und Kundinnen in einer Düsseldorfer Parfümerie. Zu Hause hat er, was man sonst nur Frauen unterstellt: ein ganzes Arsenal an Duftwässerchen. Aber, so sagt er: Ein zarter Mann kommt an. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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