SWR - Südwestrundfunk

Vergessene Kapitel der NS-Geschichte
Zeitzeugen brechen ihr Schweigen erstmals in SWR-Reihe

Baden-Baden (ots) - "Fünfzig Jahre habe ich kein Wort gesagt, erst jetzt und heute war es mir möglich, über die Leichenberge und die Toten zu sprechen, denen ich die Goldzähne herausnehmen musste." Das sagt ein Zeitzeuge des Holocaust, damals Angehöriger des so genannten Sonderkommandos in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau, das die Asche der Ermordeten entsorgen und somit die letzten Spuren der Vernichtung beseitigen musste. Einige dieser "Sonderkommando-Häftlinge", von denen nur wenige überlebt haben, brechen jetzt für das deutsche Fernsehen erstmals ihr Schweigen. In dem Film "Sklaven der Gaskammer - das jüdische Sonderkommando in Auschwitz" berichten sie über die Vorgänge im Zentrum des industrialisierten Massenmordes: am Mittwoch, 24. Januar 2001, um 23.30 Uhr im Ersten und am Samstag, 27. Januar, um 21.00 Uhr im Südwestfernsehen. Dem Autor Eric Friedler war es erst nach monatelanger Recherche und Vertrauensarbeit gelungen, die Beteiligten zur Mitarbeit zu bewegen. Sein Film ist der Auftakt einer vierteiligen zeitgeschichtlichen Dokumentationsreihe. Der Südwestrundfunk (SWR) will mit diesen Eigenproduktionen bis 17. Februar jeweils samstags um 21.00 Uhr an Kapitel des Nationalsozialismus erinnern, die im öffentlichen Bewusstsein in Vergessenheit geraten sind. Auch die drei weiteren Filme behandeln Themen, die bislang im deutschen Fernsehen kaum beziehungsweise gar nicht aufgegriffen wurden: zum Beispiel die 500.000 Frauen in der Wehrmacht ("Frauen in Uniform. Die Wehrmachtshelferinnen im Zweiten Weltkrieg" am 3. Februar). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schien es, als habe es sie nie gegeben. Sie selbst hüllten sich in Schweigen und versuchten, zu vergessen. Selbst die wissenschaftliche Forschung kapitulierte bisher vor diesem Schweigen, es gibt so gut wie keine wissenschaftliche Arbeit, keine ernst zu nehmende Buchveröffentlichung und keinen Fernsehfilm über Wehrmachtshelferinnen. Die Tatsache, dass der erste bemannte Raketenflug der Welt auf der Schwäbischen Alb stattgefunden hat, im Auftrag der SS, dürfte sogar als völlig unbekannt gelten. Der Film "Der vergessene Raketenflug. Chronik einer tragischen Pioniertat" am 10. Februar berichtet von diesem Unterfangen, dessen Akteure keine Rücksicht auf Verluste kannten. Eine tragische Pioniertat, denn der Pilot der Rakete (Deckname "Natter") kam dabei ums Leben. Und auch der abschließende Beitrag der Reihe beleuchtet ein bislang medial vernachlässigtes Thema: die Liebesbeziehungen zwischen jungen norwegischen Frauen und deutschen Wehrmachtssoldaten während der Besatzungszeit. Fast jede zehnte Frau in Norwegen hatte einen deutschen Freund. Nach dem Krieg mussten sie bitter dafür büßen, wurden als "Deutschenflittchen" beschimpft und wie Kollaborateure hart bestraft. Bis heute finden nur sehr wenige Frauen den Mut, ihre Geschichte zu erzählen. In dem Film "Ich liebte den Feind. Norwegische Frauen und ihre Liebe zu deutschen Wehrmachtssoldaten" am 17. Februar erinnern sie sich. Sendedaten: "Sklaven der Gaskammer - das jüdische Sonderkommando in Auschwitz" Mittwoch, 24. Januar, 23.30 Uhr im Ersten; Samstag, 27. Januar, 21 Uhr in SÜDWEST "Frauen in Uniform. Die Wehrmachtshelferinnen im Zweiten Weltkrieg" Samstag, 3. Februar, 21 Uhr in SÜDWEST "Der vergessene Raketenflug. Chronik einer tragischen Pioniertat" Samstag, 10. Februar, 21 Uhr in SÜDWEST "Ich liebte den Feind. Norwegische Frauen und ihre Liebe zu deutschen Wehrmachtssoldaten" Samstag, 17. Februar, 21 Uhr in SÜDWEST Diesen Text finden Sie zum Herunterladen im Internet unter www.swr.de/presse/news/index.html und Fotos zu den Filmen in Download-Qualität unter www.ard-foto.de. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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