SWR - Südwestrundfunk

Achtung Neufassung!! Irene Carrillo de Albornoz: Neue Moderatorin bei "Blickpunkt Europa"
Polen liegt kurz hinter Madrid
Neuer Sendeplatz ab 12. September um 21.45 Uhr im Südwestfernsehen

    Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Meldung um eine     Neufassung der Meldung von heute (16.24 Uhr) handelt.

    Baden-Baden (ots) -

    Mit einem neuen Gesicht, der Spanierin Irene Carillo de Albornoz,
startet "Blickpunkt Europa" in den Herbst. Ebenfalls neu ist der
Sendeplatz dienstags um 21.45 Uhr. Die in Baden-Baden hergestellte
30-minütige Sendung "Blickpunkt Europa" des Südwestfernsehens gibt es
als Magazin und als Feature seit 30. August 1994, ausgestrahlt im
wöchentlichen Wechsel. Schon davor war Europa ein Thema in
verschiedenen Magazin- und Featuresendungen im damaligen Programm
Südwest 3, zuletzt mit dem Titel "Die Sendung mit dem Stier". Die
Magazin-Macher wollen mit ihrer Arbeit das Verständnis für das
zusammenwache Europa fördern.Das Feature nimmt sich Zeit, europäische
Menschen und ihre Landschaften ausführlich vorzustellen. So wurden
etwa in der Reihe "Sippschaften" europäische Familien vorgestellt,
die unseren Kontinent geprägt haben. Insgesamt will es Europa mit
seinen verschiedenen Kulturen darstellen und die Vielseitigkeit der
unterschiedlichen Mentalitäten unserer Nachbarn in den Magazin- und
Filmbeiträgen zeigen. Außergewöhnlich im deutschen Fernsehen ist die
Doppelmoderation mit europäischen Kolleginnen, die jeweils sechs
Monate in der Redaktion verbringen und in dieser Zeit ihre
Heimatländer auch vor Ort vorstellen. Auf die Engländerin Irene
Wyndham folgte im Januar 1999 Hülya Heeg aus der Türkei. Ihre
Nachfolgerin war Martyna Pankowska aus Polen. Oxana Orlowa aus
Russland wird ab 12. September von der Spanierin Irene Carrillo de
Albornoz abgelöst.
    
    "Die Polen sind die Spanier der 80er Jahre", umschreibt die
Moderatorin Irene Carrillo de Albornoz eine Entwicklung in ihrem
Heimatland. Die Spanierin spricht damit das Verhalten einiger
Landsleute an, denen es in den vergangenen Jahren wirtschaftlich so
gut geht, dass sie auf Arbeitskräfte aus schwächer entwickelten
Ländern zurückgreifen. Darunter auch Arbeitskräfte aus Polen, die in
Spanien als Haushälterinnen, Kindermädchen, Kellner oder Obstpflücker
eingesetzt werden.  Im wirtschaftlich erblühten Spanien nehmen diese
Menschen oftmals die Rolle der spanischen Gastarbeiter in Deutschland
vor einer Generation ein. Selbst in den Fernseh-Soaps des spanischen
Fernsehens kommen diese "Billig-Polen" schon vor.
    
    Solchen Entwicklungen in der spanischen Gesellschaft will Carrillo
in den nächsten sechs Monaten verstärkt nachgehen. Als neue
Gastmoderatorin in der Sendung "Blickpunkt Europa" des
Südwestfernsehens hat sie sich vorgenommen, den Blick auf ihr
Heimatland zu lenken. Dabei ist sie den Polen inzwischen näher als
den Madrilenen. Seit zwölf Jahren lebt die in Madrid geborene
Fernsehmacherin in Berlin. Für das Goethe-Institut hat sie gearbeitet
und beim Fernsehen der Deutschen Welle in Berlin eine berufliche
Wahlheimat gefunden. "Ich habe die Stadt noch vor dem
    
    Mauerfall erlebt. Da war die Mauer wie eine ewige Tatsache." Die
bald nach ihrer Ankunft in Berlin nur noch eine kleine Ewigkeit
Bestand hatte. Es war die Vielschichtigkeit und Besonderheit Berlins,
die Carrillos Koffer an die Spree brachten. Nur mit den  "Berliner
Schnauzen" kam sie nicht sofort zurecht. Aber gerade die
Alltagsgespräche vermisst sie auch heute noch ein bisschen.
Vielleicht liegt das am meistens schlechteren Wetter in Deutschland
oder an zu wenigen Bars, die zum Frühstückskaffee die traditionellen
Churros anbieten. Das in Fett gebackene Spritzgebäck ist eben doch
etwas anderes als ein Berliner. Für die seit einigen Jahren
regelrecht vergnügungssüchtigen spanischen Hauptstädter sind die
Churros mit einem Café con leche der notwendige Frühstart nach einer
durchfeierten Nacht. Carrillo selbst kennt diese Nachtschwärmer-Tour
aus eigener Erfahrung. Fünf bis sechs mal im Jahr kehrt sie in ihre
Heimatstadt zurück. Dann zieht sie mit Freunden los und genießt die
neu erwachte Szene nach den langen Jahren der Tränen und
Trostlosigkeit der Franco-Diktatur.
    
    Deutsch lernte die studierte Philosophin schon an der Universität
in Madrid. "Ich musste für die Seminare die Philosophen Leibnitz oder
Nietzsche in Deutsch verstehen, doch deren Texte waren eine tote
Schriftsprache", erinnert sich Carrillo an diesen  nicht nur
vergnüglichen  Zugang  zur deutschen Sprache. Im Gespräch ist jedoch
nichts mehr zu spüren von ihren Anlaufschwierigkeiten. Carrillos
Lebensweg hat sie bislang nicht nur nach Berlin geführt. Zwei Jahre
lebte die im Februar 1963 geborene Spanierin in Kanada auf Vancouver
Island. Nun lernt sie in Baden-Baden den Alltag einer kleinen Stadt
kennen. "Doch hier scheint alles im grünen Bereich zu liegen", spielt
sie wortgewandt mit der Kurstadtatmosphäre. Zunächst einmal freut sie
sich jetzt aber auf die Fernseharbeit  beim Südwestrundfunk in
Baden-Baden.
    
    Zusammen mit Abteilungsleiter Immo Vogel wird Carrillo das Magazin
"Blickpunkt Europa" des Südwestfernsehens moderieren. Den Zuschauern
will sie ihre spanische Heimat während der sechs Monate dauernden
Moderationstätigkeit näher bringen. Ab 12. September wird sie alle
zwei Wochen auf dem neuen Sendeplatz dienstags um 21.45 Uhr auf dem
Bildschirm zu sehen sein. Ein sehr persönliches Portrait ihrer
Heimatstadt Madrid wird sie den Zuschauern in ihrer ersten Sendung
zeigen.  Aber auch Themen wie die illegale Immigration aus
Nordafrika, der ETA-Terrorismus seperatistischer Basken oder das
mangelnde Interesse vieler Spanier an ihrer eigenen Geschichte will
sie für den "Blickpunkt" journalistisch anpacken. Oder dass Spanien
31 Orte auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes hat. Das sind Städte
wie Caceres oder Cuenca, die in Deutschland weniger bekannt sind. Und
sicherlich wird Moderatorin Carillo das nordspanische Rioja-Gebiet
ihren Zuschauern vorstellen. Denn dort wachsen die Trauben für ihren
Lieblings-Rotwein. Das Verhalten der Nuevos Ricos, also der
spanischen Neureichen, die billigere Arbeitskräfte beschäftigen, wird
sie weiterhin im Blick behalten. Menschen jedoch, die es sich leisten
können, sich für bestimmte Arbeiten zu fein zu sein, gibt es nicht
nur in Madrid. Berlin oder Baden-Baden kennen das auch.
    
    
    Fotos von der Moderatorin Irene Carrillo de Albornoz
    und von Madrids Plaza Mayor
    zum Herunterladen finden Sie im Internet unter
    www.swr.de/presse/pressebilder/bilder.html
    Der Text der Pressemeldung zum Herunterladen unter
    www.swr.de/presse/news/index.html
    Allgemeine Informationen zum Südwest-Magazin "Blickpunkt Europa"  
        
    unter www.swr.de/blickpunkt-europa/index.html
    
ots Originaltext: SWR
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