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Das Erste : Presseinformation zu Report Mainz, 19. Juni 2000: Report Mainz: Butterpanscherei und Steuerbetrug
EU-Kommission fürchtet neuen Skandal

Baden-Baden (ots) Nach Recherchen von Report Mainz gibt es einen neuen Fall von tonnenweise gepanschter Butter und Steuerbetrug in Millionenhöhe innerhalb der Europäischen Union. Verbrauchern in ganz Europa wurde sogenannte reine Butter verkauft. Diese war jedoch mit bis zu 30% mit pflanzlichen und tierischen Fetten gestreckt worden. Zwei Morde in Neapel, die der Mafia zugerechnet werden, brachten die italienischen Ermittler der Guardia di Finanza auf die heiße Spur. Im Mittelpunkt der Verdächtigungen steht die französische Molkerei Fléchard. Sie soll für zweistellige Millionenbeträge von italienischen Molkereien gepanschte Butter aufgekauft und innerhalb der EU weiterverkauft haben. Gleichzeitig soll es zu Lasten des EU-Haushaltes Steuerbetrug in Millionenhöhe gegeben haben. Deshalb fürchtet die Brüsseler EU-Kommission, die sich mitten im Verfahren zur Haushaltsentlastung befindet, die Aufdeckung eines neuen Skandals. Im Juli sollte das Europäische Parlament der EU-Kommission die Entlastung für den Haushalt 1998 erteilen. Diese steht schon seit April 2000 u.a. wegen Betrugsverdachtes aus. Nach Recherchen von Report Mainz ermittelt die Anti-Betrugseinheit "Office de la lutte anti-fraude" (OLAF) seit Oktober 1999 gegen Fléchard und einem betrügerischen internationalen Molkerei-Netzwerks. Weder OLAF noch die EU-Kommission noch die italienischen Behörden wollen hierzu Stellung nehmen. Auch das Europäische Parlament wird über den Betrugsskandal nicht informiert und fühlt sich hintergangen. Die für die Entlastung zuständige Berichterstatterin, die Europaabgeordnete Gabriele Stauner (CSU), möchte den Fall Fléchard nicht zu den Akten legen. Gegenüber REPORT Mainz sagt sie, die EU-Kommission habe "den Ernst der Situation noch nicht erkannt". ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie bitte an Report Mainz, Tel.: 06131/929-3351 oder 3352 an. Der Text steht als RTF-Datei unter: http://www.swr-online.de/report zur Verfügung. Fax 07221 929-2013 Internet: pressestelle@swr-online.de Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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