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"2+Leif": Virologe Kekule kritisiert Vorgehen der Politik im Kampf gegen Schweinegrippe/GlaxoSmithKline gibt Lieferschwierigkeiten für Impfstoff zu

BERLIN - (ots) - Der Virologe Alexander Kekulé hat die Bundesregierung für die Organisationsprobleme bei den Schweinegrippeimpfungen scharf kritisiert. In der SWR-Talkshow "2+Leif" sagte Kekulé am Montagabend: "Es ist ein Problem des föderalen Systems. Viele Köche, jeder macht was anderes, viele reden durcheinander. Ich glaube der neue Gesundheitsminister hat schon den ersten richtigen Schritt gemacht, indem er jetzt so eine Art Konsensus-Konferenz der Landesminister einberufen hat. Ich glaube was Ähnliches wäre auch sinnvoll auf wissenschaftlicher Ebene, weil die Behörden ganz unterschiedliche Einschätzungen haben." Kekulé, Direktor des Instituts für Mikrobiologie in Halle (Saale), sprach sich in "2+Leif" für eine zentrale politische Koordination der Impfmaßnahmen aus: "Ich fand es auch von Nachteil, dass es von den Ministerien lange nicht zur Chefsache gemacht wurde. Wenn Sie in die USA gucken, da gibt Präsident Obama selbst die Presseerklärungen ab. Und bei uns wird es jetzt hoffentlich der neue Bundesgesundheitsminister machen. Aber bisher ist so gewesen, da hat man so viele verschiedene Stimmen gehört, dass wirklich die Ärzte nicht mehr wussten, was sie tun sollen." Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn gab in "2+Leif" politische Fehler im Vorfeld der Impfmaßnahmen zu. Im SWR-Fernsehen sagte er: "Wir machen das zum ersten Mal in dieser Größenordnung in der Bundesrepublik Deutschland. Und dass da Fehler passieren, die ich gar nicht verniedlichen will und dass es da zu Ungereimtheiten kommt, ist ganz normal, weil so viele Millionen Menschen beteiligt sind. Dass muss sich natürlich erst mal ein Stück einspielen." Nach Informationen von "2+Leif" gibt es keine eindeutigen Zahlen darüber, wie viele Menschen in Deutschland bislang gegen das Schweinegrippevirus geimpft wurden. Dem SWR liegt außerdem eine Pressemitteilung des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline vor, in dem der Konzern zugibt, zur Zeit nicht die bestellte Menge an Impfstoff liefern zu können. Auf SWR-Anfrage teilte das Unternehmen mit: "Grund dafür ist, u.a. eine Umstellung des Herstellungsprozesses, da das Saatvirus zu Beginn der Produktion schwierig zu vermehren war." Kontakt: Peter Bergmann SWR 0173/6168655 Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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