SWR - Südwestrundfunk

KLASSEDING als Modell für neue medienpädagogische Ansätze
SWR-Medienworkshop intensiviert Zusammenarbeit zwischen Kultusministerium und DASDING

Baden-Baden (ots) - Internetnutzung und Handybesitz sind bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren deutlich angestiegen und haben sich im Vergleich zu 1999 nahezu verdoppelt. Diese rasante Entwicklung und das damit einhergehende stark veränderte Mediennutzungsverhalten führe dazu, dass die nachwachsende Generation als erste echte Multimediageneration bezeichnet werden könne. So lautet die Bilanz der aktuellen Studie "Jugendliche, Information und (Multi-)Media" (JIM) 2000 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest, die am 9.11. beim SWR-Medienworkshop KLASSEDING in Baden-Baden vorab vorgestellt wurde. Ca. 50 Ausbilder der Multimediaberater an den Schulen in Baden-Württemberg waren der gemeinsamen Einladung des Südwestrundfunks (SWR) und des Lehrerfortbildungsreferates des Kultusministeriums Baden-Württemberg gefolgt, um mit Redakteuren von DASDING, dem Jugendangebot des SWR, über neue medienpädagogische Konzepte zu diskutierten, die dieser Entwicklung Rechnung tragen. Als Modell dafür dienten die KLASSEDING-Workshops, mit denen DASDING seit über zwei Jahren eine intensive medienpädagogische Arbeit an über 40 Schulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz leistet. In seinem Grußwort zur Eröffnung des Medienworkshops betonte SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann, dass angesichts der dramatischen Veränderungen durch die Neuen Medien Journalisten ebenso wie Lehrer täglich vor neue Herausforderungen gestellt würden. Dabei seien die Jugendlichen ihrer Elterngeneration im Umgang mit den Neuen Medien oftmals um einiges voraus. Deshalb sei es wichtig, auch gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen um mit Potenzial und Gefahren dieser Entwicklung umzugehen. In diesem Sinne sei DASDING für den Südwestrundfunk das, was moderner Medieneinsatz für die Schule sei: "Die Reaktion auf die Neuen Medien!" Vor drei Jahren als Multimedium konzipiert, das Radio, Fernsehen und Internet verbindet, sei der eigentliche medienpädagogische Ansatz in Form der KLASSEDING-Workshops erst nach und nach entwickelt worden. Ursprünglich, so Hermann weiter, sei es in erster Linie darum gegangen, ein glaubhaftes multimediales Programm von Jugendlichen für Jugendliche zu machen. Mittlerweile hätten sich jedoch die KLASSEDING-Workshops zu einer viel beachteten und vorbildlichen Einheit entwickelt. Auf die positive Resonanz im In- und Ausland, verwies auch Helge Haas, stellvertretender Leiter von DASDING, und Erfinder der KLASSEDING-Workshops. Als öffentlich-rechtliches Jugendprogramm verstehe DASDING die Workshops als wesentlichen Teil seines allgemeinen Bildungsauftrags. KLASSEDING, so Haas weiter, "ist das mobile DING in bunten Kisten". Mit acht vernetzten Computern und vier Betreuern mache es aus jedem beliebigen Klassenzimmer im Handumdrehen ein vollwertiges Multimedialabor. Ziel der jeweils viertägigen KLASSEDING-Workshops sei es, die Schüler mit den journalistischen Arbeitsweisen im Multimediazeitalter vertraut zu machen. Dabei reiche das Spektrum von der Vermittlung journalistischer Grundkenntnisse über die digitale Ton- und Bildbearbeitung bis zur Fertigstellung von Beiträgen, die im Programm von DASDING gesendet werden. Mit den Workshops, so Haas weiter, gebe DASDING jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Medienumgebung selbst zu gestalten und gleichzeitig im Umgang mit den Medien kritisch zu sein. Genau diese Vermittlung von Medienkompetenz forderte Vera Schäffer, verantwortlich für die Multimediafortbildung beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, von einer sinnvollen Medienpädagogik. "Deshalb passen die KLASSEDING-Workshops auch ganz genau in unseren medienerzieherischen Auftrag. Sie ergänzen unser bisheriges Fortbildungsangebot hervoragend." Außerdem, so Schäffer weiter, unterstützten die Workshops zugleich auch diejenigen Lehrerinnen und Lehrer, die bisher im Multimediabereich noch wenig Erfahrungen haben, da sie durch den Einsatz der Profis von DASDING und deren technischem Equipment in Vorbereitung und Organisation des Unterrichts entlastet werden. So seien die Workshops in der Tat ein geeignetes Modell für die gemeinsame Arbeit an einem bewussten Umgang mit den Neuen Medien. Und genau aus diesem Grund, so betonte Schäffer abschließend, "ist das Kultusministerium auch sehr an einer engen Zusammenarbeit mit den KLASSEDING-Workshops interessiert." Neben der Diskussion über den praktischen Nutzen der Workshops für die Schüler, konnten die 50 angereisten Multimedia-Ausbilder den KLASSEDING-Workshop auch selbst ausprobieren. An Multimedia-PCs konnten sie unter Anleitung von DING-Coaches selbst Audiobeiträge und Grafikserien produzieren. Das sich immer mehr Lehrer an die KLASSEDING -Ausrüstung setzten ist kein Zufall: Denn neben der praktischen Arbeit an Schulen, so Haas, gebe es zunehmend Anfragen von Medienzentren und Universitäten, um die medienpädagogischen Erfahrungen aus den KLASSEDING-Workshops in die Aus- und Fortbildung von Pädagogen einfließen zu lassen. Auch hätten angehende Lehrer die Workshoparbeit in Seminaren an den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg schon praktisch erprobt und den Einsatz im Unterricht diskutiert. Darüber hinaus habe es zahlreiche Vorträge und Seminare über das Workshopkonzept gegeben, z.B. bei den Kongressen der Landesbildstellen Baden und Württemberg und an der Staatlichen Akademie für Lehrerfortbildung Donaueschingen. Deshalb, so Haas weiter, entwickle DASDING in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg nun auch ein Modell für die Lehrerfortbildung im Bereich der Medienpädagogik. Grundlage dafür sei - auch hier - die Arbeit der KLASSEDING-Reporter. DASDING-Frequenzen auf UKW: 98,9 MHz (Ulm), 90,8 MHz (Stuttgart), 90,5 MHz (Tübingen/Reutlingen), 107,2 MHz (Ravensburg), 91,5 MHz (Heidelberg), 100,5 MHz (Bad Mergentheim), 100,6 MHz (Buchen), 99,4 MHz (Koblenz) und 91,3 MHz (Bad Marienberg) DASDING im Internet: www.dasding.de ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Presse-Kontakt: Georg Brandl Tel. 07221/929 3216 E-Mail: georg.brandl@swr.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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