SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen Programmhinweise von Freitag, 12.11.10 (Woche 45) bis Sonntag, 12.12.10 (Woche 50)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 12. November 2010 (Woche 45)/09.11.2010

22.00 Nachtcafé

Gäste bei Wieland Backes Die Familie und das liebe Geld

Zoff um den Zaster - das kommt in den besten und nicht selten auch in den reichsten Familien vor: Wenn der Kampf um das Vermögen erst mal entbrannt ist, wird mit harten Bandagen vor Gericht um jeden Cent gerungen. Ob Entmündigung oder Enterbung - die lieben Verwandten ziehen oft ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten das gesamte Register. Auch wenn sich die gewohnten Rollenverhältnisse plötzlich umkehren, kann das Dynamit für das Familienleben bedeuten: Die Frau macht Karriere, der Mann wird arbeitslos - laut Familienreport 2010 ist in jeder zehnten Familie die Frau der Hauptverdiener. Wenn er dann am finanziellen Tropf seiner Frau hängt, nagt das oft schwer am Selbstbewusstsein und wird zu einer extremen Belastungsprobe. Ein unerwarteter, warmer Geldregen kann für Familien genauso zur großen Herausforderung werden wie eine Privatinsolvenz: Wer von Schampus auf stilles Wasser umsteigen muss, sieht die liebe Familie oftmals nur noch von hinten. Wie kann man Streitigkeiten vermeiden? Warum hört beim Geld bei vielen der Familienfrieden auf? Fördert Geld den wahren Charakter zutage? "Die Familie und das liebe Geld" - darüber diskutiert Wieland Backes, u. a. mit Sky du Mont.

Die Gäste:

Der Schauspieler Sky du Mont ist ein gern gesehener Gast auf dem roten Teppich und bei Gala-Veranstaltungen. So mondän ging es jedoch nicht immer zu. Nach der frühen Trennung der Eltern lebte die Mutter mit den beiden Söhnen in einfachsten Verhältnissen. Sky du Mont weiß wie es ist, wenig Geld zu haben - eine Erfahrung, die ihn bis heute geprägt hat. "Liebe und Familie sind für mich wichtiger als Geld", sagt ein Mann, der beide Seiten kennengelernt hat.

Über 620.000 Euro groß war der Schuldenberg, auf dem Claudia Verlande nach der Trennung von ihrem Mann saß. Um sein Unternehmen vor dem Konkurs zu retten, hatte sie erst eine Bürgschaft unterzeichnet, anschließend das stark belastete Haus allein auf sich überschreiben lassen. "Er hat mir eigentlich nur Schulden zugeschanzt", meint Verlande heute.

Diesen Satz hat Staranwalt Hermann Messmer im Laufe seiner Karriere oft gehört. In über 5000 Scheidungsprozessen hat er die Erfahrung gemacht, dass scheidende Ehepaare am häufigsten über Geld streiten. Und nicht erst bei der Trennung spielt das Finanzielle eine übergeordnete Rolle: "Es geht ja schon bei der Wahl des Partners los", so Messmer, "man spricht nicht umsonst von einer 'guten Partie', die Sicherheit bietet."

In Trennung von seiner Frau lebt auch Balázs Turán - sie wohnt mit den beiden gemeinsamen Söhnen 800 Kilometer vom Vater entfernt. Vor allem die Unterhaltszahlungen für die Exfamilie machen Turán zu schaffen. Am Ende bleiben ihm selbst 1000 Euro monatlich. Zu wenig, um mit seiner neuen Lebenspartnerin eine eigene Familie zu gründen. "Erst wenn ich keinen Unterhalt mehr an meine Exfrau zahlen muss, können wir uns eigene Kinder leisten!"

Auch Sieglinde Zimmer-Fiene zieht heute eine ernüchternde Bilanz: 170.000 Euro Schulden, Anzeigen wegen Betrugs und die Zwangseinweisung in die Psychiatrie. 26 Jahre litt sie an Kaufsucht und stürzte damit sich und die Familie ins Unglück. Im Kaufrausch versuchte sie sich von der Trauer um ihren verstorbenen Ehemann abzulenken. "Ich wusste nicht, dass mich die Sucht in den finanziellen Ruin treiben würde. Eigentlich wollte ich das Gegenteil bewirken. Allen sollte es gut gehen, vor allem meinen Kindern."

Mit Schrecken erinnert sich Gregor Grill an April 2009 zurück. Ein langjähriger Erbstreit brachte eine schwelende Geschwisterfehde zum Eskalieren. Die Bilanz: zwei Tote und drei Verletzte im Gerichtssaal. Dabei ging es vor dem Landgericht um eine vermeintliche Routineangelegenheit in Form einer Auskunftsklage - bis Grills Schwager einen Revolver zog.

Prof. Fritz B. Simon betrachtet die Familie als gemeinsame Überlebenseinheit. "Geld spielt hierbei eigentlich keine Rolle, denn alle Familienmitglieder sollen füreinander einstehen, ohne im Einzelnen aufzurechnen, wer wem welche Leistung gebracht hat", so der Familientherapeut. Trotzdem kommt es regelmäßig dazu - mit verheerenden Folgen: "Die Überlebenseinheit Familie löst sich dann auf, weil sie keine Einheit mehr ist."

An der Bar:

Täglich aufgerechnet wurde in der Familie von Marie Rebmann: Ob Heizungskosten, Restaurantbesuch oder Urlaub - der Geiz ihres Partners kostete sie viele Nerven. Auch die beiden gemeinsamen Kinder hatten unter dem Sparzwang des Vaters zu leiden. Schließlich wurde der Geiz zu einem massiven Beziehungsproblem und führte zur Trennung. "Noch heute gehen bei mir alle Alarmglocken an, wenn ich auf einen Geizkragen treffe", so Rebmann.

Freitag, 19. November 2010 (Woche 46)/09.11.2010

Geänderten Beitrag für RP beachten!

18.10 (VPS 18.09) MENSCH LEUTE Hoch 3 Starke Frauen

Sonntag, 28. November 2010 (Woche 48)/09.11.2010

08.45 (VPS 08.44) faszination musik Ich find', die singen da so komisch - Oper für Anfänger Ein Film von Claudia und Günter Wallbrecht puk-Journalistenpreis des deutschen Kulturrats

Daniel weiß von Oper gar nichts. Vanessa findet: "Die singen da so komisch". Und Lion meint, dass die ganze Veranstaltung wohl eher was für ältere und reiche Leute ist. Das verbinden Jugendliche aus der neunten Klasse mit Oper. Und trotzdem: Sie alle haben sich auf ein Projekt des Theaters Osnabrück eingelassen, in dem sie die Probenarbeit zum "Freischütz" begleiten. Der Inhalt der ersten durchkomponierten, romantischen Oper von Carl Maria von Weber ist kompliziert - Tatsache ist, dass am "Ende alle tot sind, oder?" meint Therese.

Während die Haupt- und Gymnasialschüler von Theaterpädagogen an die Inszenierung herangeführt werden, stellt sich heraus, dass es eine Menge Parallelen zwischen der Welt der Oper und der Jugendlichen gibt: Es geht um Versagensängste, verzweifelte Liebe und Freundschaft - auf der Bühne und im richtigen Leben.

Fernab ihres Alltags können sich die Schülerinnen und Schüler im Theater ausprobieren, mit Instrumenten experimentieren und werden sogar selbst Teil der Inszenierung. Acht Wochen intensiver Arbeit neben Schule, Ferienjob und Fußballplatz.

Die Dokumentation zeigt, wie die Haupt- und Gymnasialschüler den Opernbetrieb kennenlernen, ihre Vorurteile revidieren, mit Instrumenten experimentieren und am Ende bei der Premiere mitfiebern. Der Film zeigt, wie die Jugendlichen nach und nach in die ihnen so fremde Welt eintauchen, sie verstehen und am Ende von der Oper begeistert sind; zwar nicht alle - aber verstanden, was im Theater passiert, das haben alle.

Dabei gibt der Film auch Einblick in die Lebenswirklichkeit der Neuntklässler: Sie alle wissen, dass sie in der Schule Leistung bringen müssen, um den Abschluss zu schaffen. Sie sind plötzlich keine Kinder mehr, streiten mit ihren Eltern, auch wenn sie gar nicht so genau wissen warum. Doch im Theater - da ist das alles vergessen, da können sie in den Probenräumen einfach sie selbst sein, werden von den Mitarbeitern in den Werkstätten empfangen und für voll genommen. Oper für Anfänger - das Theater Osnabrück öffnet sich und gewinnt neue, junge und begeisterte Zuschauer.

Freitag, 3. Dezember 2010 (Woche 48)/09.11.2010

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18.10 (VPS 18.09) MENSCH LEUTE Franks Fett muss weg! Ein Fünfzentnermann nimmt ab

Sonntag, 12. Dezember 2010 (Woche 50)/09.11.2010

Tagestipp

20.15 SonntagsTour unterwegs mit Johannes Kalpers Eine musikalische Adventsreise

Am 3. Advent geht es in der "SonntagsTour" auf eine musikalische Reise durchs Land. Gleichermaßen wie der Weihnachtsmann in seinem Rentierschlitten reist Startenor und Moderator Johannes Kalpers in einer Landauer Kutsche und in Begleitung eines Engelchens in die Heimatorte seiner Musikerkollegen. Und dabei stellt er überrascht fest, was für sie im "wirklichen Leben" außer ihrer Musik noch wichtig ist. Egal, ob im Musikantenland, an der Mosel, im Westerwald oder in Rheinhessen, überall sind seine Musikerfreunde in vorweihnachtliche Aktionen vertieft und warten natürlich alle mit einem musikalischen Weihnachtsgeschenk auf. Sopranistin Caterina Maier, Startrompeter Dirk Schiefen, die Südpfalzlerchen, die Disharmoniker, die Rheinhessische Bläserphilharmonie, die Musikantenlandpreisträger Bernhard und Roland Vanecek, JUSI, "Die Neue Generation" und natürlich Johannes Kalpers selbst tragen mit Weihnachtsmusik zu einem besinnlichen und fröhlichen Abend voller weihnachtlicher Vorfreude bei. Diese musikalische Adventsreise startet und endet auf dem traditionsreichen Landauer Nikolausmarkt.

Pressekontakt: Georg Brandl, Telefon 07221/929-2285, E-Mail: georg.brandl@swr.de

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