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Baden-Baden (ots) - REPORT MAINZ: Ver.di-Diskussion droht ÖTV zu zerreißen / Bezirk Hamburg erwägt Spaltung und warnt vor "Trümmerhaufen" Mainz, 10.09.2000 - Der Streit in der ÖTV um die geplante Dienstleistungsgewerkschaft ver.di droht zu eskalieren. Nach einem Bericht des ARD-Magazins Report Mainz steht die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes vor der Spaltung. So sind große Teile des Hamburger ÖTV-Bezirks gewillt, auszuscheren und die bereits begonnene Zusammenarbeit mit anderen ver.di-Gewerkschaften, insbesondere der DAG, zu intensivieren. Die Betriebsratsvorsitzenden der Lufthansa-Basis und der Hamburger Hochbahn erklärten übereinstimmend, der ver.di-Prozess sei unumkehrbar. "Wir sind gewillt, ver.di mitzugründen. Wenn da einige aus der ÖTV nicht mitspielen wollen, gehen wir alleine zu ver.di", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Hamburger Hochbahn, Walter Bischoff, zu Report Mainz. Der ÖTV-Arbeitnehmervertreter bei der Lufthansa-Basis in Hamburg, Manfred Calsow erklärte, "wenn es tatsächlich denjenigen gelingt, die es versuchen ver.di zu hintertreiben, dann wird es in der ÖTV zur Spaltung kommen." Hintergrund der Auseinandersetzungen ist die Frage, wie sich die ÖTV als größter Partner der geplanten Dienstleistungsgewerkschaft organisatorisch aufstellt. Starke Landesbezirke in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt wollen die Flächenpräsenz und die Tarifzuständigkeit erhalten. Mit den ver.di-Partnern - neben der ÖTV die DAG, die HBV, die IG Medien und die Deutsche Postgewerkschaft - ist eine mehr zentrale Organisationsform mit einzelnen Fachgruppen vereinbart. Innerhalb der ÖTV mehren sich die Befürchtungen, dass die bestehenden Probleme der ÖTV mit ver.di nicht gelöst werden können, insbesondere der anhaltende Mitgliederschwund. So spricht der Vorsitzendes des Bezirks Nordrhein-Westfalen II, Hartmut Limbeck, gegenüber Report Mainz von der Gefahr, ver.di werde ein "Papiertiger", der die ursprünglich verfolgte Vision einer starken Dienstleistungsgewerkschaft verfehle. Demgegenüber warnt der Vorsitzende des Hamburger Bezirks, Wolfgang Rose davor, vom ver.di-Zug abzuspringen: "Wenn wir diese Möglichkeit nicht nutzen, dann ist es wirklich so, dass wir Gefahr laufen, ein Trümmerhaufen zu werden, der weitgehend an Bedeutung verliert." ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Report Mainz, Tel.: 06131/929-3351. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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