SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Samstag, 27. Januar 2001 (Woche 5)
Freitag, 2. Februar 2001 (Woche 5)

    Baden-Baden (ots) -  
  
    22.20    Frank Elstner: Menschen der Woche
                 Talkshow aus dem E-Werk Baden-Baden
    
    Die Gäste:
    
    Karl Dall: Am 1. Februar wird Karl Dall 60 Jahre alt. Seine
Karriere begann mit der Kult-Comedy-Band "Insterburg & Co.", danach
versuchte er sich in mehreren Fernsehformaten, wurde populär mit
seiner speziellen Art, harmlose Talkgäste zu vernehmen. Dall gilt als
einer, der das Niveau des deutschen Fernsehens nicht unbedingt nach
oben geputscht hat.
    
    Prof. Hermann Rauhe: Der Musikprofessor und Präsident der
Hochschule für Musik und Theater in Hamburg untersuchte jetzt für
"Bild" das Gesangstalent von Showmaster Thomas Gottschalk: Er könne
ganz gut singen, wenn er noch etwas übe. Professor Rauhe erklärt, ob
Talent tatsächlich messbar ist, oder ob man hier einem gigantischen
PR-Gag auf dem Leim gehen soll.
    
    Friedrich Nowottny: Ist er nun Friedrich der Große oder Mr. Bonn?
Dem Journalisten und Ex-WDR-Intendanten wird so einiges nachgesagt.
Das Wichtigste bei ihm aber ist: Er hat unheimlich viel erlebt und
noch mehr zu erzählen.
    
    Robin Makin  + Dr. Sabine Nowara: Ganz England bekommt Gänsehaut,
wenn es an die schreckliche Tat der beiden zehnjährigen Kindermörder
Robert Thompson und Jon Venables denkt, die den zweijährigen James
Bulger grausam umgebracht haben. Acht Jahre ist die Tat her. Nun
sollen die Täter ein neues, anonymes Leben beginnen. Zum
Unverständnis von  James Vater. Sein Anwalt Robin Makin wird Stellung
zu dem Fall nehmen. Außerdem ist die Diplompsychologin Dr. Sabine
Nowara zu Gast.
    
    
    Freitag, 2. Februar 2001  (Woche 5)/26.01.2001
    
    21.45    Nachtcafé
                 Mobilität: Heute hier, morgen fort ...
                 Von Arbeitsnomaden, Stubenhockern und Weltbürgern
                 Moderation: Wieland Backes
    
    "Sich regen bringt Segen" - Im Zeitalter der Mobilität wird die
Ahnung des Volksmunds zur Gewissheit. Der Umzugskarton als
Karrieremerkmal, die Bahncard als Beförderungsmittel im doppelten
Wortsinn. Nur wer bereit ist, sich (weg) zu bewegen, wird belohnt.
Statt allabendliches trautes Heim, fünf Tage weg von zu Hause. Die
moderne Berufswelt setzt Karrierewillige unter Zugzwang. Wer weiter
kommen will, muss mobil sein:  Heute hier, morgen fort! Doch wieviel
Mobilität verkraftet die Seele? Wieviel Hin und Her hält eine
Partnerschaft aus? Wie oft können Kinder die Schule wechseln, bis sie
zu Einzelgängern werden? Darüber diskutiert Wieland Backes mit seinen
Gästen:
    
    Rezzo Schlauch hat auf seinem Lebensweg Mobilität bewiesen. Der
Fraktionsvorsitzende der Bündnis-Grünen im Bundestag hat zwischen dem
heimatlichen Gerabronn, seiner "Home-Base" Stuttgart und der zweiten
Heimat in Berlin immer ein bemerkenswert unverkrampftes Verhältnis
zur Mobilität gehabt. Für seine Äußerung, das Automobil sei "ein
Mittel der Emanzipation und ein Instrument der Freiheit" musste
Schlauch dann auch kräftig Prügel aus den eigenen Reihen einstecken.
    
    Friedhelm Brebeck war nicht erst als Auslandskorrespondent der ARD
mobil. Mit Moped und ein paar Habseeligkeiten ist der junge Brebeck
als Gleisbauer, Bademeister oder Stahlarbeiter in Frankreich,
Schweden und Italien unterwegs gewesen. Erst jetzt, im wohlverdienten
Ruhestand, ist der Vagabund so richtig sesshaft geworden. Sichtbares
Zeichen: der Mann mit der markanten Stimme hängt zuhause Bilder auf.
    
    Ungewollt mobil war Aglaja Veteranyi. Bis zum 17. Lebensjahr war
die Schauspielerin und Schriftsstellerin mit ihren Eltern im Zirkus
unterwegs. Für sie war das Vagabunden-Leben aber alles andere als
romantisch. Soziale Kontakte außerhalb der Familie waren für die
junge Aglaja nämlich kaum möglich.
    
    Lothar Galow-Bergemann ist dem Reiz der Sesshaftigkeit erlegen. Er
würde eher auf Karriere, als auf einen festen Wohnort verzichten. Vor
acht Jahren hat der Krankenpflegehelfer sein Leben komplett
umorganisiert: Ohne Auto und mit einer Drei-Tage-Arbeitswoche hat er
mehr Zeit für Familie und politische Arbeit. Als Mitglied in der
Initiative "Autofrei leben e.V." kämpft er gegen den
"Mobilitätswahnsinn unserer Zeit".
    
    Andreas Hanitsch dagegen liebt es, unterwegs zu sein. Er steigt
als Unternehmensberater etwa 100 Mal pro Jahr ins Flugzeug. Für den
Vorgesetzten von 300 Mitarbeitern ist Flexibilität und Mobilität eine
Selbstverständlichleit, die er von sich und seinen Kollegen
gleichermaßen einfordert: "Wer nicht mobil ist, findet bei uns keinen
Arbeitsplatz." Der Preis für diese Flexibilität ist der Verzicht auf
ein intaktes Familienleben.
    
    Brigitte Hild war 13 Jahre lang unterwegs. Mit Ehemann und den
zwei Söhnen ging sie nach China, Marokko, Finnland und Schweden. Als
"mitreisende" Ehefrau kennt die 40-jährige die Probleme des ständigen
Neuanfangs: Heute betreibt sie eine Agentur, in der sie Familien
berät, die ins Ausland gehen wollen. Sie selbst ist froh, dass die
Zeit der ständigen Umzieherei für sie vorbei ist.
    
    An der Bar: Corinne Abele und Roland Brock. Zwischen ihren
Arbeitsplätzen liegen 11.000 Kilometer. Zuviel für das Ehepaar, um
zwischen Tübingen und Taipeh eine Wochendbeziehung zu pflegen. Doch
Wochenendbeziehungen sind, das wissen die Volkswirtin und der
Biochemiker aus eigener Erfahrung, anstrengender, als sich sechsmal
im Jahr für jeweils zwei Wochen zu sehen. Ein Beziehungs-Modell mit
Zukunft, denn dank Telefon und E-mail planen die Beiden erst einmal
keinen Umzug.
    
ots Originaltext: SWR
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