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Offenen Auges in die Katastrophe Nürburgring-Architekt Tilke wehr sich heftig gegen Vorwürfe

Baden-Baden (ots) - Mainz. Das Aachener Architektenbüro Tilke wehrt sich mit heftigen Worten gegen Vorwürfe, Planungsfehler hätten zur Baukostensteigerung am Freizeitpark Nürburgring geführt. Nicht die Pläne seien schlecht gewesen, sondern die Vorgaben der öffentlichen Nürburgring GmbH.

Geschäftsführer Peter Wahl erklärte gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR), von Anfang an habe man auf die viel zu kurze Bauzeit und die damit verbundenen Kostenrisiken hingewiesen. Ex-Ring-Chef Kafitz habe sich über die schriftlich dokumentierten Bedenken hinweggesetzt. Man sei, so wörtlich, "mit offenem Auge in die Katastrophe" gelaufen. Mit Blick auf die knappe Bauzeit und die Vorgabe, den Freizeitpark im Juli 2009 zu eröffnen, sprach Wahl von "Harakiri". Immer neue Änderungswünsche des Bauherren bei bereits laufenden Bauarbeiten hätten zu Chaos geführt. Ausgewirkt habe sich dies unter anderem auf die Planung der noch immer nicht funktionstüchtigen Achterbahn, für die immer wieder falsche statische und technische Angaben vorgelegt worden seien. Die Mehrkosten von knapp 40 Millionen Euro in dem von Tilke baulich verantworteten Bereich gingen ausschließlich auf das Konto der Bauherren. Demgegenüber erklärte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium, nach derzeitigem Kenntnisstand der Nürburgring GmbH gingen Mehrkosten von allein 36 Millionen Euro auf Planungsfehler zurück. Die Nürburgring GmbH prüfe rechtliche Schritte gegen Tilke. Die Architekten selbst bereiten wegen noch ausstehender Honorarzahlungen von über drei Millionen Euro eine Klage vor.

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Wilm Hüffer, Tel.: 07221/929-4914, E-Mail: wilm.hueffer@swr.de

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