SWR - Südwestrundfunk

250. Ausgabe der SWR-Kultsendung "Was die Großmutter noch wusste" am 25. Februar: Die Großmutter bringt das Internet zum Kochen

Baden-Baden (ots) - Begleitangebot umfasst 12 Bücher, Webauftritt, E-Mail-Abo, Faxabruf und Videotext. "Ich bin auf mein Kind schon ein wenig stolz", sagt Werner O. Feißt auf 19 Jahre erfolgreicher Arbeit am TV-Herd zurückblickend. Der Erfinder und Moderator der Kult-Koch-Reihe "Was die Großmutter noch wusste" des Südwestrundfunks (SWR) hat dazu auch allen Grund, feiert er doch mit seiner Co-Moderatorin Kathrin Rüegg ein kleines Jubiläum: Am Sonntag, 25. Februar 2001, sendet das Südwestfernsehen die 250. Ausgabe der Sendereihe. Seit 1982 im Programm, verraten Rüegg und Feißt alle zwei Wochen inzwischen mehr als 800.000 Zuschauern bundesweit Rezepte, Tipps und Kniffe aus Omas Zeiten. Sie sind damit die Hüter eines Erfahrungsschatzes, der heute üblicherweise nicht mehr wie in vergangenen Zeiten von einer Generation zur nächsten überliefert wird. Und es sind nicht nur ältere Zuschauer, die die Großmutter-Ratschläge zu schätzen wissen. Auch jüngere Menschen begeistern sich für die halbstündige SWR-Reihe aus Baden-Baden mit ihrem umfangreichen Begleitangebot. Die Großmutter ist längst auf der Höhe der Zeit und multimedial präsent: mit eigener Internetseite (www.swr.de/grossmutter), E-Mail-Service, Videotext und Faxabruf. Inzwischen sind zur Sendung zwölf Bücher erschienen. Regelmäßige Zuschauerzahlen um 500.000 im Südwestgebiet bei einem Marktanteil bis zu 14 Prozent in den vergangenen Monaten lassen das kultige Kochduo Rüegg/Feißt auch nach 250 Folgen nicht müde werden. Denn dieser Marktanteilswert ist mehr als doppelt so hoch wie der gesamte Marktanteil des Südwestfernsehens von durchschnittlich 5,7 Prozent im vergangenen Jahr. Im Lauf der 19-jährigen Geschichte sind die Moderatoren dem Konzept der Sendung treu geblieben, sind die Studiodekoration, das Logo und die Titelmusik nicht verändert worden. Und dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - behauptet sich dieses Kleinod der Kochtradition in der hektisch gewordenen Fernsehlandschaft. Aber das wusste die Großmutter natürlich schon zu Zeiten, als es nur drei Programme gab. "Aus einer Sendung über Traditionen ist mehr und mehr eine Kochsendung geworden, allerdings ohne dass wir das Hergebrachte vergessen. Noch immer wollen wir keine reine Kochsendung sein, sondern ein Stückchen mehr als das. Dabei helfen uns auch der Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm und die Großmutter-Ärztin Dr. Ina Ilkhanipur", sagt Werner O. Feißt über den heutigen Anspruch seiner Südwest-Sendung. Der Erfolg gibt ihm recht. Und dieses Konzept findet sich auch in der Jubiläumssendung am 25. Februar wieder. Diese fällt durch puren Zufall auf Fastnacht, was Kathrin Rüegg zum Anlass nimmt, ihren Kollegen Werner O. Feißt nach Luzern einzuladen, wo die Schweizer Fastnacht eine bedeutende Rolle spielt. In der Sendung werden, in Form von Einspielfilmen, besondere Sehenswürdigkeiten des wichtigsten Fremdenverkehrsortes der Schweiz gezeigt. Und natürlich haben die beiden auch unter die Topfdeckel der Luzerner geschaut. Da die 250. Ausgabe erst eine Woche vor der Ausstrahlung produziert wird, bleibt es noch ein Geheimnis, welche Gerichte Rüegg und Feißt am schönsten See Mitteleuropas, am Fuße von Rigi und Pilatus für die Zuschauer entdecken. Die Entstehungsgeschichte der Großmutter beginnt eher zufällig: Der inzwischen pensionierte Hauptabteilungsleiter Werner O. Feißt hatte die Bildungsprogramme im Fernsehen zu verantworten und suchte nach neuen Zugängen der telegenen Wissensvermittlung. Da stieß er auf die Schweizerin Rüegg, die vierzigjährig ihr Antiquitätengeschäft in Basel schloss, um im Tessin seit 1971 als frühe Ökobäuerin Lebensmittel aus biologischem Anbau zu produzieren und zu verkaufen. Anfang der 80er Jahre schaute Feißts Kamerateam Rüegg über die Schulter, wobei Feißt die Idee zur Sendung "Was die Großmutter noch wusste" kam. "Von mir selber war erst später die Rede, als nach einer Reihe von Versuchen mit Co-Moderatoren ich spaßeshalber es selber versuchte, und alle der Meinung waren, ich müsste es machen. Offenbar habe ich mit Kathrin die absolut Richtige gefunden, die es versteht, Männer und Frauen zu faszinieren", resummiert Feißt. Und so zeigte das frischgebackene Fernsehduo fortan den Hausfrauen einfache Kochtechniken, nahm dem Hefeteig oder der Sauce Bernaise den kulinarischen Schrecken und erhob Knoblauch in den gesundheitlichen Adelsstand. "In die rohen Zehen reinbeißen ersetzt so manche Apparatemedizin", entgegnet Feißt den Knofi-Verächtern. "Die Auberginen-Sendung war ein Publikumsrenner", hält Rüegg fest. Dieses südländische Gemüse war seit Jahren in Deutschland bekannt, doch es wurde mehr oder weniger nur als mehlige Gurke verkocht. "Was die Großmutter noch wusste" machte aus Auberginen köstliche Gerichte, und zahlreiche Zuschauer fragten nach den Rezepten. Im Verlauf der 250 Sendungen hat das eingespielte Kochteam zwölf Bücher zu Speis und Trank, zu Brauchtum und Bewahrenswertem veröffentlicht. Titel wie "Großmutters Küche zwischen Elsass und Engadin" oder "Großmutters Mittelmeer-Küche - Kochen wie im Urlaub" belegen den Blick über den Tellerrand des Südwestens. Und es gibt auch in Zukunft noch genug Wissen, das die Großmutter weitergeben kann. Rüegg und Feißt bewegen sich vor der Kamera wie alte Bekannte, witzeln übereinander, spießen die Schwächen des jeweils anderen auf und wirken dabei wie ein vertrautes Ehepaar. "Die Tessiner Natur, in der ich lebe, gibt mir eine große Portion Geduld und Gelassenheit. Die brauche ich vor allem bei meiner Arbeit mit Werner im Studio", meint Rüegg. Sein manchmal ungezügeltes, fast chaotisches Temperament lenkt sie stets in gemächlichere Bahnen. "Aus dem Zweckmiteinander der gemeinsamen Sendungen ist längst etwas geworden, was ich Partnerschaft nennen möchte ", resümiert Feißt über seine Kathrin, "und natürlich ist sie beispiellos in ihrer Geduld mit mir, wenn ich alles weiß und das noch besser." Dabei hat das die Großmutter schon immer gewusst. Und gerade dieser besondere Umgang miteinander hat Kultcharakter. Spätestens seit Harald Schmidt in seiner Talk- und Comedy-Show Werner O. Feißt kochen ließ, ist diese Reihe jenseits der Kritik. Wer aber glaubt, Großmütter seien altbacken und nicht auf dem Laufenden, der irrt - zumindest in Bezug auf die TV-Oma des SWR. Denn diese setzt Fax, Post und Videotext (Südwesttext) für die Fans genauso ein, wie sie selbstverständlich im Internet zu Hause ist: Die Großmutter verschickt auf Wunsch der Zuschauer zu jeder Sendung inzwischen bis zu 55.000 Merkblätter mit Rezepten, Tipps und Tricks. Das Internetangebot kann monatlich circa 145.000 Abrufe verzeichnen. Im November 2000 wurden 42.483 Fax-Abrufe registriert. Und beim Südwesttext wurden im selben Monat die programmbegleitenden Seiten insgesamt 1,48 Millionen mal kontaktiert, wobei "Was die Großmutter noch wusste" neben dem Verbrauchermagazin "Infomarkt" eine Spitzenstellung einnimmt. Ein Foto des Moderatorenduos Rüegg/Feißt finden Sie in Download-Qualität im Internet unter www.ard-foto.de. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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