SWR - Südwestrundfunk

SWR: Freitag, 26. Januar 2001
23.15 Nachtkultur
Moderation: Markus Brock

Baden-Baden (ots) - Die Themen: Das Fleisch, die Macht, die Lust und ihre Folgen - eine Kulturgeschichte "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft". Seit BSE klingt dieser Werbespruch wie eine Farce. Über die Hälfte der Deutschen haben wegen des Rinderwahnsinns die Ernährung umgestellt: Die Fleischindustrie verzeichnet einen 80-prozentigen Rückgang des Rindfleischverkaufs seit Beginn der Krise. Dem Schweinefleisch droht in naher Zukunft ähnliches. Da kommt Nan Mellingers Studie zum Thema Fleisch gerade recht. Auf 200 Seiten erläutert die Berliner Autorin das Verhältnis des Menschen zum Fleischessen. Beispielsweise die Entwicklung der sozialen Bedeutung der Lust auf Fleisch seit Beginn der Menschheit, oder das Fleisch als Symbol für Macht, ob aus religiöser, wirtschaftlicher oder politischer Sicht. Ein umfassendes Werk über die Kulturgeschichte des Fleisches. Das Nichts, das Selbst, der Mensch und sein Ebenbild - eine Ausstellung in Baden-Baden Wer sich einer besonderen Form von Selbsterkenntnis aktiv stellen will, hat dazu ab dem 27. Januar Gelegenheit: Unter dem Motto "Du sollst Dir ein Bild machen" präsentiert die Kunsthalle Baden-Baden eine Ausstellungstrilogie, die sich mit dem "fremden" Ebenbild des Menschen befasst. "Fremd" im Sinne eines "nicht-menschlichen Bereichs", der dem Betrachter zwar verwandt aber doch fremd genug ist, um ihm als aussagekräftiges Gegenüber zu dienen. Zahlreiche Kunstwerke der Moderne führen - jeweils in einer Einzelschau - den metaphysischen, maschinalen oder animalischen Nachbarbereich des Menschen vor. Den Auftakt macht "Big Nothing", "Das große Nichts", mit der Darstellung jenseitiger Ebenbilder. "Nachtkultur" wirft einen ersten Blick auf das unbekannte Gegenbild des Menschen. Die Realität, der Film, das Kino und seine Geheimnisse - eine Chronik der Spezialeffekte Was wäre Kino ohne Tricks, Spezialeffekte und Computeranimationen? Sicherlich nur halb so interessant und um sehr viele Spitzenfilme ärmer. Seit rund 100 Jahren experimentieren die Filmemacher damit, beispielsweise in "King Kong", der 1933 die Spitze des Empire State Buildings erklomm, in "Tarantula", die Spinne, die 1955 den Zuschauern das Fürchten beibrachte, in Hitchcocks unvergessenem Film "Die Vögel" von 1963 oder in Disneys Zeichentrickfilmen. Die komplette Liste der Filme ist in dem Buch "Künstliche Welten" dokumentiert. Ob "Superman", "E.T.", "Ghostbusters" oder "Das Boot". Rolf Giesen und Claudia Meglin haben ein Filmlexikon herausgegeben, das alle offenen Fragen über Machart und Filmemacher der legendären Streifen beantwortet. "Nachtkultur" stellt das Buch vor. Der Fotograf, sein Star, die Ausstellung und eine Freundschaft - eine Begegnung von Herbert Grönemeyer und Anton Corbijn Mit der Kamera seines Vaters hat alles angefangen. Mit ihr machte der Niederländer Anton Corbijn seine ersten Porträts von Pop-Stars. 1979 ging er nach London, um die Musikszene besser verfolgen zu können. Das anfängliche Hobby wurde zu seinem Beruf. Heute zählt Anton Corbijn zu den besten Porträtfotografen der Musikwelt und hat sich auch als Video-Clip-Produzent einen Namen gemacht. Ab Februar sind im Düsseldorfer NRW-Forum seine Fotografien von 1976 bis heute zu sehen. Natürlich mit dabei: Bilder von Stars wie Bono, Björk, Mick Jagger und Herbert Grönemeyer, mit dem Anton Corbijn eng befreundet ist. "Nachtkultur" hat Anton Corbijn und Herbert Grönemeyer in London getroffen. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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