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Mittwoch, 26. Juli 2000 (Woche 30)

Baden-Baden (ots) - Mittwoch, 26. Juli 2000 (Woche 30) 22.30 Kultur Südwest Das aktuelle Magazin Moderation: Markus Brock Sommerzeit bei "Kultur Südwest": Markus Brock präsentiert in den kommenden sechs Wochen die kulturellen Highlights der vergangenen Monate. Und: Aktuelle Kulturtipps bieten den Daheimgebliebenen Ausflugsmöglichkeiten. Am 26. Juli beginnt das Sommerprogramm mit dem Schwerpunktthema "Alte und neue Mythen": Die Loreley, ein Mythos in Bildern - Das Stationentheater "Teatret Cantabile 2" an Originalschauplätzen Der sagenumwobene Loreleyfelsen bei St. Goarshausen war in diesem Jahr Schauplatz einer spektakulären Aufführung des dänischen Theaters Cantabile 2: "Die Loreley - ein Mythos in Bildern" wurde auf einer schwimmenden Bühne im Loreleyhafen inszeniert. Die 15 Meter breite und zehn Meter tiefe Wasserbühne bestand aus zwei schrägen Klippen, Wasserfällen und farbig angestrahlten Fontänen, die für eine besondere Atmosphäre sorgten. Der vordere Bühnenbereich befand sich knapp unter der Wasseroberfläche, der hintere ragte maximal fünf Meter aus dem Wasser heraus. Im Auftrag des Kultursommers Rheinland-Pfalz setzte der italienische Regisseur Nullo Facchini, Gründer des Theater Cantabile 2, die literarischen Vorlagen der Loreley in Szene. Neun Tänzer und drei Musiker präsentierten eine Mischung aus Tanz, Theater und Musical. Tate Modern - das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron hat für London ein neues Museum geschaffen Die Tate Gallery in London zählt zu den bedeutendsten Museen der Welt. Seit jeher litt sie unter Platzmangel, deshalb beschloss man, eine neue Bleibe für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu suchen. Man fand sie im einstigen Londoner Kraftwerk "Bakerside Powerstation" im Stadtzentrum direkt an der Themse. Kein Neubau also, sondern ein gewaltiger Umbau des Backsteinriesen aus den 30er-Jahren. Verantwortlich für den Umbau ist das Basler Architekten-Duo Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Für 400 Millionen Mark verwandelten sie den Industriegiganten in ein lichtdurchflutetes Ausstellungshaus, das ein Museum der Moderne für ganz Europa werden soll. Herzog/de Meuron verfolgen keine Stildogmen, sondern zeichnen sich durch individuelle architektonische Lösungen aus. Gemeinsam aber ist ihren Gebäuden eine große Klarheit und lineare Strenge, die auch Wohnhäuser teilweise als industriell, funktionale Körper erscheinen lassen. Sie gelten als Meister der raffinierten Lichtführung und elegant gegliederten Fassaden. Die "Tate Modern" wurde im Mai eröffnet und war ihre bisher größte Herausforderung. Mythos Romy - das neue alte Interesse an Rosemarie Magdalena Albach Mit der Rolle als Kaiserin Sissi begann der märchenhafte Aufstieg der 1938 als Rosemarie Magdalena Albach geborenen Romy Schneider. Ihre erfrischende, ungekünstelte Art und ihr schauspielerisches Talent machten sie zum Publikumsliebling der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre. 1958 zog sie in ihre Wahlheimat Frankreich, wo sie durch ihre Arbeit mit prominenten Regisseuren wie Luchino Visconti, Orson Welles oder Claude Sautet zur großen Charakterdarstellerin avancierte und schließlich zum Weltstar wurde. Zeit ihres Lebens versuchte Romy Schneider, ihr von Schicksalsschlägen überschattetes Privatleben mit ihrem Beruf als Schauspielerin zu vereinen. 1982 starb sie in Paris. Das Interesse an der Schauspielerin ist bis heute ungebrochen. Im Historischen Museum der Pfalz in Speyer war bis Ende März 2000 die Ausstellung "Mythos Romy" zu sehen. Eine umfassende Schau, die das Leben und Werk der Schauspieler darstellte. Fast 1000 Exponate, darunter Filmplakate, Szenenfotos und Filmkostüme waren auf 800 Quadratmetern zu sehen. Daneben veranschaulichten persönliche Dokumente, wie Briefe, Tagebuchnotizen und Fotos das private Leben der außergewöhnlichen Schauspielerin mit einer ebenso starken wie verletzlichen Persönlichkeit. Chicago Blues - der Marbacher Autor Wolfgang Schorlau besuchte mit einem amerikanischen Fotografen die Blues-Club Die Musik der Sklaven, der Blues, erfuhr im Chicago der 60er und 70er-Jahren in kleinen Clubs wie "Theresa's Lounge" eine große Renaissance. Der Fotograf Marc PoKempner hat in intensiven schwarzweiß-Aufnahmen Szenen aus der Hoch-Zeit des Clubs festgehalten, die den unnachahmlichen Schwung und die Sinnlichkeit des Blues eindrucksvoll widerspiegeln. Im Münchner Prestel-Verlag ist im Mai die Englische Originalausgabe "Down at Theresa's... Chicago Blues" erschienen. In dem Band werden die Fotografien PoKempners von Blues-Legenden wie Muddy Waters, Buddy Guy oder Junior Wells gezeigt. In seinen Fotografien scheint das damalige Lebensgefühl in den Clubs wieder lebendig zu werden. Die Texte stammen von Wolgang Schorlau. Der Schriftsteller aus Marbach-Siegelhausen ist durch seine vielen Chicago-Besuche ein Kenner der dortigen Blues-Szene. Samstag, 29. Juli 2000 (Woche 31)/ 13.00 Eisenbahn-Romantik (350) In der Holzklasse durch Kambodscha Ein ungewöhnliches Abenteuer erwartet Eisenbahnfans in Kambodscha. Die Reise auf der sogenannten alten Strecke von Phnom Penh über Battambang nach Sisophon in der Nähe der thailändischen Grenze. Auf dieser Fahrt lernen die Zuschauer die Geschichte und die Probleme einer Bahnlinie kennen, die bis vor Kurzem noch für Ausländer tabu war. Zu häufig wurden die Züge überfallen. Noch heute wird jeder Zug von einem Wachmann mit Maschinenpistole gesichert. Ein besonderer Höhepunkt ist das buddhistische Neujahrsfest, bei dem sogar Lokomotiven eine Segnung bekommen. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Stephan Reich Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan Tel.: 07221/929-2285 Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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