SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen Programmhinweise für Mittwoch, 02.12.09 (Woche 49)

Baden-Baden (ots) - Mittwoch, 2. Dezember 2009 (Woche 49)/23.10.2009 01.45 Leben live Die Krisenköche - Rezepte auf Sparflamme "Wer nicht arbeitet, soll wenigstens gut essen", hatte Kurt Meiers Opa im Spaß manchmal gesagt. Und wohl nicht geahnt, dass genau das für den Enkel dereinst ein großes Problem werden könnte. Denn Kurt Meier - inzwischen Mitte 50 - ist seit Jahren arbeitslos. Ebenso wie sein Freund Uwe Glinka. Beide verbindet die Schwierigkeit, vor der alle Hartz-IV-Empfänger stehen: Wie soll man gut essen, wenn das "Arbeitslosengeld II" einen täglichen Regelsatz von 4,33 Euro für Essen vorsieht? Kurt Meier, gelernter Elektriker, und Uwe Glinka, vormals Verkäufer in einem Autohaus, suchten einen Ausweg und wurden fündig in ihrem Dorf: Sie erinnerten sich an die sparsame Küche der Landfrauen. Die ließen Kurt und Uwe in ihre Töpfe schauen. Und so entstand eine handfeste Rezeptsammlung. Statt den Regelsatz in Fastfood und Tiefkühlpizza zu investieren, kamen die beiden darauf, selbst zu kochen: Steckrübeneintopf, Szegediner Gulasch, Rosenkohl mit Kassler. Diese und weitere Rezepte, mit denen Landfrauen früher in der kargen Nachkriegszeit ihre Familien durchgebracht hatten, griffen Kurt und Uwe auf und unterzogen sie einem Praxistest. Akribisch überprüften sie, ob die Zutaten auch mit dem ALG-Regelsatz zu bezahlen sind. Und so entstand eine Broschüre im Selbstverlag, die sich als Riesenerfolg erweisen sollte. Mehr als 12.000 Stück verkauften die beiden via Internet. Doch das war erst der Anfang, denn ein Kölner Verlag hat nun die Idee aufgegriffen und die beiden unter Vertrag genommen: Sie sollen ein Kochbuch schreiben - mit mindestens 80 Rezepten auf Sparflamme. Dafür soll das Duo Meier und Glinka günstige Gerichte in ganz Deutschland recherchieren. Die SWR-Reporter Tilo Knops und Kirsten Waschkau haben die beiden ein Vierteljahr lang begleitet, u. a. auf ihrer Recherchereise zu Landfrauen in Norddeutschland und Baden-Württemberg und zum Kirchentag in Bremen, wo die frischgebackenen Krisenköche als Experten auftreten, um zu verraten, wie Kochen nach Regelsatz möglich ist. Mittwoch, 2. Dezember 2009 (Woche 49)/23.10.2009 02.15 Leben live Was alte Kochbücher erzählen - Fundgrube traditioneller Rezepte Aus alten Kochbücher kann man ablesen, was früher aufgetischt und wie ein Haushalt organisiert wurde. Sie erzählen von Vorratshaltung in Zeiten ohne Kühlschrank, sie beschreiben, wie Hühner gerupft werden, und preisen Flusskrebse als billiges Alltagsessen an. Sie geben Ratschläge, wie man gepanschte Lebensmittel erkennt und was bei Vergiftungen zu tun ist. Viele höfische Rezepte wurden um 1800 ins Bürgerliche übertragen. Mit der Industrialisierung kam es zu einer regelrechten Kochbuchflut mit Gerichten, die schnell zuzubereiten waren. Die Rezepte wurden im Lauf der Zeit vereinfacht und entfettet. Manche einfachen, regionalen Gerichte wie der "Pfitzauf" verschwanden sogar ganz aus den Büchern und werden jetzt erst wieder entdeckt. SWR-Reporterin Ingrun Finke hat in die alten Kochbücher und in die Töpfe von traditionellen Küchen geschaut und beschreibt den Wandel von regionalen Gerichten und Kochbüchern. Pressekontakt: Georg Brandl, Telefon 07221/929-2285, E-Mail: georg.brandl@swr.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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