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Südwestrundfunk (SWR): Fünfter Teil der neuen Reihe "Junger Dokumentarfilm" im Südwestfernsehen:

Baden-Baden (ots) - Guerilla-Shooting in Hongkong "No waiting" schildert Künstleralltag in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Am Montag, 11. September zeigt das Südwestfernsehen mit dem Film "No waiting" den fünften und letzten Teil seiner neuen Reihe "Junger Dokumentarfilm". Der Film von Britta Stöckle ist ein humorvolles und einfühlsames Porträt über den Idealismus junger Hongkonger Künstler. Der Film erzählt in mehreren ineinander verschachtelten Porträts die Geschichte der Kunstszene in Hongkong. Die Künstler reflektieren in teilweise inszenierten Gesprächen miteinander ihre Situation: wie entsteht Inspiration? Was bedeutet es, Hongkonger zu sein? Was hat sich verändert seit der Rückgabe Hongkongs an China im Juli 1997? "No waiting" spürt dem Lebensgefühl kreativer Menschen nach, die sich bewusst für ein Leben in Hongkong nach 1997 entschieden haben. In Kameraeinstellungen von Knut Schmitz erzählt der von Raimund Barthelmes montierte Film ein Stück Überlebenskampf im Alltag der südchinesischen Metropole. Stöckle folgt ihren Protagonisten zu Plätzen, Parties und Gesprächen, nach Hause, zum Arbeiten und immer wieder durch die Stadt. Der Zuschauer kann spüren, wie viel Kraft es kostet, wenn man sich in Hongkong dafür entscheidet, Kunst zu machen, wie viel Mut man braucht, sich täglich gegen das Desinteresse der Masse zu behaupten und dabei die im Verborgenen lauernden politischen Richtlinien eines kommunistischen Landes mit staatlich verordnetem Kapitalismus stets im Hinterkopf zu haben. In Hongkong bedeutete dies für das Ludwigsburger Team vor allem eines: sämtliche Regeln über Bord werfen und sich ganz und gar einstellen auf die lokalen Begebenheiten. Flexibel sein, schnell und immer schon weg, da wo man gerade erst war. Verabredungen, Drehplan, Disposition, Produktionsfahrzeug? Ein Taxi erwies sich als die einzig in Frage kommende Passgröße für Team und Equipment. Drei Leute, Kameraausrüstung und Stereoton-Ausrüstung mussten ständig flexibel sein, um den Protagonisten immer und überall durch die Stadt folgen zu können. An die Redaktionen Feuilleton/Kultur/Fernsehen Drehgenehmigungen sind in Hongkong ein heikles Thema. Sie werden schlichtweg nicht erteilt, oder sind selbst für große Filmproduktionen nicht erschwinglich. Ganz zu schweigen von den Triaden, die bei Straßendrehs kräftig abkassieren. Die in "No waiting" porträtierten Filmemacher Stanley Kwan und Yu Lik Wai erteilten dem deutschen Team deshalb erst einmal eine Lektion in "Guerilla-Shooting". Das bedeutete nichts anderes, als so schnell und so unsichtbar wie möglich zu agieren. Kamera unter die Jacke, an der Portiersloge vorbei, mit dem Aufzug in den obersten Stock, das Dach betreten, zwei, drei Szenen drehen und alles wieder verstaut haben, wenn der hysterische Hausbesitzer oben eintrifft und mit der Polizei droht. Die 1969 in Berlin geborene Regisseurin Britta Stöckle war nach dem Genuss einiger Wong-Kar-Wai-Filme auf die Menschen Hongkongs neugierig geworden. Neben der Identitätsfrage interessierte sich die Filmemacherin vor allem für den Überlebenskampf in dieser Stadt. In Hongkong, sollte ihr Diplomvorhaben, 90 Minuten, auf Super-16 gedreht, entstehen. 1993 bis 1999 studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Regie und Dokumentarfilm. Über ein Jahr dauerte es, bis ein Finanzierungskonzept zwischen der Filmakademie Ludwigsburg, dem Südwestrundfunk (SWR), der Filmförderung Baden-Württemberg und dem Produzenten Christian Drewing unter Dach und Fach war. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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