SWR - Südwestrundfunk

Themenabend "Vor dem Tod" am Mittwoch, 1. November (Allerheiligen) ab 20.15 Uhr
Südwestfernsehen nimmt Tabu-Thema Tod ins Programm

    Baden - Baden (ots) -

    Diskussion mit Jean Ziegler, Michael Schröter, Martin Klumpp, Rainer Marten und Jan Assmann

    Das Südwestfernsehen sendet am Mittwoch, 1. November einen
Themenabend um das Tabu-Thema Tod. Am Feiertag Allerheiligen laufen
ab 20.15 Uhr bis 01.00 Uhr eine Mischung aus Spielfilm, Reportage,
Diskussion und Dokumentationen. Der Film "Nana" um 20.15 Uhr aus der
Reihe "Debüt im Dritten" erzählt etwa die Geschichte eines todkranken
sechzehnjährigen Mädchens. Über den Tod wird wenig gesprochen, eher
schon über ein mögliches Leben nach dem Tod. Zu denken geben
allerdings die sich auf verblüffende Weise ähnelnden Berichte von
sogenannten Nahtoderfahrungen. Warum bedauern immer wieder
Unfallopfer, Todkranke und Patienten auf dem Operationstisch, aus dem
Lichtkreis durch den Tunnel wieder zurück in ihre leibliche Hülle
kehren zu müssen? Neue medizinische Forschungsergebnisse legen nahe,
dass das Gehirn in diesen Augenblicken des Quasi-Totseins chemisch
gesehen nicht einfach "Schluss macht". Ein Hinweis auf ein Leben nach
dem Tod? Joachim Faulstich geht dieser Frage in seiner Dokumentation
"Jenseitsreisen" um 22.00 Uhr nach.
    
    Ganz anders nähert sich der Heidegger-Schüler Rainer Marten dem
Phänomen Tod. Für den Freiburger Philosophen ist der Tod der Intimus
des Menschen. Kein gelingendes Leben ohne den Tod, ohne die mutige
Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Wenn es nach Marten
geht, dann brauchen Menschen den Tod mehr als die eigene Mutter:
"Leben und Tod brauchen einander." Vor dem Tod sind alle Menschen
gleich; doch im Leben und Sterben unterscheiden sie sich erheblich
voneinander: individuell, gesellschaftlich, kulturell, geschichtlich.
Der Tod ist ein "Kultur-Generator ersten Ranges", so sieht es der
Heidelberger Ägyptologe Jan Assmann, der an der
Themenabend-Diskussion teilnimmt: "Ein wichtiger Teil unseres
Handelns, und gerade der kulturell relevante Teil, Kunst,
Wissenschaft, Philosophie, Wohltätigkeit, entspringt dem
Unsterblichkeitstrieb, dem Trieb, die Grenzen des Ich und der
Lebenszeit zu transzendieren." Was diese philosophischen Einsichten
für die Lebenden bedeutet, wird Teil der Themenabend-Diskussion um
22.45 Uhr sein, an der neben Marten und Assmann auch der Schweizer
Soziologe Jean Ziegler, der Heidelberger Neurologe Michael
Schröter-Kunhardt und der Stuttgarter Prälat und Trauerbegleiter
Martin Klumpp teilnehmen.
    
    An die Reaktionen Medien/Kirche/Gesellschaft
    
    "Neue Kleider für die Ahnen" aus der Auslandseihe "Teleglobus"
berichtet anschließend um 23.45 Uhr von dem wichtigsten Fest auf
Madagaskar. Dort werden in regelmäßigen Abständen die Gebeine der
Ahnen in einem aufwendigen Zeremoniell umgewendet - eine
Verpflichtung der Lebenden den Toten gegenüber, die die Madegassen
wichtiger nehmen als die Sorge für ihre Kinder.
    
    Aus der Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" folgt um
00.15 Uhr der Film über die Pyramiden von Memphis in Ägypten.
Gegenüber der Millionenstadt Kairo erheben sich diese Pyramiden,
darunter die herausragenden Cheops-, Chefren-, und Mykerionos
Pyramiden, die Grabstätten der gleichnamigen Pharaonen. Als Ägypten
um 2.900 vor Christus zu einem Großreich vereinigt wurde, wählten die
Pharaonen das im südlichen Nildelta gelegene Memphis als Hauptstadt.
Die Epoche der Pyramidenbauten, die im Alten Reich einsetzte, fand
ihren Höhepunkt schließlich in den großen Pyramiden von Giseh, der
Stadt der Toten, heute ein Vorort Kairos. Dreihundert Jahre vor dem
Bau der ersten großen Pyramide war in Sakkara die erste Nekropole
entstanden. Der Baumeister Imhotep hatte dort die erste Pyramide
entworfen. Die traditionellen Gräber der Ägypter waren die
sogenannten 'Mastabas', rechteckige Gebäude aus Lehm, mit Flachdach
und mehreren Räumen. Übereinandergesetzt, entstand eine 69 Meter hohe
Stufenpyramide. Für die 146 Meter hohe Cheops-Pyramide, deren Seiten
jeweils eine Fläche von 20.000 Quadratmetern aufweisen, verbauten die
Arbeiter 2,3 Millionen Quader, die bis zu drei Tonnen schwer waren.
Die Griechen priesen die Pyramiden als eines der sieben Weltwunder.
Heute existiert von den sieben Weltwundern nur noch eines: die
Pyramiden.
    
    Abgeschlossen wird der Themanabend mit der Dokumentation "Der
unsterbliche Tod", in der Menschen, Angehörige oder Betroffene von
ihren Erfahrungen mit dem Tod reden. Darunter fallen Erlebnisse aus
der Sterbebegleitung professioneller und privater Art.
Krankenpfleger, Krämende und Thanatokraten, also Bestatter und
"Todesverwalter" in Behörden und Sterbeorten, kommen in dieser
Dokumenation zu Wort.
    
    Über den Themenabend hinaus bringt die neue Sendung "Um Elf" einen
fünfteiligen Programmschwerpunkt mit dem Titel "Jenseits" vom 21.
November bis 19. Dezember jeweils dienstags um 23.00 Uhr im
Südwestfernsehen.
    
ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.:
07221/929-4233 oder
Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: