SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Ab 4. September 2000 montags 21.45 Uhr im Südwestfernsehen
"Teleglobus"-Schwerpunkt Nil
SWR-Auslandsreihe erhält neuen Sendeplatz

Baden-Baden (ots) - Die Auslandsreihe "Teleglobus" des Südwestrundfunk (SWR) startet am Montag, 4. September 2000, einen Themenschwerpunkt rund um den Nil. Im Südwestfernsehen werden jeweils montags um 21.45 Uhr fünf Reportagen zu diesem Thema gesendet. Die Reihe "Teleglobus" ist damit erstmals auf ihrem neuen Sendeplatz vertreten. Bislang wurden die "Teleglobus"-Reportagen des SWR dienstags um 22.35 Uhr ausgestrahlt. Der Nil ist 6.671 Kilometer lang und eine bedeutende Lebensader Afrikas. Er entsteht bei Khartum im Sudan aus dem Zusammenfluss von weißem und blauem Nil. Im Wüstengebiet von Ägypten bildet er eine 1.000 Kilometer lange Oase. Entlang des Nils entstand die erste Hochkultur der Menschheit mit imponierenden Monumenten. Die Reihe "Teleglobus" erzählt Kulturgeschichte und betrachtet Städte, Menschen, ihre Lebensbedingungen und Umweltprobleme entlang des längsten afrikanischen Stroms. Der Nil-Schwerpunkt beginnt am 4. September mit dem Film "Der Wettlauf zu den Quellen" von Richard Klug, der einen Blick auf die Bedeutung des Flusses im 19. Jahrhundert wirft. Sie waren eines der großen Mysterien des Zeitalters der Entdeckungen: die Quellen des Nils. Schon die alten Römer sandten zwei Zenturien aus, um die Quellen des längsten Flusses der Erde zu finden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machten sich französische, deutsche und britische Forscher auf den Weg. Missionare, Wissenschaftler, Abenteurer zogen durch ein bis dahin unbekanntes Afrika. Unter ihnen auch David Livingstone. Weiße "Entdecker", von der schwarzen Bevölkerung misstrauisch beäugt und amüsiert verfolgt. Wie konnte man eine Quelle "entdecken", die die Schwarzen schon Jahrhunderte lang kannten? Der Autor Richard Klug berichtet in seinem Film über diesen Wettlauf zu en Quellen - eine Abenteurergeschichte aus dem 19. Jahrhundert. Die weiteren Filme des Nil-Schwerpunktes (jeweils um 21.45 Uhr im Südwestfernsehen): Montag, 11. September 2000 Der Nil - Wiege der Kulturen. Eine Reportage von Stefan Rocker Im Zentrum dieses Films steht der berümteste aller ägyptischer Pharaonen, Ramses II, der wie kaum ein anderer mit seinen Tempeln, Pyramiden und Palästen das antike Leben am Nil geprägt hat. Zum ersten Mal war es einem Pharao gelungen, das Nord- und das Südreich dauerhaft zu vereinen und so zu einer Macht und Blüte zu führen, die es später nie wieder erreichen sollte. Der Film verfolgt die Spuren Ramses von Abu Simbel bis zu den neu entdeckten Palästen Ramses im Nildelta und erzählt so die Geschichte des vorchristlichen Ägyptens. Ramses hat das Nilland so stark geprägt, das sich heute Reste pharaonischer Lebensformen im Alltag der Ägypter finden lassen - trotz Islam und Moderne. Montag, 18. September 2000 Allahs letzter Außenposten: Khartoum - Leben im Griff von weißem und blauem Nil Ein Film von Andreas Cichowicz. Khartoum - die Hauptstadt des Sudans, am Zusammenfluss von weißem und blauem Nil. Ihr Lebensrhythmus ist seit Jahren von den Segnungen und Launen des mächtigen Stroms geprägt. Der Nil schenkt Fruchtbarkeit und Leben und bringt Unheil mit seinen jährlichen Überschwemmungen. Er gibt und er nimmt, unangefochten vom Willen und Wünschen der Menschen, allmächtig wie ein urzeitlicher Gott. Khartoum heute ist aber auch eine staubige, triste Stadt, in der die Menschen täglich um ihr Leben kämpfen müssen. Die Straßencafés, für die Khartoum früher berühmt war, gibt es nicht mehr, zwangsweise geschlossen von den Glaubenspuristen. Dabei lohnt eine Spurensuche nach Geschichte und Geschichten: die Kolonialzeit mit dem Aufstand des legendären Mahdi gegen den britischen General Gordon. Der Sufismus und die Derwisch-Orden, der in der Bevölkerung viel mehr verbreitet ist, als der rigide Fundamentalismus. Selbst aus der Pharaonenzeit haben die Archäologen Reste bedeutender Kulturen ausgegraben. Nicht zu vergessen die Fischer, die am Zusammenfluss von weißem und blauem Nil leben. Montag, 25. September 2000 Kampf ums Wasser: Der große Durst entlang des Nils Ein Film von Thomas Aders "Der nächste Krieg im Nahen Osten wird nicht um Erdöl, sondern ums Wasser geführt": Mit dieser Prophezeiung steht der frühere UN-Generalsekretär Butros Ghali nicht allein. Die Nutzung des Nil-Wassers ist ein Politikum. Die Ägypter reklamieren seit den Zeiten der Pharaonen ein alleiniges Recht auf die Nilfluten. Das Land hängt gewissermaßem am Tropf des afrikanischen Stroms: praktisch alle derzeit etwa 60 Millionen Ägypter leben im schmalen Tal des Nils. Die Nutzung des Nilwassers ist in einem internationalen Vertrag geregelt, der 1959 von zehn Anrainer-Staaten unterzeichnet wurde. Darin werden Ägypten 55 Milliarden Kubikmeter Nilwasser pro Jahr zugestanden, dem Sudan aber nur 18 Milliarden. Zudem könnte der Bürgerkrieg im Sudan das Land spalten - ein Alptraum für Ägypten, weil man dann mit noch mehr Parteien um das Nilwasser ringen müsste. Und auch Äthiopien, das Land an der Quelle des Blauen Nils, will endlich von der Lebensader profitieren. In Bau ist bereits ein 300-Millionen-Dollar Kraftwerk in Äthiopien - der Stausee ist der Auftakt einer groß angelegten Nutzung der Wassermassen zur Bewässerung und Stromgewinnung. Das ehrgeizige Projekt lässt in Kairo alle Alarmglocken schrillen - zumal man selbst mit dem Nilwasser den Aufbruch ins 21. Jahrhundert plant. Der Kampf ums Wasser - für die Nilstaaten hängt davon das Überleben im nächsten Jahrhundert ab. Montag, 2. Oktober 2000 Baumwollbarone und Fellachen - Ein Portrait des Nil-Deltas. Ein Film von J. Armbruster Wenn der Nil Kairo passiert hat, verzweigt er sich zu zahllosen Seitenarmen , Fingern und Kanälen. Zwischen Kairo und der Hafenstadt Alexandria hat er in der Wüste ein breites fruchtbares Delta gebildet, das bereits vor unserer Zeitrechnung eine der Kornkammern der antiken Welt war. Und heute noch ist in keiner anderen Gegend des Landes die Landwirtschaft so ertragreich wie in diesem letzten Abschnitt des Nils. Hier ist auch das Hauptanbaugebiet der weltberühmten ägyptischen Baumwolle, das von vielen das "weiße Gold" genannt wird. Aber im Norden und Süden dieser "Oase inmitten der Wüste" haben sich zwei gigantische Städte gebildet, die ihre Industrieabfälle und Abwässer weitestgehend ungeklärt in das Grundwasser und in den Fluss leiten. Dazu kommt die Überdüngung durch die Landwirtschaft. Der Nil wird an vielen Stellen ab Kairo zur Kloake. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285 Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: