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UNESCO-Schätze auf 3sat und Südwestfernsehen im Juli: Kapitale, Klöster und Kultstätten Südamerikas
Neue Filmproduktionen über Tikal, Monte Alban, Ouro Preto, Olinda und Sucre

    Baden-Baden (ots) - Im Mittelpunkt der SWR-Fernsehreihe "Schätze
der Welt - Erbe der Menschheit" der Programme 3sat und
Südwestfernsehen stehen im Juli fünf Orte aus Mittel- und Südamerika.
Die Filme im 16:9-Kinoformat über die UNESCO-Liste des
Weltkulturerbes der Menschheit zeigen die guatalmekische Stadt Tikal,
die nordmexikanische Plateau-Kultstätte Monte Alban, die
ostbrasilianische Berkwerksstadt Ouro Preto, die Klosterstadt Olinda
in Brasilien und die bolivianische Universitätsstadt und ehemalige
Kapitale Sucre. Die Sendungen laufen immer sonntags um 21.00 Uhr im
Kulturkanal 3sat und samstags als Wiederholung um 13.30 Uhr im
Südwestfernsehen.
    
    Am Samstag, 8. Juli wird Tikal, die versunkene Stadt im Urwald
Guatemalas, im Südwestfernsehen vorgestellt. Diese Stadt war einst
die Metropole der Mayas. In ihrer Blütezeit lebten dort bis zu 80.000
Menschen. Im 8. Jahrhundert nach Christus wurde Tikal jedoch von der
Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit verlassen. Als die Spanier im 16.
Jahrhundert auf ihren Eroberungszügen durch Amerika die Regenwälder
von Peten im heutigen Guatemala durchquerten, stießen sie auf
gespenstische Kulissen. Riesige Pyramiden, weitläufige Plätze,
gewaltige Paläste, meisterlich gebaut und fein verziert, alles
überwuchert von tropischer Vegetation. Verlassen wurde die Stadt in
einem Ränkespiel der Mayas um Macht, um Selbstverherrlichung und um
Vergöttlichung einer herrschenden Elite, die rücksichtslos ihren
Lebensraum ausbeutete. Ein ökologischer Supergau zerstörte eine der
bedeutendsten Hochkulturen des Altertums.
    
    Das Plateau des Monte Alban ist am 9. Juli in 3sat und am 15. Juli
im Südwestfernsehen zu sehen. Es war Jahrhunderte lang der
Knotenpunkt der Handelsroute von West- nach Nordmexiko. Um die Götter
positiv zu stimmen, brauchten die Fürsten im Tal von Oaxaca einen
besonderen Ort. Zu ihrer Kultstätte erkoren sie den Monte Alban, den
"weißen Berg", der an der Stelle einer Bergspitze mit einem
natürlichen Plateau geschmückt war. So entstand um das Jahr 500 vor
Christus ein Zeremonialzentrum, das sich im Laufe der Zeit zu einem
der größten Warenumschlagplätze Mittelamerikas entwickeln sollte. Als
die Spanier fast 2000 Jahre später die Menschen im Tal von Oaxaca
unterwarfen, diente der Monte Alban nur noch als Begräbnisstätte. Die
Spanier errichteten am Fuße des Monte Albans die Stadt Oaxaca, die
wegen ihrer in ganz Mittelamerika bewunderten Iglesia Santo Domingo
berühmt wurde.
    
    An die Redaktionen Medien/Wochenende
    
    Im Gegensatz zu anderen Orten aus der Zeit des Goldrausches in
Brasilien ist die Stadt Ouro Preto nicht in Vergessenheit geraten.
Für die Geschichte des Landes prägte sie mit ihrer Architektur, ihrer
Kunst und den Vorkämpfern der Freiheitsbewegung die nationale
Identität des Landes. Mit der Entdeckung des Goldes vor 300 Jahren in
den schwarzen Hügeln um Ouro Preto, verfiel diese Stadt fast zwei
Jahrhunderte lang dem Goldrausch. Um die Bodenschätze heben zu
können, organisierten die portugiesischen Kolonialherren
Sklaventransporte aus Afrika nach Brasilien. Die Sklavenarbeit sorgte
zu jener Zeit für sozialen und politischen Sprengstoff. Kurz vor Ende
des 18. Jahrhunderts formierte sich die Inconfidentes-Bewegung und
wagte den ersten Schritt in Richtung einer Unabhängigkeit Brasiliens.
Mit dem Reichtum kamen auch Künstler nach Ouro Preto und schufen
innerhalb eines Jahrhunderts den brasilianischen Architekturstil
Baroco Mineiro. Antonio Francisco Lisboa, einer der größten Künstler
Brasiliens ist durch seine Werke eng mit dem Schicksal dieser Stadt
verbunden. Sein Meisterwerk, die Kirche Sao Francisco de Assis,
markierte für viele die kulturelle Geburt Brasiliens. Auf der
UNESCO-Liste ist diese Bergwerksstadt in den regenreichen Bergen der
Provinz Minas Gerais seit 1982. Am 16. Juli wird die Stadt in 3sat
und 22. Juli im Südwestfernsehen porträitiert.
    
    Eine Woche später führt die Route am 23. Juli um 21.00 Uhr in 3sat
und am 29. Juli um 13.30 Uhr im Südwestfernsehen nach Olinda. Die
Geschichte von Olinda begann vor 450 Jahren, als die Portugiesen zum
ersten Mal vor Anker gingen und ideale Bedingungen zum Siedeln
vorfanden. Die von ihnen gegründete Siedlung wurde auf den Namen
Olinda, das bedeutet "Oh, wie schön", getauft. Tatsächlich läßt noch
heute das Zusammenspiel aus Licht, Architektur, Flora und der Blick
auf die weite Küste keinen Zweifel an der Euphorie der ersten Siedler
aufkommen. Alle Bauwerke sind seit jeher in die Natur integriert. Die
Quelle des frühen Reichtums von Olinda waren die Zuckerrohrplantagen.
1630 fiel Olinda in die Hände der Niederländer, die den Ort ein Jahr
besetzt hielten und ihn bis auf die Grundmauern niederbrannten. Im
Laufe des 17. und 18. Jahrhundert bauten die Portugiesen Olinda
wieder auf. Der Ort ist auch die Stadt der Klöster. Insgesamt
drängeln sich auf engem Raum 20 Kirchen, Klöster und Kapellen. Der
schärfste Feind der noch bestehenden Gebäude sind Holzwürmer und
Feldermäuse, die sich ins Gebälk eingenistet haben und für mystische
Vorfälle verantwortlich gemacht werden.
    
    Wohl keine andere spanische Kolonialstadt Südamerikas ist so gut
und so authentisch erhalten wie das 2800 Meter hoch gelegene Sucre.
Am 30. Juli im Sonntagsprogramm von 3sat und am 5. August im
Südwestfernsehen vorgestellt wirkt die 1538 unter dem Namen
Chuquisaca gegründete Stadt heute keineswegs wie ein Museum. Sucre
verzaubert jeden Besucher durch seine heitere Gelassenheit. Dazu
tragen auch die 13.000 Studenten bei. Sie sind heute die wichtigste
Erwerbsquelle der "weißen Stadt" in den Anden. Der Film erzählt die
Geschichte dieser Stadt, die zugleich die spanische
Kolonialgeschichte Südamerikas widerspiegelt. Erzähler ist Simon
Bolivar, der hier 1825 die Unabhängigkeit des ganzen spanischen
Südamerikas als seinen größten Triumph feierte. Nach ihm wurde das
Land Bolivien benannt und 1840 zu Ehren des ersten bolivianischen
Staatspräsidenten Antonio José de Sucre die ganze Stadt. Die hatte
bis dahin La Plata geheißen wegen des Silbers im nahegelegenen
Potosí. Diesem Silber verdankte Sucre seine Gründung, seine
verschwenderisch aufwendigen und noch gut erhaltenen Bauten und seine
Bedeutung als Verwaltungssitz für einen großen Teil der spanischen
Kolonie und später als Hauptstadt Boliviens. Seit einem verlorenen
Bürgerkrieg im Jahre 1899 ist Sucre nur noch nominell die Hauptstadt.
Regiert wird heute in La Paz. Sucre jedoch bleibt eine einzigartige
Stadt in den Anden und ein wahrer Schatz dieser Welt.
    
    Diesen Text sowie ein Foto von Ouro Preto zum Herunterladen finden
Sie im Internet unter www.swr.de/presse/pressebilder/bilder.html
    Allgemeine Informationen zu dieser Fernsehreihe unter
www.schaetze-der-welt.de
    
    
ots Originaltext: SWR
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