SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Montag, 19.02.01 (Woche 08) bis Donnerstag, 15.03.01 (Woche 11)

Baden-Baden (ots) - Montag, 19. Februar 2001 (Woche 8) Geändertes Thema beachten! 21.45 (VPS 21.44) Teleglobus Maskentanz und Seelenfresser Die Trommeln schlagen immer schneller. Das ganze Dorf ist zusammengekommen, und die Masken aus Blättern, Holz oder Stoff tanzen sich unter der sengenden Sonne West-Afrikas in Trance. Wer sich unter den einzelnen Masken versteckt, ist geheim. Nur eines ist gewiss: Ausschließlich Männer, Mitglieder von Geheimbünden, dürfen die Masken tragen. Wenn sie in die Masken schlüpfen, geben sie ihre Persönlichkeit auf und werden Zauberwesen - so der traditionelle afrikanische Glaube. Sie sollen für Regen sorgen, Unheil abewenden und jene bestrafen, die gegen die Regeln der Gemeinschaft verstoßen haben - und vor den Seelenfressern schützen. Als solchen gelten Frauen, die angeblich verhext sind und ausgestoßen werden, wenn sie erkannt werden. Wie kaum anderswo in Afrika leben in Burkina Faso solche für uns bizarre Rituale unter der Landbevölkerung fort. Doch die Abwanderung in die Städte, die Modernisierung und die christliche Religion verdrängen vielerorts diese Elemente echter afrikanischer Kultur. Damit gehen nicht nur Traditionen verloren, sondern auch der Zusammenhalt der Gemeinschaften, bei dem die Maskenrituale eine wichtige Rolle spielen. Dem versuchen nun Mitglieder der Geheimbünde und Intellektuelle durch die Gründung der "Gesellschaft zur Erhaltung der Masken" entgegenzuwirken. Modernisierung ja, aber nicht um den Preis der Selbstaufgabe. ARD-Korrespondentin Sabine Bohland ist es gelungen, bei der Herstellung der Masken, von der Fremde eigentlich ausgeschlossen sind, dabei zu sein und die Rituale um Maskentanz und Seelenfresser zu beobachten. Dienstag, 20. Februar 2001 (Woche 8) Geändertes Thema beachten! 05.30 (VPS 05.29) Teleglobus Maskentanz und Seelenfresser Montag, 26. Februar 2001 (Woche 9) Geändertes Thema beachten! 09.00 (VPS 08.59) Teleglobus Maskentanz und Seelenfresser Montag, 26. Februar 2001 (Woche 9) 22.15 Saldo Das Wirtschaftsmagazin Moderation: Karin Lambert-Butenschön Unter anderem mit folgenden Themen: DaimlerChrysler-Bilanz - Schicksalstag für Jürgen Schrempp: Am 26. Februar 2001 - am Rosenmontag - zieht DaimlerChrysler Bilanz 2000 und wagt eine Prognose 2001. Außerdem sagt die Konzernspitze, wie Chrysler saniert werden soll. Schicksalsfragen für Jürgen Schrempp. Wenn Chrysler nicht bald aus der Krise fährt, dann drückt das auf den Konzerngewinn und die Talfahrt der DaimlerChrysler-Aktie geht weiter. Der Vorstandssessel wird zum Schleidersitz. Sonntag, 4. März 2001 (Woche 10) 20.15 Drei Männer im Schnee nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner für die Bühne bearbeitet von Charles Lewinsky Schwäbische Fassung: Monika Hirschle und Isolde Rinker Aufzeichnung aus dem Stadttheater Heilbronn vom Dezember 2000 Erich Kästners Werk "Drei Männer im Schnee" hat von Beginn an mit seinem eigenen Charme bezaubert und die Phantasie vieler Regisseure beflügelt. Aber eigentlich ist es ein Stück, das auf den ersten Blick in der heutigen Zeit antiquiert wirkt. Auf den zweiten Blick entdeckt man jedoch die tieferliegenden Wahrheiten, die kleinen Tragödien der Personen und die ständig vorhandene Alltagskomik als Elemente des Stückes, die über den Tag Bestand haben. Da ist die Geschichte vom Millionär, der in der Freizeit gerne als "einfacher Mann" auftritt und sich als solcher auch in einem noblen Hotel einbucht. Da ist dann die Geschichte vom wirklichen einfachen Mann, der den Aufenthalt im nämlichen Hotel nur einem Gewinn verdankt. Und auf diesem einfachen Fundament lässt Kästner dann eine wunderbar komische Verwirrkomödie entstehen: Natürlich werden beide verwechselt, jeweils völlig anders vom Personal behandelt und von den weiblichen Hotelgästen auch völlig unterschiedlich umworben. Die Inszenierung des Stückes arbeitet diese Situation aber nicht nur einfach der Handlung gemäß ab, sondern findet immer wieder neue Kniffe, um das Absurde und dadurch auch Komische der Situation herauszuarbeiten. Hinzu kommt eine spürbare Lust der Schauspieler an dem Komödiantischen, die den Zuschauer aktiv in das Geschehen hineinzieht. Besetzung: Geheimrat Eduard Tobler (Thomas Braus), Hilde, seine Tochter (Elke Borkenstein), Johann, Diener Toblers (Andreas Wobig), Dr. Fritz Hagedorn (Torben Gerke), Hoteldirektor Kühne (Henning Kohne), Polter, Portier (Odo Jergitsch), Frau Casparius, Hotelgast (Karen Schwelm), Frau v. Mallebré, Hotelgast (Ursula Simon). Montag, 5. März 2001 (Woche 10) 20.15 Infomarkt-Marktinfo Moderation: Sabine Gaschütz und Wolf-Dieter Ebersbach Die Themen: Vererben oder Schenken? - So geht der Fiskus leer aus Vertretertricks - Die Methoden der Versicherungsbranche Euro-Falle - Mit Preisspielchen auf Kundenfang Montag, 5. März 2001 (Woche 10) 21.00 Richling - Zwerch trifft Fell Die Kabarett-Comedy-Show mit Mathias Richling ALLES NEU BEI RICHLING - ZWERCH TRIFFT FELL! Auf vielfachen Publikumswunsch hin erhält Kabarettist Matthias Richling im Südwestfernsehen einen neuen Sendeplatz für seine Show "Richling - Zwerch trifft Fell: montags um 21.00 Uhr. Und - aufgrund des Erfolges - gibt es jetzt sieben statt vier Ausgaben. In dieser Sendung am 5. März spottet Richling thematisch weitgefächert vom Samenraub bis zum Klonen, vom Fische(r)n in der Vergangenheit bis zum (Rinder-)Wahnsinn der Gegenwart. Fasnet ist vorbei und Richling kommt: jetzt werden hinter Masken die Gedanken sichtbar. Für den Kabarettisten ist allerdings- dank der Humorgrößen in der Politik - das ganze Jahr über närrische Zeit. Mit großem Erfolg nimmt Richling die Zeitgenossen aus Pollitik und Showbiz auf die Schippe. Bei der Aufzeichnung von "Richtling - Zwerch trifft Fell" in den Stuttgarter SWR-Studios ist immer Publikum dabei. Besonders begeistert aufgenommen werden die verschiedenen vorproduzierten Einblendungen, wo Richling sich optisch und sprachlich dem jeweiligen Objekt seines Spottes anverwandelt, Persönlichkeiten parodiert, die es verdient haben, auch wenn es meist keine verdienten Persönlichkeiten sind. Rudolf Scharping auf dem Hometrainer. Joschka Fischer beim Joggen oder im Gerichtssaal, Angela Merkel und Edmund Stoiber, umgeben von Asylbewerbern, für ihre bekannt humane Ausländer-Politik plädierend, Gerhard Schröder und seine Doris als Stars einer Soap-Opera oder Boris Becker in der Wäschkekammer, Alfred Biolek in der Küche oder Marcel Reich-Ranicki, welcher über die (sexuelle) Lust am Lesen reflektiert. Hellmuth Karasek schrieb im "Spiegel" über den schwäbischen Parade-Satiriker: "Andere Kabarettisten sind oft Parodisten, Imitatoren, Bauchredner. Richling, der für winzige Bruchteile gern zeigt, wie gut auch er imitieren und persiflieren könnte, wenn er nur wollte, ist ein Opfer. (...) Was Richlings Kabarett so aufregend macht: Er steht nicht, mit souveräner Komik, über den Dingen, sondern ist dauernd mit seinen Nerven zu Ende, kommt geistig unter die Räder". Zum Team von Richlings Show gehören Michael Maschke (Fernsehregie), Günter Verdin (Inszenierung) und Eberhard Streul (Redaktion). Montag, 12. März 2001 (Woche 11) 22.15 Saldo Das Wirtschaftsmagazin Moderation: Tilman Achtnich Unter anderem mit folgendem Thema: Schwachstelle - Warum die Telekom nicht halten kann, was sie verspricht: Wenn einige Kunden den rosaroten Panther des Telefon-Riesen aus Bonn erblicken, sehen sie rot. Die Klagen über die Deutsche Telekom häufen sich: schlechter Service, lange Wartezeiten, falsche Anschlüsse. Die Deutsche Telekom trommelte mit massivem Werbeeinsatz zum Beispiel für die neue Breitband-Technik T-DSL und brach dann ein. Die Zuliefererfirmen kamen nicht nach. Die Folge: enttäuschte Kunden, negative Presse - vom DSL-Chaos war die Rede. "Saldo" geht der Frage nach, wie es zu solchen Kommunikations- und Organisationspannen kommen kann, mit welchen Schwierigkeiten ein schnell wachsendes Unternehmen intern und extern fertig werden muss und wie Kunden und Mitarbeiter auf die Fehler des Telefon-Riesen reagieren. Donnerstag, 15. März 2001 (Woche 11) 22.15 Menschen und Straßen Heldenplatz Wien Ein Film von Birgit Kienzle Für seine Bewunderer ist der Heldenplatz der "schönste Platz" Wiens. Für seine Kritiker, und davon gibt es viele, Ausdruck österreichischen Größenwahnsinns. Enstanden ist diese Platzanlage, eine der größten der Welt, nach dem Scheitern der Revolution von 1848, in der, gerade an diesem Ort, die kaiserlichen Truppen endgültig die Aufständischen besiegt hatten. Der junge Kaiser Franz Josef kam an die Macht: Aufbruchstimmung in Wien, man begann zu bauen. Der Architekt Gottfried Semper entwarf Pläne für ein riesiges Ensemble, ein "Kaiserforum" sollte entstehen. Eine Arena für die Demonstration der Macht, angrenzend an den riesigen Komplex der Hofburg, ein Areal von mehreren tausend Quadratmetern, heute noch die "Machtzentrale" Österreichs, unter anderem Sitz des Bundespräsidenten. Der Heldenplatz wurde zu einem Schicksalsplatz für Wien, für das ganze Land. Dort wurde, nach fast 60-jähriger Regentschaft, Kaiser Franz Josef zu Grabe getragen, und auch Adolf Hitler verkündete dort im März 1938 den Anschluss seiner Heimat an das Deutsche Reich. Diesen Platz zum Synonym für verdrängte Vergangenheit machte der Autor Thomas Bernhard. Er gab dem Theaterstück, in dem die Rückkehr von emigrierten Juden nach Wien erzählt wird, die dort immer noch auf die gleichen Verhältnisse, die Gespenster treffen, den Titel "Heldenplatz". Die Uraufführung 1988 löste einen der größten Theaterskandale Österreichs aus. Seit ungefähr einem Jahrzehnt ist der Heldenplatz auch Schauplatz für das "andere" Österreich. Ein Land, das nicht mehr in Trauer über verlorene Größe die Gegenwart verschläft, sondern gegen die ewig "Gestrigen" aktiv wird. So protestierten 1993 circa 200.000 Menschen auf dem Heldenplatz mit einem "Lichtermeer" gegen das Volksbegehren der FPÖ unter Jörg Haider, das die Zuwanderung und Integrationsmöglichkeit von Ausländern drastisch beschränken sollte. Die Dokumentation sucht nach Spuren der Vergangenheit in Kellern, Dachböden, Büros und Räumen der Hofburg. Menschen kommen zu Wort, deren Leben direkt mit diesem Platz verbunden ist, oder, das durch Geschehnisse dort entscheidend beeinflusst wurde. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: