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Südwestrundfunk (SWR): Zum Jahrestag der Aufnahme Weimars in die UNESCO-Welterbeliste am 3. September:

    Baden-Baden (ots) -  Vier Zentren des Geistes von SWR neu verfilmt
    SWR-Schätze-der-Welt-Filme über Weimar, Krakau, Monticello und
Qufu
    
    Kulturelle Stätten, an denen Menschen gelebt und gearbeitet haben,
stehen im September im Mittelpunkt der SWR-Fernsehreihe "Schätze der
Welt - Erbe der Menschheit". Hierzu zählen für die Programmmacher in
Baden-Baden das klassizistische Weimar, die polnische
Universitätsstadt Krakau, der amerikanische Präsidenten-Landsitz
Monticello im Bundesstaat Virginia und der chinesische
Konfuziustempel Qufu. Die im Kinoformat 16:9 hergestellten Porträts
über Kulturdenkmale der UNESCO-Welterbeliste sind neue Produktionen
des inzwischen auf 200 Filme angewachsenen Fundus der Reihe "Schätze
der Welt". Die vier genannten Zentren des Geistes werden in den
Programmen 3sat sonntags um 21.00 Uhr und im Südwestfernsehen
samstags um 13.45 Uhr in 15-minütigen filmischen Kurzessays
vorgestellt.
    
    Der Film über das klassizistische Weimar gehört neben der bislang
unveröffentlichten Verfilmung der Berliner Museumsinsel zu den
jüngsten Produktionen der SWR-Reihe, die den Anspruch erhebt,
"Weltkultur für alle" ins Bild zu setzen. Insofern ein treffender
Ansporn, da die Schätze-Filme im weltweiten Internet unter
www.schaetze-der-welt.de unabhängig von Sendezeiten einzelner
Programme zu sehen sind. Aber auch weitere Programmübernahmen im
Hessen-Fernsehen, dem ORB-Fernsehen, dem weltweit verbreiteten
Fernsehen der Deutschen Welle und im Discovery Channel der USA und
Kanadas untermauern den Anspruch, die Kultur- und Naturdenkmale der
Welt medial vielen Menschen zugänglich zu machen.
    
    Der Weimar-Film am 3. September in 3sat und am 9. September im
Südwestfernsehen wurde anlässlich der Aufnahme dieser thüringischen
Stadt in die UNESCO-Welterbeliste von SWR-Autorin Ute Geisler
realisiert und zeigt die Epoche der Klassik in Weimar. Dort
begründeten im 18. Jahrhundert Christoph Martin Wieland, Johann
Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller
die Geisteskultur des Klassizismus, die die Vollendung des Lebens und
Veredelung des Seins in einem Gleichgewicht aller Kräfte lehrten.
Geislers Weimar-Film mit dem Untertitel "Die Stadt im Park" folgt den
Spuren dieser Persönlichkeiten und zeigt das, was heute noch vom
klassischen Weimar zeugt und weswegen die UNESCO die Stadt am 3.
September 1999 als Weltkulturerbe ausgezeichnet hat. Das
Wittumspalais etwa oder die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek mit ihrem
einmaligen Buchbestand. Die Schlösser Belvedere, Tiefurt und
Ettersburg. Die Wohnhäuser von Goethe und Schiller und ihre letzte
Ruhestätte, die Fürstengruft. Verbunden werdendiese Objekte immer
wieder durch die ausladenen Parklandschaften Weimars. Einer von
ihnen, der Park an der Ilm mit Goethes Gartenhaus, ist das vielleicht
populärste Denkmal Weimars.
    
    Polens heimliche Hauptstadt Krakau ist in seiner mehr als
tausendjährigen Geschichte immer ein geistiges und kulturelles
Zentrum Osteuropas geblieben. Die erste Universität Polens wurde hier
gegründet und zahlreiche Denkmäler aus verschiedensten Epochen
bezeugen ihre wichtige kulturelle Bedeutung. In seiner Geschichte
wurde Krakau mehrmals verwüstet und zertrümmert, etwa von Tataren und
Schweden. Jede Zerstörung der Stadt oder einzelner Teile war eine
Gelegenheit architektonische Änderungen einzuführen. So stehen heute
gotische Gebäude neben Barock- und Renaissancebauwerken. Der
Schätze-Film von Janusz Plonski 10. September in 3sat und am 16.
September im Südwestfernsehen zeigt das Wawelschloss, auf einer
Anhöhe etwas abseits der Altstadt mit seiner wunderschönen
Kathedrale, die Universität an der auch Nikolaus Kopernikus studiert
hat und die Marienkirche mit dem größten Krakauer "Schatz", dem
Veit-Stoß-Altar. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Nürnberger
Künstler eingeladen, um diesen Altar, der die wichtigsten Stationen
im Leben Marias zeigt, zu bauen.
    
    Thomas Jefferson, Universalgelehrter und dritter amerikanischer
Präsident hat seine Visionen und Ideen mit seinem Landsitz Monticello
in Virginia verbunden. Dort verwirklichte er "die konkrete Utopie"
von einer Einheit der Wissenschaft, der Künste und der Politik.
Monticello und die von Jefferson ebenfalls erbaute Universität von
Virginia rücken am 17. September in 3sat und am 23. September im
Südwestfernsehen ins Bild. Beide Objekte stehen für die politischen
und ästhetischen Ideale der Aufklärung. So sah der Politiker
Jefferson die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, in der er allen
Menschen das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung bescheinigte,
als ersten Schritt in eine umfassende, geistig-kulturelle
Unabhängigkeit vom britischen Mutterland. Deren sichtbares Zeichen
sollte für den Architekten Jefferson eine neue, am Neoklassizismus
orientierte Architektur sein, die sich stolz von dem, wie er sagte,
"missgestalteten Haufen kolonialer Architektur" abhob. Mit seinem
Landsitz Monticello, im Westen Virginias gelegen, kreierte der
präsidiale Architekt sozusagen den Prototyp dafür. Das Haus, an dem
er sein halbes Leben baute, wurde zum Sinnbild seiner politischen und
ästhetischen Ideale und somit zu einer konkreten Utopie des
überzeugten Aufklärers. Mit dem Bau der Universität von Virginia
vollendete der Autodidakt Jefferson zehn Jahre vor seinem Tod
gewissermaßen die Unabhängigkeitserklärung. Diese schreibt als
Grundrecht eines jeden, das Streben nach Glück fest. Ohne Bildung ist
für Jefferson dieses Streben erfolglos, denn nur sie ermöglicht eine
sinnvolle Partizipation am Staat.
    
    Der letzte Beitrag im September führt nach China wo der
Konfuzianismus derzeit eine Renaissance erlebt. Konfuziustempel,
Konfuziusfriedhof und die Residenz der Familie Kong bezeugen seit
2000 Jahren seine Ideen und seine Bedeutung für die chinesische
Gesellschaft. Im "Schätze der Welt"-Film über Qufu am 24. September
in 3sat und am 30. September im Südwestfernsehen wird eine
Vorstellung davon vermittelt, wie zu Zeiten der chinesischen Kaiser
der Konfuziuskult aussah und welche Bedeutung die Ideen des Weisen
für die Gesellschaft  Chinas hatten. 1993 wurden der Konfuziustempel,
der Konfuziusfriedhof und die Residenz der Familie Kong in die UNESCO
Welterbeliste aufgenommen. Diese drei Stätten gelten als
herausragende Beispiele für chinesische Tempelanlagen, für
Wohnhausarchitektur und für die Bestattungstradition. Sie haben seit
mehr als 2000 Jahren eine ununterbrochene Geschichte. Nach
Jahrzehnten der Verfolgung des Konfuzianismus im kommunistischen
China, während der fast alle Konfuziustempel zerstört wurden, erleben
die Ideen des "Großen Weisen" seit 20 Jahren in China und Asien eine
Renaissance.
    
    Diesen Text finden Sie im Internet zum Herunterladen unter
http://www.swr.de/presse/news/index.html
    
    Ein honorarfreies Foto von Weimar des Fotografen Matteo Apperto
vom ehemaligen Lesemuseum am Goetheplatz als Teil des Ensembles
"Weimarer Klassik" finden Sie in Download-Qualität im Internet unter
http://www.swr.de/presse/pressebilder/bilder.html
    
    Allgemeine Informationen zu dieser Fernsehreihe unter
http://www.schaetze-der-welt.de
    
ots Originaltext: SWR
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07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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