SWR - Südwestrundfunk

Zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach: "Wenn wir in höchsten Nöten sein"
Elf Stunden Bach im Südwestfernsehen

Baden-Baden (ots) - In der Nacht von Samstag, 29. Juli auf Sonntag, 30. Juli sendet das Südwestfernsehen von 23.40- 10.30 Uhrunter dem Titel "Eine Nacht für Johann Sebastian Bach" elf Stunden Musik von Johann Sebastian Bach. Das Südwestfernsehen würdigt damit den im thüringischen Eisenach geborenen Komponisten anlässlich seines 250. Todestages am 28. Juli 1750. Bach erblickte am 21. März 1685 als siebtes und jüngstes Kind von Johan Ambrosius und Marias Elisabeth in Eisenach das Licht der Welt. Am 1. Juli 1707 erhielt der große Komponist in Mühlhausen an der Hauptkirche Divi Blasii seine erste Anstellung als Organist. Sein Berufsweg führte ihn weiter nach Weimar, wo er am 2. März 1714 zum Konzertmeister der Hofkapelle Weimar ernannt wurde. In den Jahren 1717 bis 1723 war Bach Organist im brandenburgischen Köthen bis er am 5. Mai 1723 einen Vertrag mit dem Leipziger Stadtrat unterzeichnete und bis zu seinem Lebensende als Thomaskantor in der sächsischen Handelsstadt wirkte. Mit einer theologischen Prüfung ausgestattet wurde Bach der Komponist fast wöchentlicher Kantaten und geistlicher Werke, das ihm später den Namen des "fünften, musikalischen Evangelisten" eintrug. Am Pfingstsonntag des Jahres 1723 lieferte er sodann in der Paulinerkirche, die auch die Leipziger Universitätskirche war, seine erste Kantate (BWV 59) ab. Zu Bachs großen Werken gehören neben den zahlreichen Kantaten das Magnifikat (BWV 243a), das am Weihnachtsfeiertag 1723 uraufgeführt wurde, die Johannes-Passion (BWV 225) vom 7. April 1724, die Matthäus-Passion (BWV 244), die Bach an Karfreitag 1727 zum ersten Mal aufführen ließ, das Weihnachts-Oratorium (BWV 248) vom 25. Dezember 1734. Die h-moll-Messe und die "Kunst der Fuge" haben Bach als großartigen Orgelkomponisten verewigt. Letzteres Werk schrieb Bach, der Vater von zwanzig Kindern, ganz pragmatisch, um eine Testvorlage für neue Orgeln zu schaffen, die mit diesen Kompositionen ihre Leistungsfähigkeit beweisen sollten. Johann Sebastian Bach starb am 28. Juli 1750 "abends nach einem Viertel auf 9 Uhr (20.15)" im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer "sehr schlecht geratenen Augen-Operation eines bekannten englischen Ocultisten". Bach starb bis zu seinem letztem Atemzug in tiefer Frömmigkeit und dem Streben nach musikalischer Vollendung. Noch am Nachmittag des 28. Juli, schon in Todesängsten gelegen, ließ sich Bach von einem befreundeten Organisten den Choral "Wenn wir in höchsten Nöten sein" (BWV 668) vorspielen. Dabei fielen ihm einige kontrapunktische und melodische Einzelheiten auf, die der Musiker verbessert wissen wollte. Am 31. Juli 1750 wird Bach auf dem Johannisfreidhof in Leipzig begraben. In der Zeit von 23.30 Uhr bis 10.30 Uhr kommen in der Bach-Nacht des Südwestfernsehens Aufzeichnungen von den Schwetzinger Festspielen 2000, aus der Stuttgarter Liederhalle und der Thomaskirche in Leipzig. In der von Wolfgang Hepp moderierten Bach-Sendung wirken mit Dmitry Sitkovetsky, András Schiff, Matt Haimovitz, das Freiburger Barockorchester, das Keller Quartett, das SWR-Vokalensemble Stuttgart und das SWR-Radiosinfonieorchester Stuttgart unter der Leitung von Sir Roger Norrington und German Brass. Von 23.40-0.40 Uhr startet die Bach-Nacht mit der Sendung "Bei Bach zu Hause" aus dem Gohliser Schlößchen in Leipzig mit Ton Koopman an Cembalo und Orgel, Klaus Mertens als Bariton mit Werken aus "Schemellis Gesangbuch" und dem "Notenbuch der Anna Magdalena Bach". Es folgt bis 1.00 Uhr die Klavierübung Teil I: Partita Nr. 5 G-Dur, BWV 829 mit András Schiff am Klavier in einer Aufzeichnung der Schwetzinger Festspiele 2000. Ebenfalls von den Schwetzinger Festspielen gibt der Violinist Dmitry Sitkovetsky die Partita für Violine solo Nr. 2, d-moll, BWV 1004. Ab 1.35 Uhr spielt aus der Thomaskirche in Leipzig German Brass Goes Bach. Bis 6.25 Uhr werden diverse Aufzeichnungen von den Schwetzinger Festspielen gesendet. Das sind András Schiff um 2.35 Uhr am Klavier mit der Klavierübung Teil I: Partita Nr. 2 c-moll, BWV 826. Um etwa 2.55 bis 3.30 Uhr gibt derselbe Interpret die Klavierübung Teil I: Partita Nr. 6 e-moll, BWV 830. Es schließt sich bis 4.50 Uhr die "Kunst der Fuge", BWV 1080 vom Keller Quartett an. Es folgt bis 5.05 Uhr das Konzert d-moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo, BWV 1043 mit Petra Müllejans, Violine und Gottfried von der Goltz, Violine und dem Freiburger Barockorchester. Ab 5.05 bis 5.30 Uhr spielt Matt Haimovitz am Violoncello die Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur, BWV 1009. Bis 5.55 spielt das Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Gottfried von der Goltz die Ouvertüre Nr. 1 C-Dur, BWV 1066. Dann wieder Matt Haimovitz mit der Suite für Violoncello solo Nr. 4 Es-Dur, BWV 1010 bis 6.25 Uhr. Bis 6.40 Uhr spielt Daniel Chorzempa auf der Epistelorgel in Muri das Konzert d-moll für Orgel nach Antonio Vivaldi, BWV 596. Ab 6.40 bis 7.35 Uhr folgen drei Brandenburgische Konzerte des Kammerorchesters Carl Philipp Emanuel Bach unter der Leitung von Hartmut Haenchen: Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur, BWV 1049 mit Katharina Meyer, Blockflöte I und Inge Kluge, Blockflöte II. Ab 6:55 Uhr folgt Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050 mit Leon Berendse, Flöte, Thorsten Rosenbusch, Violine und Christine Schornsheim, Cembalo. Um 7.20 Uhr Brandenburgisches Konzert Nr. 6 B-Dur, BWV 1051 mit Erich Krüger, Viola I, Eberhard Wünsch, Viola II, Siegfried Pank, Viola da gamba, Karl-Heinz Schröter, Violoncello, Manfred Pernutz, Kontrabass und Christine Schornsheim, Cembalo. Die Motette für fünfstimmigen Chor a cappella, BWV 227 Jesu, meine Freude vorgetragen vom SWR Vokalensemble Stuttgart unter der Leitung von Jörg Straube in einer Aufzeichnung von den Schwetzinger Festspielen 2000 kommt um 7.35 Uhr. Darauf folgt ebenfalls in einer Aufzeichnung aus Schwetzingen die Motette für zwei vierstimmige Chöre a cappella, BWV 225 "Singet dem Herrn ein neues Lied". Ab 8.15 Uhr gibt die Gächinger Kantorei Stuttgart und das Bach-Collegium Stuttgart unter der Leitung von Helmuth Rilling die Kantate BWV 4 "Christ lag in Todesbanden" mit der Sopranistin Sibylla Rubens, Ingeborg Danz, Alt, Christoph Genz, Tenor und Franz-Josef Selig als Bassist. Rilling selbst ist es, der inzwischen das gesamte Werk Bachs auf CompactDiscs eingespielt hat. Abgeschlossen wird die Bach-Nacht in den Morgenstunden von 8.35 bis 10.30 Uhr mit einem Gesprächskonzert mit Sir Roger Norrington und dem SWR Radiosinfonieorchester Stuttgart unter dem Titel "Bach und die Folgen". ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Pressestelle Tel. 07221 929-4356 Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: