SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen Programmhinweise von Freitag, 04.06.10 (Woche 22) bis Donnerstag, 01.07.10 (Woche 26)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 4. Juni 2010 (Woche 22)/02.06.2010

22.00 Nachtcafé

Gäste bei Wieland Backes Eitelkeit - Motor oder Makel?

Die kühle Diva, der aufgeblasene Gockel, die arrogante Zicke: Die ganze Show- und Modebranche wäre nur halb so interessant, gäbe es da nicht bei sehr vielen einen ausgeprägten Hang zur Eitelkeit. Ob Schönheit, Macht und Reichtum - der Hunger nach Anerkennung ist heute größer denn je. Und um ganz oben mitspielen zu können, wird viel investiert: Die einen trainieren jeden Tag verbissen für den perfekten Waschbrettbauch, lassen sich überschüssige Fettpolster und Falten operativ entfernen. Andere hingegen leben nur noch für ihren Job in der Chefetage, streben nach geistiger Erfüllung und fühlen sich großartig, weil die Aura Macht und die dazugehörenden Statussymbole wie dicker Dienstwagen, Ruhm und Entourage ihr Ego streicheln. "Alles oberflächlich!" sagen die, die lieber den leisen, unprätentiösen Weg durchs Leben gehen, der sie zufrieden und gleichwohl erfolgreich macht. Wo ist die Grenze zwischen gesundem Selbstbewusstsein und krankhaftem Narzissmus? Braucht es die Portion Arroganz und Ignoranz auf dem "walk of fame"? Und: Wie geht man mit einem eitlen Partner um?

Die Gäste:

Karl Dall hält eitle Menschen für "bemitleidenswerte Kreaturen", die meist mit wenig Intelligenz und Humor durchs Leben gehen. Der Entertainer selbst würde für eine Unterhose niemals mehr als zwei Euro ausgeben - und sich auch nie in die Hände eines Schönheits-Chirurgen begeben. "Alle, die sich liften lassen, leiden unter einer extremen Charakterschwäche", sagt der gebürtige Ostfriese.

Peyman Amin steht zu seiner Eitelkeit, ansonsten hätte er wohl kaum eine große Karriere als Modelagent gemacht. "Ohne eine gesunde Portion Eitelkeit geht nichts in der Modebranche", bekennt der gebürtige Iraner. Der Modelmacher muss es wissen, denn er hat Laufstegschönheiten wie Naomi Campbell und Heidi Klum zu Weltstars gemacht. Einem Millionenpublikum wurde er als Juror der Casting-Show "Germanys next Topmodel" bekannt.

Kader Loth ist für diese eitle Welt eigentlich viel zu schön. "Leider scheitern gerade meine Beziehungen immer wieder, weil die Männer aus purer Eitelkeit nur auf meine Attraktivität scharf sind", klagt das Ex-Foto-Modell und beteuert: "Mir selbst ist der Geist mindestens ebenso wichtig wie mein Körper." Das It-Girl liebt das Licht der Öffentlichkeit und liefert dafür regelmäßig Stoff für die Boulevardpresse.

Gelongma Lama Palmo fehlt jegliches Faible für Eitelkeiten aller Art, was indes nicht immer so war. "Meine Kleiderschränke waren früher berstend voll, ich hatte einen ausgeprägten Schuhtick", gesteht die Wienerin, die dann aber vor zehn Jahren ihre glanzvolle Karriere gegen das genügsame Leben als buddhistische Priesterin tauschte. Heute lebt sie ohne materiellen Besitz als eine der weltweit höchsten buddhistischen Würdenträgerinnen in Österreich.

Oswald Metzger haftet das Image des eitlen Politikers an. Diesen Vorwurf aber lässt er nur zum Teil gelten. "Wer als Politiker etwas bewegen möchte, muss sich auch inszenieren können", sagt Metzger, dessen Eitelkeit seit seinem Wechsel von den Grünen zur CDU mächtig gekränkt sein könnte. Zweimal wurde er von der CDU-Basis nicht als Bundestagskandidat nominiert, zuletzt unterlag er in seiner oberschwäbischen Heimat bei der Wahl zum OB von Ravensburg.

Die bayerische Vollblut-Kabarettistin Veronika von Quast will zwar in Würde altern, dabei aber eine möglichst propere und faltenfreie Figur abgeben. "Mein erstes Facelift gönnte ich mir bereits mit 50, vor kurzem gab es neue Augenlider", erzählt die Münchnerin ungeschminkt über ihren Hang zu Schönheit und Eitelkeit. Denn: "Eitle Menschen haben mehr Spaß und mehr Erfolg im Leben!"

Bärbel Wardetzki kennt sich mit dem Hunger nach Anerkennung aus. Die Psychotherapeutin weiß, wie schnell scheinbare Grandiosität in das Gefühl der Minderwertigkeit umschlagen kann. "Menschen in der Öffentlichkeit brauchen Eitelkeit als Selbstschutz, das ist völlig normal. Wer aber den Applaus beruflich und privat wie die Luft zum Atmen braucht, der findet nie innerlich Frieden." In ihrem neuen Buch "Eitle Liebe" geht sie auf die schwierige Liebesbeziehung eitler Menschen ein.

Freitag, 4. Juni 2010 (Woche 22)/02.06.2010

23.30 Nachtkultur

Die Kultur-Illustrierte Moderation: Anja Höfer

Unter anderem mit folgenden Themen:

   - Wunder, Dramen, Songs - Highlights aus 80 Jahren Fußball-WM
   - Grande Dame der Kunst - Erinnerung an Louise Bourgeois
   - "Mr. Sexbomb" - Tom Jones wird 70
   - "Königin im Ring" - Regina Halmich jetzt im Kino 

Samstag, 5. Juni 2010 (Woche 23)/02.06.2010

Geänderten Programmablauf beachten!

01.20 SamstagAbend: Unsere schönsten WM-Momente (WH) Moderation: Markus Brock

02.50 (VPS 03.00) Vis-à-Vis (WH) Das deutsch-französische Magazin Pferderennen

03.20 (VPS 03.30) Landesschau Mobil (WH) Ostrach

03.50 (VPS 04.00) Aktueller Bericht am Samstag (WH)

04.05 (VPS 04.15) Mag'S Magazin Saar Von der Saar an die Spree - Saarländer in Berlin

04.50 (VPS 05.00) Im Grünen (WH von DI) Das Natur- und Umweltmagazin für Rheinland-Pfalz

05.20 (VPS 05.30) Landesschau Rheinland-Pfalz (WH)

05.50 Valencia im Festrausch

(bis 06.00 - weiter wie mitgeteilt)

Donnerstag, 1. Juli 2010 (Woche 26)/02.06.2010

Geänderten Beitrag beachten!

23.45 (VPS 23.44) Plattln in Umtata Mit den Biermösl Blosn in Afrika

Mit Kind und Kegel, mit Alphorn, Tuba, Trompeten und weiteren 23 Instrumenten auf den schwarzen Kontinent, genauer: ins südliche Afrika. Die Biermösl Blosn wollten sich mit den dort heimischen Musikern, Tänzern und Sängern austauschen, wollten gemeinsam mit ihnen spielen, tanzen und singen.

Herausgekommen ist ein witzig-ernster kultureller Dialog, in dem sie auch sehr viel über die Lebensumstände und Einzelschicksale ihrer musikalischen Partner erfahren. Peter Heller und sein Team haben die Biermösl on Tour durch die lärmenden Townships der Großstädte zu den spontanen Nachbarschaftstreffen und den gemeinsamen Auftritten begleitet. Und weil Hansi, Stofferl und Michael Well nicht nur Musiker, sondern auch neugierige und kritische Reisende sind, erfahren die Zuschauer in dem Film eine ganze Menge über Apartheid, Sklaverei und Unterdrückung - und natürlich auch über den afrikanischen Gumboot-Tanz, der dem Schuhplattler frappierend ähnelt. Erfunden haben ihn die schwarzen Minenarbeiter vor fast einhundert Jahren, als sie in den Gold- und Diamantengruben des Apartheidstaates schuften mussten. Da ihnen unter Tage das Sprechen strengstens verboten war - aus Angst, sie könnten sich zusammenrotten und gegen ihre Unterdrücker rebellieren - erfanden die Arbeiter eine besondere Geheimsprache: mit der flachen Hand schlugen sie ein-, zwei- oder mehrmals geräuschvoll auf ihre Gummistiefel und verständigten sich auf diese Art. Über Tage entwickelte sich daraus ein rhythmischer Tanz, der Gumboot-Dance, der "afrikanische Plattler".

Der Film zeichnet Bilder und Töne von den Begegnungen mit den vielfältigen Klangwelten des südlichen Afrika. Die "Biermösl Blosn" on Tour entdeckt Menschen und Landschaften, Musik und Geräusche. Zurück in Bayern bringen sie ihrem Publikum, unterstützt von Gerhard Polt, humorvoll Afrikanisches bei.

Pressekontakt: Georg Brandl, Telefon 07221/929-2285, E-Mail: georg.brandl@swr.de

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