SWR - Südwestrundfunk

Oli Brown als Sahnehäubchen Das Beste vom Bluesfestival Lahnstein im SWR Fernsehen
Am 3. Oktober kurz nach Mitternacht

    Mainz (ots) - Das diesjährige 29. Lahnsteiner Bluesfestival hatte sich unter dem Motto "Blues Britannia" ganz der britischen Szene verschrieben. Mit dem Ex-Rolling Stone Bill Wyman und seinen Rhythm Kings, Mike Sanchez & The Portions, Oli Brown samt Band sowie den Lahnstein Blues All Stars ist den Organisatoren auch eine wirklich gute Mischung gelungen. Ob traditioneller Chicago-Blues, Boogie-Woogie, Rock'n'Roll, Funk oder Soul - alle "blauen" Spielarten waren vertreten. Das Beste dieser bunten Mischung zeigt das SWR Fernsehen in 90 Minuten am späten Abend des 3. Oktobers, ab 0.20 Uhr. Besonders empfehlenswert: der Auftritt des erst 19-jährigen Gitarristen Oli Brown mit seiner Band, der das Festival quasi als "Sahnehäubchen" zum wirklich außergewöhnlichen Erlebnis machte.

    Die Szene sagt alles. Unten im Saal, erste Reihe Mitte, hatte sich selbst der 79-jährige Fritz Rau von seinem Sitz erhoben und klatschte begeistert. Die Ovationen des Konzertimpresarios wie des gesamten Lahnsteiner Publikums galten Oli Brown, der sich gerade die Seele aus dem Leib herausgesungen und -gespielt hatte. Filigrane Gitarrentechnik, wuchtige Bluesriffs und ein exzellenter Gesang - der Vergleich mit Stevie Ray Vaughan lag nahe. Und wie einst dessen Begleiter von Double Trouble sorgten Bassist Fredy Hollis und Drummer Simon Dring - beide auch gerade der Schulbank entwachsen - für auf den Punkt gespielte Grooves. Wenn die Jungs die Bodenhaftung nicht verlieren, wird man von ihnen noch viel hören. Da hatten es Mike Sanchez & The Portions im Anschluss schwer, die Stimmung auf dem hohem Level zu halten. Doch der Bandleader entpuppte sich als perfekter Entertainer, gefiel mit seiner Mischung aus Jump, Swing und Rock 'n' Roll.

    Eingerahmt wurden diese beiden Programmpunkte vom Tribute an einen der Väter des weißen Blues, den Engländer Alexis Korner. Der 1983 verstorbene Bandleader hat viele Musiker zusammengeführt - ist unter anderem nicht ganz unschuldig an der Existenz solcher Supergruppen wie Cream und Rolling Stones. Aber auch in Deutschland hinterließ Alexis Korner seine Spuren. So stand beispielsweise Manfred Häder gemeinsam mit ihm auf der Bühne. Beim Festival trug der frühere Gitarrist der Frankfurt City Bluesband zusammen mit Abi Wallenstein und Inga Rumpf bei der Lahnstein Blues All Star-Band dazu bei, dass Korners Musik und Persönlichkeit nicht in Vergessenheit geraten.

    Der Kreis schloss sich am Ende des Abends, als Bill Wyman mit Band die Bühne betrat. Ohne Korner wäre die Karriere der Rolling Stones sicher anders verlaufen. Und Bill Wyman war schließlich der Bassist dieser Starformation. Jetzt tourt der Mann noch durch die Lande. In Lahnstein als einer der "Rhythm Kings" mit dabei: Albert Lee, grandioser - natürlich englischer - Gitarrist mit Wurzeln im Blues und Rock. Wenn die betagten Herren auch nicht mehr ganz die Dynamik eines Oli Brown entwickeln können, so blitzte öfter mal was von alter Spielfreude auf. Und als der Stones-Klassiker "Honky Tonk Woman" erklang, sprang auch hier der Funke auf den Saal über. Eine Zusammenfassung der schönsten Momente zeigt das SWR Fernsehen am 3. Oktober - After midnight.

    Pressekontakt: SWR-Pressestelle Mainz, Wolf-Günther Gerlach, Tel.: 06131/929-3293, E-Mail: wolf-guenther.gerlach@swr.de

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