SWR - Südwestrundfunk

25 Jahre SWR-Dokumentarreihe "Länder-Menschen-Abenteuer": Filmische Länderreisen für die Dritten der ARD
Zwei Jubiläumsfilme führen die fast 400 Filme umfassende Reihe nach Tansania

Baden-Baden (ots) - Die vom Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden produzierte Fernsehreihe "Länder-Menschen-Abenteuer" blickt im Januar 2001 auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Im Rahmen dieses Jubiläums startet das Südwestfernsehen am Mittwoch, den 10. Januar 2001 in dieser Jubiläumsreihe um 20.15 Uhr die zweiteilige Dokumentation "Tindiga - die da laufen". Der zweite Teil läuft am darauf folgenden Mittwoch, den 17. Januar 2001 ebenfalls um 20.15 Uhr auf dem wöchentlichen Sendeplatz der Reihe "Länder-Menschen-Abenteuer" im Südwestfernsehen. In den beiden Filmen der Autorin Annette Wagner geht es um ein Kino in der Dornbuschsteppe, durch das "die Bilder der Ahnen heimkehren". Wagner meint damit altes Filmmaterial des deutschen Forscherehepaares Kohl-Larsen, die Ende der 30er Jahre das rurale Leben des ostafrikanischen Nomadenvolkes der Hadzabe studiert haben. Dieses Filmmaterial zeigt Wagner den heutigen Hadzabe-Nomaden. Darunter auch inzwischen erwachsene Stammesangehörige, die vor Kohl-Larsens Kamera als Kleinkinder posiert haben. Ludwig Kohl-Larsen und seine Frau Margit lebten lange mit den scheuen Wildbeutern zusammen, filmten und fotografierten sie erstmals. "Tindiga - die da laufen" nannte man sie damals. Die alten Dokumentaraufnahmen aus dem Besitz der Universität Tübingen sind ein Schatz, die der SWR behutsam restauriert und an den Ort ihrer Herkunft zurückgebracht hat. Das Filmteam ging dabei der Frage nach, ob sich die ursprüngliche, schlichte Lebensweise der Hadzabe im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, ob die Menschen immer noch von den Früchten und Tieren des Busches allein leben. Ein SWR-Team mit Filmautorin Wagner reiste dafür im Sommer 2000 durch die tansanische Savanne. In der Gegenüberstellung von altem Filmaterial an den Originalschauplätzen kam heraus, dass sich einiges im Leben der Hadzabe geändert hat, vieles jedoch auch geblieben ist: Uralte, aber auch junge Hadzabe gaben ihre Antworten in der sogenannten Klicklautsprache. "Die Schatten der Ahnen kommen zurück und huschten über die Leinwand inmitten des tansanischen Busches", resümiert die Filmautorin Wagner ihre Arbeit. Gebannt saßen die Wildbeuter und schauten auf das restaurierte Filmmaterial. Matayo etwa, ein uralter Jäger erkannte seinen Vater. Kinder jubelten über Tiere, die sie hier schon lange nicht mehr sahen. Das Kino in der Dornbuschsteppe wurde ein bewegender Abend für die Jäger und Sammlerinnen. Und für die Autorin Ausgangspunkt zu einer filmischen Abenteuerreise durch Vergangenheit und Gegenwart der ostafrikanischen Hadzabe. Die zweiteilige Dokumentation "Tindiga - die da laufen" läuft in der seit 1975 bestehenden Reihe "Länder-Menschen-Abenteuer". Fast 400 Dokumentarfilme haben in diesen 25 Jahren Millionen Fernsehzuschauer in nahe und ferne Länder entführt, zu schwarzen Voodoo-Priesterinnen in New Orleans und zu stillen Kanälen in Burgund, zu wilden Reitern in der Mongolei und zum Totenritual der Senufo im Land Elfenbeinküste, auf das Postschiff nach Hammerfest und auf die Fahrt mit der atemberaubendsten Eisenbahn Mittelamerikas im Norden von Mexiko, aber auch zu Goldgräbern und Schatzsuchern in Australien. Zum Konzept der Sendereihe gehörte es, dass jeder der 45-minütigen Filme in eine Gegend führt, die vielen Menschen unbekannt ist. Nach Angaben der verantwortlichen Redakteure Paul Schlecht und Karl Schüttler beim SWR in Baden-Baden wird dabei "jede Region mit den Augen eines möglichst vorurteilsfrei Reisenden entdeckt und beschrieben. Die Dokumentationen zeigen die Menschen eines Landes zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen alltäglicher Freude und Überlebenskampf." Die Reihe "Länder-Menschen-Abenteuer" sei dem Trend zum schnellen Schnitt und zum oberflächlichen Blick in den vergangenen 25 Jahren nie nachgegangen. Die Filmemacher und die Redaktion schauten genau hin, wie andere Völker leben, wie sie ihren Alltag meistern, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, aber auch was ihnen an Traditionen durch Tourismus, industrielle Ausbeutung und Informationsvernetzung verloren gehe, formulieren die Fernsehmacher selbst. Mit dem Erreichen des 25-jährigen Sendejubiläums verabschiedet sich Karl Schüttler, einer der Macher dieser Reihe, in den Ruhestand. Nachfolgerin als verantwortliche Redakteurin wird ab Januar 2001 Ulrike Becker. Diese Dokumentationsreihe gehört zu den renommiertesten Dokumentationsreihen im deutschen Fernsehen. Seit nunmehr 25 Jahren läuft diese vom Südwestrundfunk (SWR) produzierte Reihe über ferne Länder und Besonderheiten fremder Kulturen zuerst im Südwestfernsehen und zeitversetzt in allen dritten Programmen der ARD, den Kanälen 3sat, arte und Phoenix. Allein im Südwesten Deutschlands wird die Dokumentarreihe jede Woche zeitversetzt von mehr als zwei Millionen Zuschauern gesehen. Bilder zu den Jubiläumsdokumentationen "Tindiga - die da laufen" in Download-Qualität finden Sie im Internet unter www.ard-foto.de unter Angabe des Sendedatums (10.1.2001 + 17.1.2001) und Sendezeit (20.15 Uhr). ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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