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Das Erste: REPORT Mainz, heute, 29.01.2001, 21.00 Uhr im ERSTEN

Mainz (ots) - REPORT MAINZ: Unregelmäßigkeiten bei Dopingprobe von Gold-Ringer Leipold / Experten: Nandrolon als Dopingmittel nicht ausreichend erforscht Bei der Dopingprobe des Goldmedaillen-Gewinners Alexander Leipold in Sydney ist es nach Recherchen des ARD-Politmagazins REPORT Mainz zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Leipold war wegen überhöhter Rückstände des Dopingmittels Nandrolon im Urin von den olympischen Spielen ausgeschlossen worden und hatte seine Goldmedaille zurückgeben müssen. Im Fall Leipold gibt es nach REPORT Mainz-Recherchen Hinweise darauf, dass seine Doping-Probe möglicherweise manipuliert wurde. Die offiziellen Doping-Unterlagen - die REPORT Mainz vorliegen - belegen, dass Leipold nur 50 ml Urin in Sydney als Probe abgegeben hat. Die Menge des untersuchten Urins betrug jedoch ausweislich des offiziellen Doping-Protokolls 85 ml. Leipolds Anwalt Axel Ulmer (Kaiserslautern) hatte deshalb die Sicherstellung der Probe beantragt, um zu überprüfen, ob manipuliert wurde. Nach seinen Angaben ist die Probe dennoch vor Ablauf der eigentlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist von 3 Monaten vernichtet worden. Ulmer wertet dies im REPORT-Interview als eindeutigen Verstoß gegen die IOC-Doping-Richtlinien. Spätestens im April, wenn in Lausanne der Fall Leipold erneut verhandelt wird, sollen diese eklatanten Widersprüche zur Sprache kommen. Das Ziel des Ringers Leipold ist klar: "Ich möchte meine Goldmedaille wieder haben." Zusätzlich berichtet REPORT Mainz über grundsätzliche Zweifel am Stand der wissenschaftlichen Forschung in Sachen Doping mit Nandrolon. So kritisiert der Heidelberger Doping-Fachmann Professor Werner Franke im REPORT-Interview, dass von Nandrolon-Rückständen im Urin nicht zwingend auf Doping geschlossen werden könne. Franke wörtlich: "Das ist wie im Mittelalter: Frau hat rote Haare, also wird sie als Hexe auf dem Marktplatz verbrannt". In REPORT Mainz bestätigen nun Untersuchungen aus Holland und Belgien, dass die Rückstände auch ganz normal über die Nahrungskette in den Körper gelangen können - in Konzentrationen, die zu Doping-Sperren führen würden. REPORT Mainz berichtet zudem über neuere Untersuchungen aus Schottland, wonach scheinbar saubere Nahrungsergänzungsmittel zu positiven Doping-Resultaten führen können. Auch dies bestätigt Franke, der bemängelt, dass die wissenschaftliche Grundlage für die internationale "Nandrolon-Gesetzgebung" im Sport unzureichend ist. Franke: "Jeder Wissenschaftler müsste sich schämen". Demnach sind weitere Forschungen dringend notwendig, um nicht weiterhin möglicherweise unschuldige Sportler zu verurteilen. Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet als RTF-Datei unter http://www.swr.de/report ots Originaltext: Südwestrundfunk (SWR) Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen rufen Sie bitte REPORT Mainz, Tel.: 06131/929-3351. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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